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Mikroskopische und mikrochemische Untersuchung der Harnsedimente : mit 17 Taf. u. 13 Abb.
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Die untere Seite derselben (Basis) ist mehr gewölbt, die anderen dreiFlächen weniger gewölbt oder flach.

Talkum (Tafel XIV) bildet unter dem Mikroskop undeutlichkristallinische Blättchen und deren Bruchstücke mit meist unregel-mäßigem, zerrissenem Bande, die besonders bei der Dunkelfeldbeleuchtungdeutlich hervortreten. Häufig sind Bruchteile zu finden, welche aus dach-ziegelförmig aufeinander gelegten Blättchen mit parallelen Bändernbestehen. In diesem Falle sieht das Talkum dem Cholestearin (s. d.) nichtunähnlich, ist jedoch durch die Unlöslichkeit in Äther sowie durch diemangelnde Jodreaktion von demselben sofort zu unterscheiden.

Dem Vorkommen von Nahrungsresten, Pflanzen-zellen und Muskelfasern muß immer eine große Aufmerksam-keit geschenkt werden und es ist besonders darauf zu achten, wie sie indas Sediment gelangen konnten.

So können sie beispielsweise durch das Hineinspucken in denNachttopf (nach dem Ausspülen des Mundes) hineinkommen oder aberauch durch Fäzes (besonders bei dem Frauenharne). In solchen Fällensind sie freilich für die Diagnose von keiner Wichtigkeit. Anders aber,wenn die Bestandteile der Fäzes infolge einer Kommunikation desDarmes mit der Blase (Blasendarmfistel etc.) in den Harn hinein-gelangten.

Da das Fleisch nur selten vollkommen verdaut wird, so erscheinenfast immer kleine Fleischpartikelchen im Stuhle.

Die Muskelfasern des Fleisches (Tafes XVI) zeigen unterdem Mikroskope mitunter eine deutliche" Querstreifung (quergestreifteMuskelfasern). Wenn sie den Darmkanal noch nicht passierten, er-scheinen sie fast farblos oder hell rötlich, nach der Bassierung des Darm-kanales sind sie durch Gallenfarbstoffe gelb gefärbt. Diese Farbe be-halten sie recht lange.

Neben den Muskelfasern kommen im Stuhle auch Bartikelchen desBindegewebes, bilirubinhaltige (intensiv gelb gefärbte) Eiweißreste,Kaseinflocken, weiter die Elemente der pflanzlichen Nahrung (aus demBrote und Gemüse stammend), wie Epidermisstücke, isolierte Gefäße,Steinzellen, unverdaute Stärke, Haare, Kleberzellen, Spelzenfragmente,ganze Gewebe u. dgl.

Als außerordentlich häufige zufällige Verunreinigungen des Harnes,welche schon einigemal zu groben Irrtümern Veranlassung gaben, be-gegnet man den Siegellacksplitterchen und Kork-partikelchen, welche beide durch unvorsichtiges Offnen derFläscbchen aus dem Verschlusse hineinfallen.

Die Siegellacksplitter (Tafel XIV) sind scharfkantig,durchsichtig, bei den billigen Sorten (Postlack) fast farblos, bei denbesseren Sorten schön violett gefärbt, sie lösen sich nach Zusatz von