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1 (1910) Anorganischer Teil
Entstehung
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UM

II

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Säuren, Basen und Salze.

I

Die Chlorjonen finden sich auf beiden Seiten der Gleichung, wir könnenalso schreiben: Zn-}-2H' = Zn"4-H 2 .

Man erkennt dann, daß es auf das Anion der Säure gar nicht ankommt,sondern daß die Reaktion darin besteht, daß je zwei Wasserstoffjonenihre elektrische Ladung an ein Atom Zink abgeben, das als zwei-wertiges Zinkjon in Lösung geht.

Es wurde schon früher erwähnt, daß die sauren Eigenschaftender Salzsäure verschwinden, wenn man sie mit Natronlauge versetzt.Fährt man mit dem Zusatz von Natronlauge noch weiter fort, sonimmt die Flüssigkeit Eigenschaften an, die man als alkalisch be-zeichnet. Die am leichtesten wahrnehmbaren dieser Eigenschaftensind laugenhafter Geschmack und die Fähigkeit, roten Lakmusfarb-stoff zu bläuen. Verbindungen, die diese Eigenschaften zeigen, nenntman Basen. Alle löslichen Metallhydroxyde (S. 68) besitzen basischeNatur. Auch die wässerigen Lösungen der Basen sind Leiter des elek-trischen Stroms, und zwar wandert z. B. bei der Elektrolyse der Natron-lauge das Natrium wiederum nach der Kathode, nach der Anode wandertder Rest der Molekel des Natriumhydroxyds, also die Gruppe OH,die aber nur als Jon existenzfähig ist, und sobald sie ihre elektrischeLadung an die Anode abgegeben hat, in Wasser und Sauerstoff zer-fällt: 20H = 1120 + 0 oder, da der Sauerstoff in Gestalt zweiatomigerMolekeln entweicht, richtiger: 40H = 2H 2 0 -4- 0 2 . Ganz ebenso ver-läuft die Elektrolyse aller andern Basen, demnach dissoziiert dasNatriumhydroxyd, NaOH, das Kaliumhydroxyd, KOH, das Calcium-hydroxyd, Ca(OH), (im Kalkwasser), in die Jonen:

Kationen

Anionen

Na-

OH'

iv

OH'

Ca"

2 OH'

Basen sind demnach Verbindungen, deren wässerige Lö-sungen Hydroxyljonen enthalten, und die charakteristischenBaseneigenschaften sind die der Hydroxyljonen. Zu diesen Eigen-schaften gehört es, die sauren Eigenschaften der Wasserstoffjonenzu vernichten, wie umgekehrt die Wasserstoffionen die basischen Eigen-schaften der Hydroxyljonen vernichten. Der Grund hierfür liegt darin,daß Wasserstoffjonen und Hydroxyljonen nicht nebeneinander bestehenkönnen, sondern daß sie sich unter Ausgleich ihrer elektrischen La-dungen zu unelektrischen Wassermolekeln vereinigen:

H'4-OH' = H 2 0.

Mischt man Salzsäure und Natronlauge in dem Verhältnis, daß dieFlüssigkeit weder saure noch alkalische Reaktion zeigt, so sagt man.die Säure ist durch die Lauge und die Lauge ist durch die Säureneutralisiert worden. Hierbei vollzieht sich der Vorgang:

1. NaOH -f HCl = NaCl + H 2 0oder als Jonengleichung

2. Na" + OH' + H" + Cl' = Na' -f Cl' -f H.,0oder einfach 3. 0H' + H" = H 2 0.

Setzen wir an Stelle von Natronlauge Kalilauge und an Steile vonSalzsäure Salpetersäure, so lauten die drei Gleichungen: