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Handbuch der Homöopathie : mit Benutzung fremder und eigener Erfahrungen nach dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft
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Specielle Therapie.

auf die Knochenhaut erstrecken. Der sogenannte gut'artige Nagelwurm entsteht meist bei skrophulösen Per-sonen, oder auch nach einer leichten Verletzung, besondersdurch Stiche am Rande der Nagelwurzel, wo sich die Ober-haut zu einer Blase erhebt, die mit gelbem, dünnem Eitergefüllt ist. Die Fingerspitze schwillt etwas an, die anfangsunbedeutenden Schmerzen werden klopfend, und de 1 'Eiter entleert sich nach 68 Tagen, worauf baldiger Nach-lass der Beschwerden und Heilung folgt. Bildet sich derEiter unter der Nagelmutter, so veranlasst dieses oitdas Absterben des Nagels, der gewöhnlich, oft aber ver-krüppelt, wieder wächst.

Die Entzündung des unterhäutigen Zellgewebesist die gewöhnliche Form des Wurmes. Sie entsteht nachleichten Verletzungen durch Splitter, Nadeln und durchQuetschung, oft aber auch infolge eines inneren Schärfe-Stoffes (wie man sagt aus heiler Haut). Die Entzündungbeginnt meist in der Beugeseite des Fingers und breitetsich unter stechenden und klopfenden Schmerzen rasch überden Finger aus, der oft um das Dreifache anschwillt undglänzendroth oder bläulichroth erscheint. Das Fieber istdabei oft sehr beträchtlich, auch gesellt sich nicht seltenAppetitlosigkeit hinzu. Nach etwa 810 Tagen öffnet siebdie Haut über dem sogenannten Eiterherde, und unterNachlass der Schmerzen entleert sich ein dicker Eiter undabgestorbenes Zellgewebe (Eiterpflock), worauf die Heilunglangsam erfolgt. Sind die Sehnen und Sehnenscheidender Fingerbeugemuskeln Ausgangsstellen der Entzündung)so wird das Uebel viel bedeutender, der Arm und dieAchseldrüsen schwellen an und die Schmerzen sind uner-träglich, oft ist die Rückseite der Hand blauroth und wieein Kissen angeschwollen. Die Sehnen werden mit er-griffen und sterben ab, und der Finger bleibt unheilbarsteif. Ist die Knochenhaut die Ausgangsstelle derEntzündung, so sind die Schmerzen ganz tief sitzend,bohrend und ungemein heftig, und der Knochen wird baldbrandig; nach Wochen und Monaten erfolgt oft erst dieHeilung, unter Ausstossung der abgestorbenen (nekrotischen]