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1 (1910) Anorganischer Teil
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Bor.

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Dian darin eine halbe Stunde lang vierprozentige Essigsäure, gibtetwas Salzsäure zu und leitet Schwefelwasserstoff ein. Über denBleigehalt, der Zinnwaren s. S. 259.

Zur gewichtsanalytischen Bestimmung wird das Blei in Sulfatübergeführt.

Gruppe des Aluminiums.

Bor und Aluminium bilden mit einer Anzahl seltener Elementedie dritte Gruppe des periodischen Systems. Das Bor, als das GliedHut dem niedrigsten Atomgewicht, bildet ein saures Hydroxyd undbesitzt einen ausgeprägt metalloiden Charakter, während sich dasAluminium in seinen Eigenschaften den Metallen anschließt.

Bor, B.

Atomgewicht 11.

Bas Bor zeigt infolge seines metalloiden Charakters und seinerBreiwertigkeit in seinen Verbindungen eine gewisse Ähnlichkeit mitden Elementen der Stickstoffgruppe. In freiem Zustande kommt esm der Natur nicht vor, sondern nur in Verbindung mit Sauerstoff,,entweder als Borsäure, B(OH) 3 , die in vulkanischen Gegenden zu-sammen mit Wasserdämpfen dem Erdboden entströmt, oder in Salzendieser Säure, den Boraten, deren wichtigstes der Borax, Na 2 B 4 O 7 -10H 2 O,ist. Von den sonstigen Boraten sind der Boracit, Mg 3 (BO : .) : j-3B,0 3 -MgCL,und der Borocalcit, CaB 4 0 7 -4H,0, zu erwähnen.

In elementarem Zustande erhält man das Bor durch Einwirkungv on. metallischem Natrium auf Boroxyd in einem zum Glühen er-hitzten Tiegel als braunes, amorphes Pulver, das nicht schmelzbarist, sondern sich bei der Temperatur des elektrischen Lichtbogensohne zu schmelzen verflüchtigt. An der Luft erhitzt, verbrennt esbei etwa 700° mit grünem Licht zu Boroxyd, B,0 3 . Außer diesera morphen Modifikation des Bors kennt man auch eine kristallinische,die entsteht, wenn amorphes Bor mit Aluminium zusammen auf 1500°erhitzt wird. Das Aluminium schmilzt hierbei und löst das Bor auf,das nach dem Erkalten und dem Lösen des Aluminiums in Säurelr i Form metallglänzender schwarzer Blättchen zurückbleibt, die sichdurch sehr große Härte auszeichnen, aber nicht ganz reines Bor dar-stellen, sondern noch etwas Aluminium enthalten. Das spezifischeGewicht des Bors beträgt 2,5. Es tritt in allen seinen Verbindungendreiwertig auf, bildet also die Verbindungen B 2 0 3 , B(OH) 3 , BC1 3 usw.

Mit Wasserstoff verbindet sich das Bor bei der Behandlung von Bormagnesium,S?£3-B_2> das durch Erhitzen von amorphem Bor mit Magnesiumpulver entsteht, mit■-alzsäure. Es bilden sich hierbei zwei gasförmige Verbindungen der Zusammen-setzung B 3 H 3 und BH 3 , doch sind sie nur wenig untersucht.

Verbindungen des Bors mit den Halogenen.

Die Halogene vereinigen sich direkt mit amorphem Bor. Gegen Wasser sinddie Verbindungen, entsprechend dem metalloiden Charakter des Bors, nicht beständig,sondern unterliegen der Hvdrolyse, wobei Borsäure und Halogenwasserstoff ent-stehen, z. B.:

BC1 3 + 3H 2 0 = B(OB) 3 + 3HC1.