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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Haloeenderivate der Kohlenwasserstoffe.

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5. Bei der Einwirkung von Phosphorpentachlorid auf Aldehydeu nd Ketone, die beide das Carbonyl, CO, enthalten, wird der Sauer-stoff dieser Gruppe durch zwei Chloratome ersetzt:

CH 3 -CH0 + PC1 5 =

Acetaldehyd.

CH 3 ■ CO • CH 8 + PC1 5 =

Aceton.

CH 3 -CHC1 2 + P0C1 3

Äthylidenchlorid.

CH 3 -CC1 2 -CH S + P0C1 3

Dichlorpropan.

6. Halogenverbindungen ungesättigter Kohlenwasserstoffe lassen sich durchEinwirkung von alkoholischem Kali auf gesättigte Dihalogenverbindungen erhalten :

CH 2 Br — CH 2 Br + KOH = CH ä = CHBr + KBr + H 2 0Äthyleubromid. Vinylbromid.

Eigenschaften der Halogenverbindungen. Mit Ausnahmedes Methylchlorids, CH 3 C1, Methylbromids, CH 3 Br, und Äthylchlorids,C 2 H 6 C1, die bei gewöhnlicher Temperatur Gase sind, stellen die Halogen-alkyle schwere, farblose Flüssigkeiten von charakteristischem, süß-hchem Geruch dar. In Wasser sind sie fast unlöslich, während sies ich in Alkohol, Äther, Chloroform und Benzol leicht lösen. , DieSiedepunkte sowohl wie die spezifischen Gewichte, steigen von denChloriden über die Bromide zu den Jodiden. Die spezifischen Ge-richte nehmen in den homologen Beihen mit zunehmendem Mole-kulargewicht ab, da der Einfluß des Halogenatoms, durch das sichdie Halogenalkyle von den Paraffinen unterscheiden, bei den höherMolekularen Verbindungen gegenüber dem Best der Verbindung mehru nd mehr zurücktritt. In ihrem chemischen Verhalten unterscheidensich die Halogenverbindungen des Kohlenstoffs erheblich von denender meisten andern Elemente. Während die Halogenverbindungen derMetalle in Wasser der elektrolytischen Dissoziation unterliegen, sodaß das Halogen aus der Lösung durch Silbernitrat gefällt wird, undHalogenverbindungen der Nichtmetalle durch Wasser unter Bildungy on Halogenwasserstoff zersetzt werden (z. B. PC1 3 ), sind die Halogen-alkyle gegen Wasser indifferent, und ihr Halogen wird beim Schüttelnßiit Silbernitratlösung nicht oder nur langsam in Halogensilber über-geführt; es findet also bei ihnen eine Jonenbildung in nennenswertemBetrage nicht statt. Im allgemeinen reagieren die Jodalkyle am leich-testen, die Chloride am schwersten, ferner sind die ersten Gliederder Beihe viel reaktionsfähiger als die von höherem Molekulargewicht.Unter den isomeren Verbindungen sind wiederum die primären, dassind die mit der Atomgruppe — CH 2 Hal (Hai = Halogen), reaktions-fähiger als die sekundären (mit der Gruppe > CHHal), und diese

sind reaktionsfähiger als die tertiären (mit der Gruppe -^CHal). Das

reaktionsfähigste aller Halogenalkyle ist das Methyljodid, CH 3 J, dasauch beim Schütteln mit Silbernitrat sofort Silberjodid bildet.

Durch eine Beihe von Umsetzungen besitzen die Halogenalkyle einegroße Bedeutung für die organische Synthese, indem sie dazu dienen,die Alkyle mit andern organischen oder anorganischen Radikalen zuvereinigen. Die wichtigsten dieser Reaktionen werden durch die fol-genden Gleichungen veranschaulicht:

C 2 H 5 J + AgOHC 2 H 6 J + 2NH 3

= C 2 H 5 • OH + AgJ (Alkoholbildung),= C 2 H 5 • NH 2 -j- NH 4 J (Aminbildung),