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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Allgemeine Betrachtungen über die Antipyretica.

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der technischen Herstellung billiger. Anders verhält es sich bei derDeckung des Hydroxyls durch Fettsäureradikale, z. B. der Essigsäure.Die Verseifung dieses Esters geht so glatt vor sich und weitaus rascherals der Abbau einer Alkylgruppe, so daß sehr rasch sich das giftigep-Aminophenol bildet. Deshalb sind solche Derivate, in welchen derPhenolhydroxylWasserstoff durch Säureradikale ersetzt ist, immer gif-tiger als die alkylsubstituierten und stehen ihnen daher an Güte beiweitem nach. Der Säurerest an der basischen Gruppe verhält sichchemisch und physiologisch viel resistenter.

Das Ersetzen des zweiten Wasserstoffes in der basischen Gruppe durche m Säureradikal bietet schon aus dem Grunde keinen Vorteil, weil diezweite Säuregruppe schon durch bloßes Wasser leicht abgespalten wird.

Der Ersatz des zweiten Wasserstoffes durch eine Alkylgruppebewirkt eine rauschartige Narkose. Die Körper dieser Reihe habenkeine praktische Verwendung gefunden.

Auch die Entgiftung durch Überführung des Phenetidins in einGrethan zeigt gar keine der einfachen Acetylierung überlegene Wirkung.

Hingegen müssen alle Versuche der Entgiftung durch Einführung eineroäuregruppe, nicht eines Säureradikals, also die Darstellung von Carbon-sauren, Sulfosäure etc., des Phenetidins als gänzlich gegen die pharmako-logischen Grundgesetze verstoßend angesehen werden. Die entsprechenden-ivörper haben sich auch ohne Ausnahme als wirkungslos erwiesen, um so"lehr, als der Organismus aus ihnen kein p-Aminophenol regenerieren kann.

Die Einführung einer zweiten Aminogruppe hat naturgemäß diewttigkeit des Phenacetins erhöht. Der Versuch, ein zweites gedecktes-Hydroxyl x ) einzuführen, ist nicht weiter verfolgt worden.

Wir haben ferner gesehen, daß sich nur vom Benzol oder ChinolinAntipyretica ableiten lassen. Vom Pyridin kann man zu keinem ge-angen, ebensowenig kann man aus anderen Ringsystemen: Diphenyl,^aphthalin und Phenanthren zu antipyretischen Körpern gelangen,^le Punktion des Benzolkerns und des Benzols in der Chinolinbindunglangt von ganz bestimmten Bindungen ab, welche Pyridin, Naphthalinund Phenanthren entbehren.

So sehen wir, daß der praktische Erfolg der so zahlreichen Ver-buche, die erst dargestellten Körper, Antipyrin (Pyramidon) und Phen-cetm, zu verbessern, nur sehr spärlich ist, schon aus dem Grunde,eil nian nicht zu billigeren Körpern gelangen konnte, diese beidentandardpräparate selbst sehr rigorosen Anforderungen an ein Anti-1 yreticum entsprechen und nach keiner Richtung von den zahlreichenananten irgendwie erheblich übertroffen wurden.

JJas Ideal, ein spezifisches Fiebermittel mit starken antineuralgi-ctien Effekten, Wirkung auf Sumpffieber und ohne schädigende Neben-lösung, ist noch zu erreichen, aber um diesen Erfolg zu erringen, müssenneue ^ Ideen und neue Studien über Chinin kommen oder der Zufall,welcher ja eine so große Rolle bei den Entdeckungen und Erfindungenpie t, helfend eingreifen. Die bis nun vorgebrachten Ideen erscheinenJ n _ a ^ßen Variationen erschöpft und müssen neuen Platz machen.

) IJRr.Anm. 13209. Darstellung von Acetylaminodiäthylbrenzcatechin.