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Einleitung.
hagen verträgt. Ein. entzündetes Ohr leidet oft nicht denleisesten Schall, während es im gesunden Zustande Zapfen-streiche und Spontinische Opern überwand. Der Fieber-kranke erbricht sich nicht selten von dem blossen Gerücheeiner in gesunden Tagen tassenweise genossenen Fleisch-brühe. Der mit Rheuma Behaftete wittert die geringsteZugluft, die aus einer kaum sichtbaren Thürspalte strömt,während der Gesunde nichts davon wahrnimmt. So schreibtder berühmte Hufeland in seinen ,,klin. medic. Schrif-ten" Bd. 3, Seite 472 : „Es giebt ein Reagens, was feinerist, als die feinsten chemischen Reagentien und das istdas Reagens des lebenden menschlichen Körpers. Das,was wir Reizbarkeit oder Erregbarkeit des Organismusnennen, ist durch eine Menge Einflüsse und Agentien af'fi-cirbar, die für die gewöhnliche Chemie gar keinen Berüh-rungspunkt und folglich auch keine — Existenz haben.Noch höher kann diese Empfänglichkeit steigen, wenn derOrganismus sich im kranken Zustande befindet, und ichbin überzeugt, dass man manchen Kranken, besondersmanchen Nervenkranken, als wahren Mikrometer fürdiese Untersuchung der Natur betrachten und benutzenkönnte und sollte." — Es ist für jeden Einsichtsvollenund Verständigen leicht begreiflich, dass, wo die Reiz-empfänglichkeit ohnehin eine grosse ist, auch der Reiz nurein feiner, schwacher sein darf, um den gewünschten Er-folg zu erzielen.*)
In allen Krankheitszuständen findet auch bei sonst nichtSensitiven eine locale Sensitivität und specifische Reiz-empf anglichkeit, die nicht nach dem Quantum, sondernnach dem Quäle zu bemessen ist, statt, daher denn auchdie, jener Reizempfänglichkeit entsprechenden odischen Ein-flüsse und homöopathischen Arzneipotenzen, welche vonGesunden nicht wahrgenommen werden, eine ausserordent-
*) Bei Gesunden werden daher die für eine erhöhte Reiz-empfänglichkeit berechneten homöopathischen Medicamente keineEmpfindungsveränderung hervorrufen, weil hier die Gesund-heit als Antidot der Arznei auftritt.