Zweites Kapitel.
Die Reifeerscheinungen von Ei- und Samenzelleund der Befruchtungsprozeß.
1. Die Reifeerscheinungen.
Eier, die noch ein Keimbläschen besitzen, müssen, ehe sie in denmit der Befruchtung beginnenden Entwicklungsprozeß eintreten können,zuvor noch eine Eeihe von Veränderungen — den Reif epro zeß - —durchmachen. Der Reifeprozeß spielt sieh an dem Keimbläschen ab,führt seinen Untergang herbei und endet mit der Bildung der sogenanntenPolzellen. Er beginnt, wie man an geeigneten lebenden Objekten, ankleinen durchsichtigen Eiern wirbelloser Tiere im Zusammenhang ver-folgen kann, damit, daß das große Keimbläschen aus der Mitte desEies weiter an die Oberfläche heranrückt und ein wenig einschrumpft,indem aus seinem Inhalt Kernsaft in den umgebenden Dotter austritt(Fig. 13.4). Die infolgedessen faltig gewordene Kernmembran beginntsich jetzt aufzulösen; auch der Keimfleck —■ oder, wo ihrer zahlreichere
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kb
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Fig. 13. Ausschnitte aus Eiern von Asterias glacialis.
Sie zeigen die Rückbildung des Keimbläschens (kb). In Fig. A beginnt das-selbe zu schrumpfen, indem ein Protoplasmahöcker (x) mit einer Strahlung in seinInneres eindringt und die Membran daselbst auflöst. Der Keimfleck (kf) ist noch deut-lich, aber in zwei Substanzen, Nuclem (nu) und Paranuclein (pn), gesondert.
In Fig. B ist das Keimbläschen (kb) ganz geschrumpft, seine Membran ist auf-gelöst, der Keimfleck (kf) nur noch in kleinen Resten vorhanden, in der Gegend desProtoplasmahöckers der Fig. A ist eine Kernspindel (sp) in Ausbildung Joegriffen.
vorhanden sind, die Keimflecke — zerfallen in kleine Fragmente, diesich nach einiger Zeit ganz der weiteren Beobachtung entziehen. Das Eiist indessen durch die vollständige Rückbildung des Keimbläschens keines-wegs, wie es den Anschein hat, kernlos geworden; es hat nur eine Um-