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1 (1910) Anorganischer Teil
Entstehung
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Elektrolytische Dissoziation.

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nun, daß sich gleiche Volumen Wasserstoff und Chlor entwickeln(S. 82), d. h. es wird eine gleiche Anzahl Molekeln, bezw. AtomeWasserstoff und Chlor der Lösung entzogen. Es verschwinden alsogenau ebenso viele positive Jonen als negative, und die Lösung bleibtelektrisch neutral. Das ist bei allen Elektrolyten der Fall, stets sinddie an den Elektroden abgeschiedenen Stoffmengen einander chemischäquivalent oder: sie stehen im Verhältnis ihrer Äquivalentgewichte(S. 35). Schaltet man eine Lösung von Kupferchlorid, CuCL, in denStromkreis ein, so scheiden sich für jedes Atom Kupfer zwei AtomeChlor aus. Werden aber verschiedene Elektrolyte hintereinander indenselben Stromkreis eingeschaltet, läßt man z. ß. den Strom erstdurch eine Lösung von Natriumchlorid, dann durch Salzsäure, danndurch eine Lösung von Kupferchlorid gehen, so werden chemischäquivalente Mengen der verschiedenen Elektrolyte zersetzt,d. h. bei der Umwandlung eines Wasserstoffjons in ein unelektrischesWasserstoffatom wird dieselbe Elektrizitätsmenge an die Elektrode ab-gegeben, wie bei der Umwandlung eines Natriumjons in ein Natrium-atom, aber nur halb soviel, wie bei der Umwandlung eines Kupfer-jons in unelektrisches Kupfer. Dasselbe gilt von den negativen Jonen.Die Formel der Schwefelsäure H2SO4 zeigt, daß der Rest S0 4 zwei-wertig ist, das S0 4 -Jon wird also an die Anode die doppelte Elek-trizitätsmenge abgeben wie das Chlorjon. Daraus folgt, daß sämt-liche einwertige Jonen dieselbe elektrische Ladung besitzen, die zwei-wertigen Jonen die doppelte Ladung usw., die Ladungen allerJonen sind für jede Valenz gleich groß. Das Gesetz, daß der-selbe elektrische Strom äquivalente Mengen verschiedener Elektrolytezersetzt, wurde 1833 von Faraday entdeckt. Eine positive Jonen-ladung bezeichnet man durch ', eine negative durch ' und kenn-zeichnet in der Schreibweise die Jonen dadurch, daß man der Formeldes Atoms oder der betreffenden Atomgruppe soviele dieser Zeichenhinzufügt, als ihrer Wertigkeit entspricht. Demnach dissoziieren z. B.die Elektrolyte NaCl, HCl, CuCl 2 , CuS0 4 in die Jonen:Kationen Anionen

Na' Cl'

H - Cl'

Cu" 2C1'

Cu" S0 4 "

Die Theorie der elektrolytischen Dissoziation erklärt, daß das Chlorin der Salzsäure, wie in den Lösungen aller Chloride dieselben Reaktionenzeigt, z. B. die Fällbarkeit durch Silbernitrat, ebenso, daß der Wasser-stoff in allen Säuren dieselben Eigenschaften besitzt. Die wässerigeLösung enthält eben nicht die Molekeln HCl, NaCl usw., sondernKationen und Anionen. Silbernitrat, AgN0 3 , dissoziiert in die JonenAg* und N0 3 ', gibt man daher Silbernitrat zu Salzsäure und zu Natrium-chloridlösung, so vollziehen sich die Reaktionen:

H - +Cl' + Ag' + N(y = AgCl + H' +N0 3 'Na - -f Cl' + Ag" -f N0 3 ' = AgCl -f Na - -f NO/.Jonen existieren nur in wässeriger Lösung, bei der Bildung des Silber-chloridniederschlags tritt zwischen der positiven Ladung des Silber-jons und der negativen des Chlorjons ein Ausgleich ein und es ent-steht die unelektrische Molekel AgCl. Die beiden Gleichungen zeigen