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1 (1910) Anorganischer Teil
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Kupfer.

es sich, sein spezifisches Gewicht beträgt 8,9. Es ist ein ziemlichhartes Metall, doch weicher als Eisen, sehr zäh und dehnbar, so daßes sich zu sehr dünnen Blättchen ausschlagen und zu sehr dünnenDrähten ausziehen läßt. Solche dünne Kupferblättchen sind im durch-scheinenden Lichte grünlichblau. Dieselbe Farbe zeigt das Kupferauch in geschmolzenem Zustande. Das geschmolzene Kupfer besitztdie Fähigkeit, Gase zu absorbieren, die es beim Erkalten unter Spratzenwieder abgibt. Aus diesem Grunde ist es in reinem Zustande zurHerstellung von Gußwaren nicht geeignet, es verliert aber diese Eigen-schaft beim Zusammenschmelzen mit andern Metallen. Das Kupferist ein sehr guter Leiter des elektrischen Stroms, worauf seine aus-gedehnte Verwendung in der Elektrotechnik beruht, nur das Silberbesitzt ein noch besseres Leitvermögen. An der Luft ist es beständig,indem es sich an der Oberfläche mit einer ganz dünnen Schicht vonbasisch-kohlensaurem Kupfer überzieht, die einen wirksamen Schulzbildet, bei höherer Temperatur oxydiert es sich hingegen leicht. Diehierbei gebildete Oxydschicht springt beim Erkalten leicht ab undbildet den Kupferhammerschlag. Gegen Säuren ist es nur beiLuftabschluß beständig, bei Luftzutritt wird es von ihnen gelöst, auchAmmoniak und viele Salzlösungen greifen es an. Schwefelsäure löstdas Kupfer auf, aber nicht unter Wasserstoffentwicklung, wie Eisenund Zink, was darauf beruht, daß die Reaktion nur bei Gegenwartkonzentrierter Säure und in der Wärme erfolgt, wobei die Schwefel-säure durch den naszierenden Wasserstoff reduziert wird, so daßSchwefeldioxyd entweicht:

Cu + 2H,S0 4 = OaS0 4 + SO,+ H,0 (S. 127).Salpetersäure löst es unter Stickoxydentwicklung:

3Cu + 8HN0 3 = 3Cu(N0 3 ) 2 + 2NO + 4H 2 0 (S. 173).

Das metallische Kupfer findet mannigfache Verwendung. Der be-ständig wachsende Verbrauch ist in erster Linie auf die immer größerwerdende Ausdehnung elektrischer Anlagen zurückzuführen, wozuheute etwa zwei Drittel des gesamten Kupferkonsums Verwendungfinden. Auch viele Kupferlegierungen sind von praktischer Bedeutung,von ihnen sind die wichtigsten die Bronzen und Messing. Bronzennennt man Legierungen aus Kupfer und Zinn (Glockenmetall aus 78 T.Kupfer und 22 T. Zinn, Kanonenmetall aus 90 T. Kupfer und 910 T.Zinn, auch die zu Bildsäulen verwendete Kunstbronze besteht imwesentlichen aus Kupfer und Zinn und zuweilen etwas Zink) oderKupfer,^ Zinn und Zink. Phosphorbronze, aus 90 T. Kupfer, 9 T. Zinnund 0,50,75 T. Phosphor, ist als Geschütz- und. Glockenmetall ver-wendet worden. Der Phosphorgehalt hat eine Steigerung der Festig-keit zur Folge. Das Messing ist eine Kupfer-Zinklegierung inwechselndem Verhältnis, je nach der Anwendung, die es linden soll.Der Zinkgehalt beträgt 3040o/ 0 , je geringer er ist, desto rötlicherist die Farbe des Messings, je höher der Zinkgehalt, desto gelber istsie. Die Vorteile des Messings gegenüber dem reinen Kupfer liegenin seiner angenehmeren Farbe, geringeren Oxydierbarkeit, größerenHärte und dem niedrigeren Schmelzpunkt. Ähnliche Legierungen sindTombak (etwa 85 T. Kupfer und 15 T. Zink) und unechtes Blatt-gold (11 T. Kupfer und 20 T. Zink). Die deutschen Kupfermünzenbestehen aus 95 T. Kupfer, 4 T. Zinn und IT. Zink. Neusilber