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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Halogenderivate der Kohlenwasserstoffe.

Hierbei findet, je nach der Temperatur und der Dauer der Einwirkung,Substitution eines oder mehrerer Wasserstoffatome statt. So geht dasChlor mit Methan die folgenden Reaktionen ein:

CH 4 + C1 2CH3CI + Cl,CH,C1,+C1,

= CH 3 C1 + HC1Methylchlorid.

= CH 2 CI 2 + HC1

Methylenchlorid.

= CHCI3 + HCI

Chloroform.

CH 2 = CH 2 -f HBr =Äthylen.

CHC1 3 + Cl, = CC1 4 -f HCl

Tetrachlorkohlenstoff.

Für diese Chlorsubstitutionsprodukte werden auch die Namen Mono-chlormethan, Dichlormethan, Trichlormethan, Tetrachlor-methan gebraucht, die ihre Zusammensetzung ohne weiteres wieder-geben. Die direkte Einwirkung der Halogene auf Kohlenwasserstoffehat indessen für die praktische Darstellung dieser Halogensubstitutions-produkte keine Bedeutung, da es nicht möglich ist, die Reaktion so zuleiten, daß nur eine dieser Verbindungen entsteht.

2. Ungesättigte Kohlenwasserstoffe addieren die freien Halogeneunter Umwandlung der Doppelbindung in eine einfache und Bildungvon Dihalogenverbindungen. So entsteht aus Äthylen und BromÄthylenbromid oder Dibromäthan (S. 32):

CH 2 = CH 2 -f Br 2 = CH,Br — CH 2 Br.

3. Ebenso werden Chlorwasserstoff, Bromwasserstoff und Jod-wasserstoff von ungesättigten Kohlenwasserstoffen addiert:

CH 3 — CH 2 BrÄtbylbromid.

Hierbei hat sich als Regel ergeben, daß das Halogen an dasjenigeKohlenstoffatom tritt, das mit der geringsten Anzahl von Wasserstoff-atomen verbunden ist, z. B.:

CH 2 — CH = CH 2 -f HJ = CH 3 — CHJ — CH 3

Propylen. Isopropyljodid.

4. Die am häufigsten angewandte Methode geht nicht von denKohlenwasserstoffen selbst, sondern von ihren Hydroxylderivaten, denAlkoholen, aus, in denen das Hydroxyl bei der Einwirkung vonHalogenwasserstoff durch Halogen ersetzt wird:

C 2 H 5 -OH + HJ = C,H 5 J-fH,0

Äthylalkohol. Äthyljodid.

Die Reaktion verläuft schneller und vollständiger, wenn man an Stelleder Halogenwasserstoffsäuren die Halogenverbindungen des Phosphorsanwendet. So setzen sich Phosphortribromid und Alkohol zu Äthyl-bromid und phosphoriger Säure um:

3C,H 5 .OH + PBr 3 = 3 C,H 6 Br + P(OH) 3

Äthylalkohol. Äthylbromid.

Man vermeidet hierbei in der Regel die gesonderte Darstellung des Phos-phortribromids, indem man den Alkohol mit rotem Phosphor mischt und das Bromzutropfen läßt, das sich sofort mit dem Phosphor verbindet, worauf das ent-standene Phosphorbromid mit dem Alkohol reagiert.