Die Natur von Ei- und Samenzelle.
17
d) Bei polar differenzierten Eiern kann sich das am animalen
Pole reichlicher vorhandene Protoplasma als Keimscheibe
(Bildungsdotter) schärfer von dem an Deutoplasma reicheren
Abschnitt (Nahrungsdotter) absetzen. Am Bildungsdotter
spielen sich allein die Entwicklungsprozesse ab, während sich
der Nahrungsdotter im ganzen passiv verhält.
'Vi ^' ^ e ~^* er kann man nacn der Art, wie die Reservestoffe in
inrern Protoplasma abgelagert sind, in drei Hauptgruppen einteilen,
wie folgendes Schema lehrt:
I. Isolecithale oder dotterarme Eier mit einer geringen Menge vongleichmäßig im Protoplasma verteilten Reservestoffen. (Am-phioxus, Säugetiere, Mensch.)1A. Telolecithale oder dotterreiche, polar differenzierte Eier.
1. Polar differenzierte (telolecithale) Eier, bei denen animaleund vegetative Eihälfte allmählich ineinander übergehen.(Cyklostomen, Amphibien.)
2. Polar differenzierte Eier, die sich von der vorausgehendenUntergruppe dadurch unterscheiden, daß es bei ihnen nochzu einer schärferen Sonderung in Bildungsdotter (Keim-scheibe) und in Nahrungsdotter, das heißt: in einen bei derEntwicklung aktiven und in einen passiven Teil gekommenist. (Polar differenzierte Eier mit Keimscheibe; Fische, Rep-tilien, Vögel.)
Centrolecithale oder zentral differenzierte Eier mit mittel-ständigem Nahrungsdotter (centrolecithal) und oberflächlichausgebreitetem Bildungsdotter (Keimhaut). (Arthropoden.)
III.
O. Hertwig, Die Elemente der Entwicklungslehre. 5. Aufl.