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1 (1910) Anorganischer Teil
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Natriumchromat, Chromylchlorid.

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Auch der umgekehrte Vorgang vollzieht sich sehr leicht bei der Ein-wirkung von Oxydationsmitteln auf die alkalische Lösung des Chrom-hydroxyds. Versetzt man die Lösung des Chromhydroxyds in Natron-lauge mit Wasserstoffperoxyd oder mit Chlorwasser, so wird sie gelbinfolge der Bildung von Chromatjonen:

2 Cr(ONa) 3 -f 3 0 + H 2 0 = 2 Na a Cr0 4 f 2NaOH.

Wird Gelatine mit Kaliumdichromat imprägniert, so verliert sieunter dem Einfluß des Lichts die Fähigkeit, sich in Wasser zu lösen.Es findet an den belichteten Stellen Reduktion der Chromsäure zuChromoxyd statt, das mit der Gelatine eine unlösliche Verbindung«ingeht. Man benutzt die Chromgelatine zum Lichtdruck, da die mitkaliumdichromathaltiger Gelatine überzogenen und unter einem Ne-gativ belichteten Platten nach dem Auswaschen nur an den belichteten,erhabenen Stellen Druckerschwärze annehmen.

Prüfung. Sowohl beim Kalramchromat als beim Kaliumdichromat wird sichdie Prüfung auf Chloride, Sulfate und Calcium (von der Aufschließung des Chromeisen-steins herrührend) zu erstrecken haben. Die mit Salpetersäure stark angesäuerteLösung (1: 100) darf weder durch Bariumnitrat, noch durch Silbernitrat, und die mitAmmoniak versetzte Lösung darf nicht durch Ammoniumoxalat gefällt werden.

Das Natriumchromat, Na 2 Cr0 4 .• 10H 2 O, das dem Glaubersalzisomorph ist, ist viel leichter löslich als das Kaliumchromat. DasNatriumdichromat, Na 2 Cr 2 0 7 • 2rLO, ist hygroskopisch und zerfließt.an der Luft. Von den sonstigen Chromaten ist noch das in Wasserunlösliche Bleisalz, PbCr0 4 , zu erwähnen, das als Rotbleierz in derNatur vorkommt und als gelber Niederschlag durch Fällung einerBleisalzlösung durch Kaliumchromat oder -dichromat erhalten wird,und. das unter dem Namen Chromgelb als Farbe dient. Wird dasEleichromat mit Kalkwasser erhitzt, so geht es in das rote basischeBleichromaf über: PbCr0 4 • PbO, das als Chromrot oder Chrom-zinnober als Malerfarbe Verwendung findet.

Es sind auch Salze bekannt, die sich von Polychromsäuren ab-leiten, die durch Wasseraustritt aus 3 und 4 Molekeln Chromsäureentstanden sind, z. B. K 2 Cr 3 O )0 , Kaliumtrichromat, und K 2 Cr 4 0 13 , Kalium-tetra Chromat.

Chromylchlorid, Cr0 2 Cl 2 . Denkt man sich in der Chromsäure

Oi'0 2 <^tt die beiden Hydroxyle durch Chlor ersetzt, so gelangt man

zum Chromsäurechlorid oder Chromylchlorid, CrO a Cl 2 , das beimErhitzen eines Chromats mit einem Chlorid und konzentrierterSchwefelsäure als rotbrauner Dampf entweicht:

K 2 Cr 2 0 7 -j- 4KC1 -f 3H 2 S0 4 = 2CrO,Cl g + 3K 2 S0 4 -f 3H 2 0.Es ist eine bei 118° siedende dunkelrote Flüssigkeit von sehr starkerOxydationswirkung. Durch Wasser wird es zu Chromsäure und Salz-säure hydrolysiert:

Cr0 2 Cl 2 + 2H 2 0 = H 2 Cr0 4 + 2HC1.Die Bildung des rotbraunen Chromylchlorids dient in der Analysezur Erkennung von Chloriden neben Bromidcn, da diese beim Er-wärmen mit Kaliumdichromat und Schwefelsäure nur Bromdämpfeentweichen lassen, die sich, in Natronlauge geleitet, entfärben,während Chromylchlorid eine gelbe Chromatlösung gibt.

Die der Chlorsulfonsäure, Cl-S0 2 -OH, entsprechende Chromverbindung Cl-CrOn-OH,das Halbchlorid der Chromsäure, ist nicht bekannt, wohl aber kennt man Saize dieser