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Radium.
brenners rot, sie gleichen denen des Bariums und sind, soweit sieuntersucht sind, mit ihnen isomorph.
Die Verbindungen des Radiums geben nicht nur in Gestalt der dieRadioaktivität bedingenden Strahlen fortgesetzt beträchtliche Mengenvon Energie ab, sondern auch in Form von. Wärme, da sie andauerndeinige Grad wärmer sind als ihre Umgebung. 1 g Radium gibt ineiner Stunde etwa 100 Kalorien ab. Die Quelle dieser Energie liegtin einer immerwährenden, sehr langsamen chemischen Umwandlung,da die Radiumverbindungen unausgesetzt kleine Mengen eines radio-aktiven Gases, der sogenannten „Emanation", abgeben. Dieses Gasist durch flüssige Luft zu einer Flüssigkeit kondensiert worden. Esgelang Ramsay und Soddy 1903 auf spektralanalytischem Wege denNachweis zu führen, daß eine langsame Umwandlung der Emanationin das Element Helium stattfindet. Diese Umwandlung eines Elementsin ein anderes ist von der allergrößten wissenschaftlichen Bedeutung.Wenn man. die Elemente früher auch nicht unbedingt als die letztenGrundstoffe betrachtete, sondern wohl Betrachtungen, darüber anstellte,ob sie sich nicht auf ein gemeinsames Urelement zurückführen lassen,so war doch die Ansicht fest begründet, daß sie für uns unzerlegbarseien und daher ihre Unveränderlichkeit praktisch tatsächlich bestehe(S. 14). Diese Anschauung ist seit der Entdeckung der Umwandlungdes Radiums nicht mehr in vollem Umfange begründet, vielmehr istanzunehmen, daß sich das Radium im Zustande eines langsamen,immerwährenden Zerfalls in andere Elemente befindet. Die chemischund physikalisch wirksamen Strahlen, die es aussendet, die „Radio-aktivität", beruht nach dieser Anschauung auf dem Abschleudernkleinster Teilchen, die nur winzige Bruchstücke der Atome darstellen,der Elektronen, die sich sodann wieder zu Helium verdichten. DenElektronen schreibt man nach physikalischen Überlegungen den2000. Teil der Größe eines Wasserstoffatoms zu. Die Umwandlungdes Radiums in seine Zerfallsprodukte ist indessen nicht mit denuns bekannten chemischen Reaktionen zu vergleichen. Diese sindohne Ausnahme sehr von äußeren Bedingungen, von Temperatur undDruck abhängig, die Umwandlung des Radiums aber wird hierdurchnicht beeinflußt, es hat sich vielmehr feststellen lassen, daß es keinMittel gibt, auf die Geschwindigkeit seines Zerfalls einzuwirken. In-folge ihres freiwilligen Zerfalls in Helium besitzt die Badiumemanationnur eine beschränkte Lebensdauer. Bei diesem Zerfall bilden sichauch feste, radiumähnliche Stoffe, die man als Radium A, Radium B,Radium C usw. unterscheidet, die zum Teil nur als sehr kurzlebigeZerfallsprodukte anzusehen sind. Die enorme Energiemenge, die beidem Zerfall des Radiums frei wird, kann aus der Wärmeentwicklungder Radiumverbindungen berechnet werden. Sie ist von Rutherfordauf den .81/2 millionenfachen Betrag der Energie bestimmt worden, dieaus einer gleichen Gewichtsmenge Knallgas bei der Explosion frei wird.
Die Radiumpräparate senden wenigstens drei verschiedene Artenvon Strahlen aus, die man als a-, ß- und j- Strahlen bezeichnet, und diesich durch ihr Durchdringungsvermögen gegenüber undurchsichtigenGegenständen, durch die Ablenkung, die sie durch den Magneten er-fahren, und durch ihre chemischen Wirkungen unterscheiden. Radium-salze sind selbstleuchtend und erregen phosphoreszierende Stoffe, wieBariumplatincyanür oder Zinkblende (Sidotblen.de), auch Diamanten,