Die Eigenschaften der gehärteten Fette.
87
Weitere Vorschläge wurden erstattet von Knapp 1 , Kerr 2 , Schönfeld 3 ,Brunck*, Grimme 5 , Lehmann 6 .
W. Normann und E. Hügel untersuchten eine größere Anzahl für Speise-zwecke hergestellte Fette auf ihren Nickelgehalt 7 . Es wurden je 200 g Fettin einer Quarzsehale verascht; die Asche wurde mit Salzsäure aufgenommen,die Lösung mit Ammoniak übersättigt, vom ausgeschiedenen Niederschlag(Fe, AI, Ca) abfiltriert und eingedampft. Zum Verdampfungsrückstand wurde1 cm 3 TscJmgaeffBch.es Reagens und nötigenfalls Ammoniak zugesetzt; eineeintretende Rosafärbung zeigte Nickel an. Zur quantitativen Bestimmungwurde der Rückstand in 100 cm 3 Wasser gelöst und die Färbung mit einerLösung von Nickelchlorid bekannten Gehalts, der ebenfalls 1 cm 3 des Tschu-gaeffsc\xen Reagens auf 100 cm 3 zugesetzt waren, verglichen. Zur Erzielungeines konstanten Farbentones blieben Untersuclmngs- und Vergleichslösungüber Nacht stehen. Auf diese Weise wurden gefunden in 1 kg gehärtetemBaumwollsamenöls Nickelmengen von 0,02 bis 0,2 mg; in 1 kg gehärtetemPalmkernöl Nickelmengen von 0,01 bis 0;15 mg. — Normann und Hügelführen weiter aus, daß die Nickelgehalte dieser Fette nur Tausendstel der-jenigen ausmachen, welche durch in. Nickelgeschirren hergestellte Speisenin diese gelangen und sich bisher als harmlos erwiesen haben. — Die in tech-nischen Fetten aus Tranen hergestellten von den Verfassern gefundenenNickelmengen bewegen sich in je 1 kg innerhalb 1,2 bis 3,3 mg. Aus Baumwoll-samenöl hergestelltes technisches Fett enthielt pro kg 0,85 mg Nickel 8 .
In großem Maßstabe wird Ricinusöl gehärtet. Das Endprodukt besitzteinen Schmelzpunkt von 80° C und eine Jodzahl 9. Die Hydroxylgruppe istauch in diesem Fette nachweisbar; es ist in Alkohol schwerer löslich als Ricinus-öl, in Petroläther unlöslich. Das Produkt ist hart, spröde und dient in derElektrizitätsindustrie als Isoliermaterial 9 . Nach Gärth läßt sich die Seifedaraus leicht gewinnen, ist unempfindlich gegen Salze ähnlich wie Cocosseife,fest und spröde, aber von geringer Schaumkraft. Von ihm ermittelte Zahleneines hydrogenisierten Ricinusöles sind: Schmelzp. der Fettsäuren 68° C,Schmelzp. des Fettes 70° C, Verseifungszahl 183,5, Jodzahl 4,8, Acetylzahl153,5, Acetylsäurezahl 143,1. Danach würde die Acetylzahl unverändertbleiben 10 ; nach Normann und Hügel sinkt jedoch die Acetylzahl 11 .
1 The Analyst 1913, p. 102.
2 Journ. Ind. Eng. Chem. 1914, Nr. 3.
3 Seifensieder-Zeitung 1914, Nr. 32.
4 Zeitschr. f. angew. Chemie 1914, Nr. 27.
■' Chem. Revue 1913, Nr. 20. 6 Chem.-Ztg. 1914. Nr. 38.
7 Halbmonatsschrift f. d. Margarineindustrie (Düsseldorf 1913), Nr. 17.
s Über den Nachweis gehärteter öle durch Präparation der Arachinsäure mittelsfraktionierter Fällung der Blcisalze siehe H. Kreis und E. Roth, Chem.-Ztg. 1913, S. 81:Zeitschr. f. Unters, d. Nahrungs- und Genußmittel 1913 (25). Ferner W. Normannund E. Hügel, Chem.-Ztg. 1913. S. 815.
9 Auerbach, Chem.-Ztg. 1913, Nr. 30.
10 Seifensieder-Zeitung 1912, Nr. 39 u. 49.
11 Vgl. auch G. Ellis, Journ. Ind. Eng. Chem. 1914 [6], Nr. 2, und Seifensieder-Zeitung1914, Nr. 10. Vgl. weiter Chem. Revue 1912, Nr. 19; Chem.-Ztg. 1913, S. 815.
I