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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
Entstehung
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III. Kapitel.

Alkaloide.

Zum Schönsten und Interessantesten in der Pharmakologie gehörtwohl das planmäßige Studium der natürlichen Alkaloide, ihrer Synthesen,die Kenntnis der wirksamen Gruppen und der künstliche Ersatz derAlkaloide. Gerade die kleinen Mengen, in denen ein Alkaloid seineWirksamkeit schon zeigt, sowie die Raschheit und Promptheit derWirkung der Alkaloide haben von jeher diese Verbindungen zu den Lieb-lingsmitteln derjenigen Ärzte erhoben, welche sie zu benützen verstehen.Hierbei gestatten die mannigfaltigen Wirkungen, welche die Alkaloidehaben, eine ungemein ausgebreitete Anwendung auf allen Gebieten derpraktischen Medizin. Ja, in der Hand des Geübten und des Kundigenkönnen die verschiedensten Effekte und oft entgegengesetzte Erschei-nungen durch eine verschiedene Dosierung desselben Mittels erzieltwerden.

Die Chemie hat mehrere Ziele beim Studium der Alkaloide undihres Aufbaues von jeher verfolgt. Das erste Bestreben, die Reindar-stellung der wirksamen Substanzen, war stets von einem anderen be-gleitet , nämlich eine Verbilligung des betreffenden Alkaloids dadurchzu erzielen, daß man möglichst die konstitutionell verwandten Neben-alkaloide in das wertvolle Hauptalkaloid verwandle, oder daß mandie Nebenalkaloide der verschiedenen Drogen ebenfalls in der Medizinzur Verwertung bringe, anderseits war es ein so beachtenswertes Ziel,die Alkaloide entweder synthetisch darzustellen, oder, wenn diesesnicht gelang, durch das Studium der wirksamen Gruppen dahin zukommen, den Alkaloiden an Wirkungen analoge Körper aufzubauen.Neben diesen Bestrebungen machten sich insbesondere in der letztenZeit zwei Richtungen bemerkbar, welche mit mehr oder minder großemErfolg folgendes anstrebten. Die eine Richtung suchte bestimmteschädliche oder unangenehme Eigenschaften gewisser Alkaloide, wieetwa den bitteren Geschmack des Chinins, die leichte Zersetzlichkeitdes Cocains, durch verschiedene Veränderungen zu coupieren, ohnedaß die Grundwirkung des Körpers in irgend einer Weise verändertwürde. Eine andere Richtung, und diese ist die weit erfolgreichere,strebte an, an dem Molekül der bekannten Alkaloide durch Sperren oderOffnen bestimmter Seitenketten, sowie durch bestimmte Veränderungenan den Seitenketten solche Veränderungen in der physiologischen Wirkung