Druckschrift 
Grundriss der anorganischen Chemie
Entstehung
Seite
52
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

52

Wasserstoffverbindungen der Halogene.

Sie sind alle starke Säuren. Sie entstehen ent-weder durch direkte Vereinigung - der Halogene,mit Wasserstoff oder aus ihren Salzen durch stärkereSäuren.

Fluorwasserstoff, Flurssäure.

HF. Mol. G. 20. Gasdichte 10.

Darstellung: Aus ihrem Kalksalz, dem FlußspatCaFa, durch Erwärmen mit Schwefelsäure:

CäF-2 + H2SO4 = 2HF + CaS0 4 .

Eigenschaften: Farblose Flüssigkeit, die an derLuft stark raucht und Feuchtigkeit anzieht, leichtlöslich in Wasser, Sdp. 19,4° C. Heftig ätzend.

ChemischesVerhalten:Löst fast alle Metalle, außerBlei, Gold, Platin. Greift Glas an, muß deshalbin Platin-, Blei- oder Kautschukgefäßen aufbewahrtwerden.

Verwendung: Zur Glasätzung. Man bedeckt dasGlas mit einer dünnen Schicht Wachs oder Paraffin,graviert in dieses die Zeichnung ein und läßt dannFlußsäure darauf einwirken. Dann werden die f r e i e nStellen geätzt.

Die Glasätzung mit Flußspat und Schwefelsäure war schon1670 in Nürnberg bekannt.

Chlorwasserstoff.

HCl. Mol. G. 36,5. Gasdichte 18,25.

Entsteht bei der direkten Vereinigung von Chlormit Wasserstoff, langsam im zerstreuten Tageslicht, imdirekten Sonnenlicht unter Explosion (Chlorknallgas).Wasserstoff verbrennt in Chlorgas, und umgekehrt Chlorin Wasserstoff.

Darstellung: Durch Erhitzen von Kochsalz(Chlornatrium) mit Schwefelsäure.NaCl + H2SO4 = HCl+NaHS04.

■ ■-, . ... . , . .

mal