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Der Fetthärtungsprozeß.
nischen Standpunkte aus und stellte den Grundsatz auf, daß die Speise-fette kein Nickel enthalten dürfen, weder im Öle gelöst noch suspendiertes.Prall erklärte, daß Nickel nur dann gelöst werde, wenn die behandelten öleviel freie Fettsäuren enthielten. Jedoch genügt erfahrungsgemäß bereits0,61 Proz. freie Säure, um nachweisbare Nickelmengen zu lösen 1 . Ein Walölmit der letztgenannten Menge an freien Fettsäuren enthielt 0,0045 Proz.Nickeloxyd, ein gehärtetes Sesamöl mit 2,58 Proz. freier Fettsäure ergab0,0060 Proz. Nickeloxyd. Nach Ansicht von Ellis wären Fette mit solchemNickelgehalt nicht tolerierbar 2 . Er verwirft überhaupt für Speisezwecke dieVerwendung von Katalysatoren, die Nickeloxyd darstellen oder solches inmehr als Spuren enthalten, da Nickeloxyd mit Säuren zu Nickelseifen reagiert,was bei Nickel selbst nicht der Fall sei. Die einmal gelösten Nickelseifen seienaber sehr schwer aus dem Fette zu entfernen. Nach Auerbach 3 enthalten diegehärteten Fette nur 2 / 1 000 000 Proz. an Nickel, welche Menge für die Genuß-fähigkeit nicht weiter in Betracht kommt.
Lehmann hat mit sechs Mustern von gehärtetem Baumwollsamen-, Erd-nuß- und Sesamöl Versuche angestellt und Nickelgehalte von nicht mehrals 0,00001 bis 0,0006 Proz. darin gefunden 4 . Solche Mengen hält er auchauf Grund angestellter Versuche an Menschen und Tieren für absolut unschäd-lich. Zu ähnlichen Schlüssen gelangt Ojjerdahl 5 .
Nachweis des Nickels in gehärteten Fetten nach Prall 6 : 100 bis200 g Fett werden in einer Platinschale verascht, indem man das Fett nachund nach in der Schale wegbrennt und den Rückstand glüht. Die Aschewird mit 3 bis 5 cm 3 salzsäurehaltigem Wasser (5 bis 10 Tropfen Salzsäure)aufgenommen, etwas erhitzt, um den größten Teil der überschüssigen Salz-säure zu entfernen, und dann mit Ammoniak übersättigt. Das Ganze bleibteinige Stunden stehen; es scheiden sich Eisen und Aluminium ab und werdendurch Filtrieren entfernt. Das Filtrat wird in einer kleinen Porzellanschalezur Trockne verdampft, und der Rückstand zuerst mit Ammoniak und dannmit alkoholischer Dimethylglyoximlösung betupft. Auch bei sehr geringeiiMengen von Nickel (0,1 bis 0,001 mg) in 100 g Fett soll noch deutliche Rot-färbung auftreten.
Nach den Beobachtungen desselben Experimentators können jedoch auchmanche frisch gepreßten Öle beim Behandeln mit Salzsäure und direkterPrüfung mit Dimethylglyoximlösung und Ammoniak eine Rotfärbung zeigen,wenngleich Nickel darin nicht vorhanden war.
1 Vortrag auf der 11. Hauptvers. d. Nahrungsmittelchem., vgl. Zeitschr. f. Unters.d. Nahrungs- u. Genußmittel in Berlin 1912, Heft 1 u. 2, S. 104.
2 Vortr. in d. New-York Seet. d. Soc. of ehem. Ind. v. 22. November 1912 aus Journ.of Soc. Chem. Ind.; auch Seifensieder-Zeitung 1913, Nr. 6.
3 Chem.-Ztg. 1913, Nr. 30.
4 Chem.-Ztg. 1914, Nr. 38, S. 798.
5 Zeitschr. f. angew. Chemie 1914, Nr. 27.
6 Zeitschr. f. Unters, d. Nahrungs- u. Genußmittcl 1912, Heft 2, und Zeitschr. f.angew. Chemie 1915, Nr. 8 u. 9.