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Erstes Kapitel.
Eies hervorrufen, wenn man die Porosität der Kalkschale dadurch ver-nichtet, daß man sie mit Öl durchtränkt oder mit Firnis die Poren ver-schließt.
c) Centrolecithale oder zentral differenzierte Eier (Fig. 3).
Beispiele für die dritte Gruppe kommen im Stamme der Wirbel-tiere nirgends vor, lassen sich aber in vielen Klassen der Arthropoden,so bei den Insekten, in reicher Auswahl finden. Auch hier ist eineschärfere Sonderung in einen Bildungsdotter (Fig. 3 b.d) [Vitellusformativus] und einen Nahrungsdotter (n.d) [V. nutritivus] eingetreten;doch ist hier im Gegensatz zu den oben besprochenen, polar differen-zierten Eiern der Wirbeltiere mit Keimscheibe (Fig. 3) der Bildungs-dotter gleichmäßig an der ganzen Oberfläche des Eies angesammelt;er umgibt als eine ringsum geschlossene, gleichmäßig dicke, feinkörnigeRindenschicht den zentral gelegenen Nahrungsdotter. Das Ei ist alsocentral differenziert oder, wie man auch sagen kann, es besitztanstatt eines polständigen einen mittelständigen Nahrungs-dotter.
2. Die Samenfäden (Spermatozoen).
Während die Eier die weitaus größten Zellen des tierischen Körperssind, die zuweilen ganz riesige Dimensionen erreichen, stellen die männ-lichen Geschlechtsprodukte im Gegensatz zu ihnen die allerkleinstenElementarteile dar, die im Tierreich überhaupt beobachtet werden.Infolge ihrer Kleinheit sind sie nur mit stärkeren Vergrößerungen inder Samenflüssigkeit aufzufinden und konnten daher auch erst zu einerZeit entdeckt werden, in der man die Kunst, Vergrößerungsgläser an-zufertigen und zu mikroskopischen Untersuchungen zu verwenden,erlernt hatte. Ihre Geschichte beginnt mit dem Jahre 1677, in welchemein Schüler des berühmten Leeuwenhoek, der Student Hamm in Leiden,bei mikroskopischer Untersuchung der Samenflüssigkeit in ihr die sichlebhaft bewegenden Fäden sah. Er teilte diese Beobachtung seinem aufdem Gebiete der Mikroskopie vielbewanderten Lehrer mit, der sie weiterverfolgte und in mehreren Aufsehen erregenden Schriften veröffentlichte.Da die Entdeckung in eine Zeit fiel, in welcher das Dogma der Prä-formationstheorie (vgl. S. 1) allgemein herrschte, hat sie alsbald zu einerinteressanten wissenschaftlichen Fehde Veranlassung gegeben. Dennmit Rücksicht darauf, daß bei allen höheren Tieren ein neues Geschöpfnur durch die Vereinigung der Zeugungsstoffe eines männlichen undeines weiblichen Individuums entsteht, konnte jetzt die Frage aufge-worfen werden, ob die Eier, wie man früher glaubte, oder die neuent-deckten Samenfäden die präformierten Miniaturanlagen der Tiere sind.Leeuwenhoek selbst regte sofort diese Streitfrage an, indem er dasletztere behauptete und in dem Ei nichts anderes als ein von der Muttergeliefertes Nährmaterial erblicken wollte. Er ließ bei der Befruchtungeinen Samenfaden in das Ei hineindringen und dort den geeigneten Bodenfür sein weiteres Wachstum finden. So entstanden die sich lange Zeitheftig befehdenden Schulen d er Animalculis ten und der Oyistcn. Hierbeiverstieg sich die durch Dogmen voreingenommene Phantasie so weit,daß einzelne Forscher mit starker Vergrößerung an dem Samenfadendie Körperform des späteren Geschöpfes zu erkennen und Kopf, Rumpf,Schwanz und Extremitäten an ihm zu unterscheiden glaubten, ja sogar