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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Leuchtgas.

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zurückgehaltene Schwefel bildet Ferrisesquisulfid, Fe 2 S 8 , woraus er,Wenn die Masse in feuchtem Zustände an der Luft lagert, wieder ab-geschieden wird: Fe 2 S 3 + 30 + 3H 2 0 = 2Fe(OH) 3 -f-3S. DiesesGemisch von Ferrihydroxyd und Schwefel dient von neuem zur Gas-reinigung, bis es sich so mit Schwefel angereichert hat, daß es alsRohmaterial, z. B. in der Schwefelsäureindustrie, benutzt werden kann.Die Cyanverbindungen der Gasreinigungsmasse dienen zur Darstellungv on Blutlaugensalz (Bd. I, S. 421). Die Verwendung des Steinkohlen-teers wird später erörtert werden.

Die Ausbeute an Leuchtgas und seine Qualität sind je nach derHerkunft der Kohle sehr verschieden. Im Durchschnitt liefern 100 kgKohle 27—30 cbm Leuchtgas, 5 kg Teer und 64 kg Koks. Folgendesist die mittlere Zusammensetzung eines guten Leuchtgases:

Wasserstoff 49 Volumproz. Schwere Kohlenwasserstoffe 4 Volumproz.Methan 34 ., Stickstoff 4

Kohlenoxyd 8 „ Kohlendioxyd 1

Die schweren Kohlenwasserstoffe bestehen hauptsächlich aus Äthylen,Acetylen und Benzoldampf. Diesen kohlenstoffreichen Verbindungenverdankt das Steinkohlengas seine Leuchtkraft, während der WasserstoffUnd das wasserstoffreiche Methan, die mit nicht leuchtender Flammebrennen, für seine Heizkraft von Bedeutung sind. Hauptsächlich infolgeseines nicht unbedeutenden Gehalts an Kohlenoxyd ist das Leuchtgasgiftig. Leuchtgasvergiftungen sind Kohlenoxydvergiftungen, doch habenauch die Kohlenwasserstoffe giftige Wirkungen.

An manchen Orten wird auch das bei der trocknen Destillationdes Holzes entstehende Holzgas, das ähnliche Zusammensetzung be-sitzt wie das Steinkohlengas, aber sehr reich an Kohlenoxyd ist, zurBeleuchtung benutzt. Auch Torfgas kommt zur Anwendung. Olgas,das durch sehr starke Leuchtkraft ausgezeichnet ist, wird häufig inkleineren Anlagen dargestellt. Hierzu dienen hochsiedende Kohlen-Wasserstoffe aus Erdöl oder Braunkohlenteeröl, die man in kontinuier-lichem Strahle in eine zur Botglut erhitzte, gußeiserne Betörte ein-fließen läßt. Hierbei werden die Kohlenwasserstoffe größtenteils zubei gewöhnlicher Temperatur gasförmigen Produkten zersetzt. DasOlgas ist sehr reich an schweren Kohlenwasserstoffen, aber arm anfreiem Wasserstoff, so daß es sich leicht komprimieren läßt. Dadurchwird es transportabel und dient unter anderm zur Beleuchtung derEisenbahnwagen. Auch tierische und pflanzliche Fette können ingleicher Weise durch Hitze zersetzt werden und liefern dann dasstark leuchtende Fettgas.

Halogenderivate der Kohlenwasserstoffe.

Die Verbindungen, die sich von den Kohlenwasserstoffen durchErsatz eines oder mehrerer Wasserstoffatome durch Halogene ableiten,finden sich nicht in der Natur. Ihre Darstellung läßt sich auf ver-schiedene Weise bewerkstelligen. Einige von ihnen sind als Medi-kamente, andere als Lösungsmittel oder für den Aufbau anderer Ver-bindungen von großer praktischer Bedeutung.

Darstellungsweisen. 1. Der Wasserstoff der Kohlenwasserstoffeläßt sich durch direkte Einwirkung von Chlor oder Brom ersetzen.