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1 (1910) Anorganischer Teil
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Säuren, Basen und Salze.

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nun aber, daß die Reaktion sich in beiden Fällen nur zwischen denSilber- und Chlorjonen abspielt, daß hingegen die H'-, Na'- und dieN0 S '-Jonen keine Veränderung erfahren, da sie sich auf beiden Seitender Gleichung finden. Wir können sie daher auch fortlassen und er-halten dann für beide Reaktionen die Jonengleichung:

Cl' + Ag' = AgCl.Die ganze analytische Chemie ist auf der Tatsache aufgebaut, daßdie Art der Bindung eines Metalls oder einer Säure für seine Reak-tionen ohne Bedeutung ist. Alle analytischen Reaktionen sindJonenreaktionen.

Die Lösungen, in denen wir als Folge der elektrolytischen Disso-ziation das Vorhandensein von Jonen annehmen, zeigen niemals dasAuftreten freier elektrischer Ladungen, es müssen also stets gleich-viel positive und negative Jonenladungen vorhanden sein, damit dieLösung elektrisch neutral sein kann. Verschwinden bei einerReaktion positive Jonenladungen, so verschwinden ebenso viele nega-tive, und es muß daher in einer Jonengleichung die Differenz zwischenden positiven und negativen Ladungen auf beiden Seiten der Gleichungdieselbe sein.

Die Dissoziationstheorie gibt Aufschluß darüber, daß die Elek-trolyte den Siedepunkt und Gefrierpunkt des Wassers anders beein-flussen als sie nach ihrem Molekulargewicht erwarten lassen. Es istS. 75 auseinandergesetzt worden, daß äquimolekulare Mengen ver-schiedener Substanzen den Siedepunkt eines Lösungsmittels um den-selben Betrag erhöhen und den Gefrierpunkt um denselben Betrag er-niedrigen. Es zeigt sich nun, daß ein Elektrolyt, der in zwei Jonendissoziiert, wie Kaliumchlorid, KCl, auf Siedepunkt und Gefrierpunktdes Wassers die doppelte Wirkung ausübt wie die äquimolekulareMenge eines Nichtelektrolyten, z. B. Zucker. Die Erscheinung findetihre Erklärung durch die Annahme, daß das Kaliumchlorid in seineJonen dissoziiert ist, und daß diese in der Lösung als selbständigeEinzelteilchen auftreten, daß also jedes Jon dieselbe physikalischeWirkung ausübt, wie die Molekel eines nicht dissoziierten Stoffs.

Säuren, Basen und Salze. Bei der Elektrolyse aller Säurenwandern Wasserstoffjonen nach der negativen Elektrode und der Restder Molekel nach der positiven, in der wässerigen Ijösung der Säurensind also Wasserstoffjonen und Säurejonen anzunehmen. So sind dieJonen der Salzsäure, Salpetersäure und Schwefelsäure:Kationen Anionen

H" Cl'

H" NO/

2H' SO/'.

Säuren sind also Verbindungen, deren wässerige Lösung\\ asserstoffjonen enthält, und was wir als charakteristischeSäureeigenschaften kennen, gelernt haben, der saure Geschmack, dieWasserstoffentwicklung bei der Berührung mit Metallen usw., sind dieEigenschaften der Wasserstoffjonen. Schreiben wir die Gleichung fürdie Auflösung des Zinks in Salzsäure

Zn + 2HCl = ZnCL-f PLals Jonengleichung, so lautet sie:

Zn + 2H' + 2Cl' = Zn" -f 2CT -f IL.