394
Analytisches über Chrom.
Säure. Das Kaliumchloroehromat, Gl •Cr0 2 -OK. entsteht beim Kristallisieren von Kalium-dichromat aus stark salzsaurer Lösung. Durch Wasser wird es in Salzsäure und Kalium-dichromat zerlegt.
Ein Chromsulfid läßt sich durch Einwirkung von Schwefelwasserstoff auf eineChromsalzlösung nicht erhalten. Durch Zusammenschmelzen von Chrom und Schwefelentsteht die Verbindung Cr 2 S 3 in grauen, sehr harten, metallglänzenden Kristallen.
Analytisches. Vor dem Lötrohr mit Soda geglüht, geben dieChromiverbindungen eine durch Chromoxyd grün gefärbte Schlacke.Die Phosphorsalzperle färben sie grün. Die Chromoverbindungenkommen infolge ihres leichten Übergangs in Chromiverbindungen fürdie praktische Analyse nicht in Betracht.
Reaktionen der Chromijonen. Die Lösungen sind grün oderviolett. Natronlauge fällt graublaues Chromhydroxyd, im Überschußdes Fällungsmittels löslich zu Cr(ONa) 3 , das durch Kochen wiederzerlegt wird. Ammoniak fällt ebenfalls Chromhydroxyd, das sich imÜberschuß des Ammoniaks nur in geringer Menge mit rötlich-violetterFarbe zu einer komplexen Chrom-Ammoniakverbindung löst, beimKochen der Lösung wird das Hydroxyd vollständig abgeschieden. Am-moniumsulfid fällt kein Chromsulfid, sondern Chromhydroxyd (vgl.das gleiche Verhalten des Aluminiums S. 386). Gibt man zur Lösungeines Chromisalzes Natronlauge und Wasserstoffperoxyd oder Brom-wasser, so wird die violettgrüne Lösung gelb infolge der Bildungvon Natriumchromat. Dieselbe Oxydation findet statt, wenn man eineChromiverbindung mit Soda und Salpeter schmilzt, wobei eine gelbe,chromathaltige Schmelze entsteht.
B.eaktionen der Chromatjonen. Die Lösungen sind gelb oderrot. Säuren färben die gelbe Lösung rot, Laugen die rote gelb (S. 392).Schwefelwasserstoff reduziert in einer mit Salzsäure angesäuertenLösung Chromate zu Chromiverbindungen, die Lösung färbt sichinfolgedessen grün und trübt sich durch Ausscheidung von Schwefel:
K 2 Cr 2 0 7 -f 3H 2 S -|- 8HCl = 2CrCl 3 -j- 2KC1 -[- 3S -f 7H 2 0.Bäriumchlorid fällt gelbes, in Essigsäure unlösliches Barium-chroinat:
BaCl, -f K,Cr0 4 = BaCr0 4 -f 2KCloder Ba" + CrO/' = BaCr0 4 .
Auch aus der Lösung eines Dichromats wird das gelbe Bariumchromatund kein Bariumdiebromat gefällt, was in der geringen Löslichkeitdes Bariumchromats seinen Grund hat. Bleiazetat fällt gelbes, inEssigsäure unlösliches, in Natronlauge lösliches Bleichromat, PbCr0 4 .Silbernitrat fällt rotbraunes, in Salpetersäure und in Ammoniak lös-liches Silberchromat, Ag,Cr0 4 . Wasserstoffperoxyd färbt mit Schwefel-säure angesäuerte Chromatlösung dunkelblau, die blaue Verbindunggeht beim Schütteln der Lösung mit Äther in diesen über (S. 391).
Molybdän, Wolfram, Uran.
Diese drei Elemente zeigen einen noch größeren Wechsel der Wertigkeit, alsdas Chrom. In elementarem Zustande sind sie sämtlich durch sehr große Härte,schwere Schmelzbarkeit und hohes spezifisches Gewicht ausgezeichnet. Ihre Trioxydesind, wie das des Chroms, Säureanhydride, doch nimmt, wie bei den andern Gruppendes periodischen Systems, der saure Charakter mit zunehmendem Atomgewicht ab.