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1 (1910) Anorganischer Teil
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Schwofelkies, Ferrisulfat.

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wird mit 3 T. 25prozeniiger Salzsäure versetzt. Es tritt allmählich Lösung ein,die nach dreitägigem Stehen der Mischung durch Erwärmen auf 40° unterstütztwird. Die Lösung wird schließlich durch Zusatz von Wasser auf das spezifischeGewicht 1,050 gehracht.

Prüiung. Die Bestimmung des Eisengehalts geschieht nach Zusatz von Salzsäureauf judometrischem Wege (s. unter Analytisches). Die Feststellung, daß die Flüssigkeitkeinen zu hohen Gehalt an Eisenchlorid besitzt, geschieht durch den Nachweis, daß dasvorhandene Chlor nicht durch Silbernitrat gefällt wird: Eine Mischung aus 1 ccmrusenoxychloridlösung mit 19 ccm Wasser soll nach dem Zusatz von je 1 TropfenSalpetersäure und Silbernitratlösung im durchfallenden Lichte klar erscheinen. Fernerprüfe man auf Ammoniak und Arsen.

Eine Verbindung des Eisenoxyds mit dem für sich sehr unbe-ständigen Eisenoxydul ist der natürlich vorkommende Magneteisen-stein, Fe 3 0 4 oder Fe 2 0 3 -FeO. Auch ein Hydrat, dieser Verbindung,Ee 3 C\ H 2 0, ist bekannt, das durch Natronlauge als schwarzer Nieder-schlag aus einer Lösung gefällt wird, die Ferro- und Ferrisalz enthält,

Eisendisulfld, FeS 2 . Ein dem Ferrioxyd entsprechendes Ferri-suliid Fe,S 3 ist nicht bekannt, hingegen kennt man ein schwefel-reicheres Sulfid, dem keine Sauerstoffverbindung des Eisens entspricht,das Eisendisulfld, FeS 2 , das als Schwefelkies, Eisenkies oder Pyritm messinggelben regulären Kristallen vorkommt und in der Schwefel-säurefabrikation Verwendung findet (S. 131).

Ferrisulfat, Fe 2 (S0 4 ) 3 , entsteht durch Oxydation des Ferrosulfatsdurch Salpetersäure bei Gegenwart von Schwefelsäure:

6FeS0 4 + 3H 2 S0 4 + 2HN0 3 = 3Fe 2 (S0 4 ) 3 + 2NO + 4H 2 0.l^eim Eindampfen der Lösung bleibt das Salz als eine weiße, kristalli-nische Masse zurück, die sich in Wasser zu einer bräunlich-gelben,sauer reagierenden Flüssigkeit löst. Eine Lösung des Ferrisulfats,die 10o/ 0 Eisen enthält, ist der Liquor Ferri sulfurici oxydati,der zur Bereitung des: Antidotum Arsenici Verwendung findet.

Darstellung. 40 T. Ferrosulfat, 40 T. Wasser, 7 T. Schwefelsäure und 12 T.Salpetersäure (von 25 Prozent) werden auf dem Dampfbade bis zur völligen Oxydationdes Ferrosalzes erwärmt, bis zur Verjagung der Salpetersäure eingedampft und mitWasser auf das spezifische Gewicht 1,4281,430 gebracht, was einem Gehalt von10 Prozent Eisen entspricht.

Die Prüfung erstreckt sich auf Ferrosalz, Chlorid, Salpetersäure, Arsen undfremde Metalle, besonders Kupfer.

Das Gegengift gegen arsenige Säure, das Antidotum Arsenici,ist eine Mischung von verdünnter Ferrisulfatlösung mit gebrannterMagnesia. Es findet hierbei Fällung von Eisenhydroxyd statt:

Fe 2 (S0 4 ) 3 -f- 3MgO -f 3H,0 = 2Fe(OH) 3 + 3MgS0 4 .Das Eisenhydroxyd übt in frisch gefälltem Zustande eine starke Ad-sorption swirkung auf arsenige Säure aus, die dadurch physiologischunwirksam gemacht wird (S. 209), beim Aufbewahren wird es dichtund unwirksam, die Mischung ist daher stets frisch zu bereiten.

Darstellung des Antidotum Arsenici. 100 T. Liquor Ferri sulfurici oxydatiwerden mit 250 T. Wasser verdünnt und hierzu wird unter Umschütteln eine Anreibungvon 15 T. gebrannter Magnesia in 250 T. Wasser gegeben.

Verdünnte Lösungen von Ferrisulfat scheiden infolge hydro-'ytischer Spaltung beim Kochen basische Salze ab. Viel beständigersind, die amethystfarbenen Doppelsalze des Ferrisulfats mit den Alkali-sulfaten, die Eisenalaune, die sich in der Zusammensetzung undKristallform ganz den eigentlichen Alaunen anschließen (S. 382), z. B.KFe(S0 4 ) 2 .12H 2 0, Kaliumeisenalaun, und (NH 4 )Fe(S0 4 ) 2 -12H 2 0, Ferri-ammoniumsulfat oder Eisenammoniumalaun.

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