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-Die Natur von Ei- und Samenzelle.
a) Isolecithale oder dotterarme Eier (Fig. 5).
Die Eier der ersten Gruppe enthalten nur wenige Reservestoffe, diemehr oder minder gleichmäßig im Eiraum verteilt sind; infolgedessensind sie auch entsprechend klein und zuweilen mit unbewaffnetemAuge überhaupt nicht mehr wahrzunehmen. Unter den Wirbeltierenkommen außer beim Amphioxus nur bei den Säugetieren und dem Men-schen derartige döftefärmc Eier vor, deren Durchmesser hier im Durch-schnitt nur 0,2 mm, beim Menschen sogar nur 0,17 mm beträgt. Infolgeihrer Kleinheit sind sie verhältnismäßig spät, erst im Jahre _18äZ, durchCarl Ernst v. Baf,r e ntdeckt worden; vor ihm hatte man aus eineinübrigens leicht begFeTflichen Irrtum die viel größeren GiiAAFschenBläschen des Eierstockes, in welchen die viel kleineren wahren Eiererst eingeschlossen sind, für die letzteren selbst gehalten. (Man ver-gleiche das spätere Kapitel über die Entwicklung des Eierstockes.) Daskleine Keimbläschen (Fig. 5) besitzt einen einzigen großen Keimfleck.Um den Dotter, der bei manchen Säugetieren trotz der Kleinheit desEies infolge stark glänzender, fetthaltiger Reservestoffe sehr trübe, beianderen dagegen, wie beim Menschen, ganz durchsichtig ist, liegt eineziemlich dicke Hülle, die Zona pellucida, herum; da sie noch innerhalbdes Eierstockes von den Follikelzellen des GRAAFSchen Bläschens aus-geschieden wird, muß sie zu den oben unterschiedenen primären Eihüliengerechnet werden. Bei starker Vergrößerung erscheint sie fein radiärgestreift; sie wird nämlich von zahlreichen Porenkanälehen durchsetzt,in welche, solange das Ei im G-RAAFSchen Bläschen verweilt, feinsteFortsätze der Follikelzellen, wahrscheinlich zum Zweck der Ernährungund des Wachstums des Dotters, eindringen und mit dem Eiplasma ver-schmelzen. Daher bleiben auch 2—3 Lagen von Follikelzellen n ach derEntleerung des Eies aus dem geplatzten GRAAFSchen BläscEen an derOberfläche der Zona pellucida noch längere Zeit haften (Fig. 5); siewerden, da sie mit ihren Längsdurchmessern in radiärer Richtung um dasEi herum angeordnet sind, als seine Corona radiata bezeichnet.
b) Telolecithale oder dotterreiche, polar differenzierte Eier (Fig. 2).
In der zweiten Gruppe haben wir es mit größeren, zuweilen|so-gar mit gewaltig großen Eiern zu tun, deren Umfang durch massen-hafte Aufspeicherung von Reservestoffen hervorgerufen ist. Dabei istdie Ablagerung der Reservestoffe im Ei eine ungleichmäßige derart,^ a ß,j.n, seiner einen Hälfte sich mehr Dcutoplasma, in der anderen da-gegen mehr Protoplasma vorfindet. Da nun dieses im allgemeinenwasserreicher ist und ein geringeres spezifisches Gewicht besitzt alsdie in ihm eingelagerten, aus festerer Substanz bestehenden Reserve-stoffe, suchen derartig organisierte Eier stets eine ganz bestimmte Ruhe-lage im Räume einzunehmen. Die schwerere Kugelhälfte, welche mangewöhnlich wegen ihres größeren Gehaltes an Dottereinschlüssen dievegetative nennt, wird nach abwärts, die leichtere Hälfte, welcheauch die animalc heißt, nach oben gekehrt. Eine Linie, welche dieMittelpunkte der vegetativen und der animalen Kugelhälften verbindetund sich immer lotrecht einstellt, wird als Eiachse, ihre beiden End-punkte werden als animaler und vege I a I i ve r"Pol des Eiej von-einander unterschieden: per Schwerpunkt eines solchen'Flies liegt nichtmehr zentral, sondern ist nach dem vegetativen Pol zu verschoben.