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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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IV. Kapitel.

Veränderungen der organischen Substanzen imOrganismus.

Zum Verständnis der physiologischen Wirkung der organischen Sub-stanzen sind die Kenntnisse der physiologisch-chemischen Vorgänge durch-aus notwendig. Sie belehren uns nicht nur über die Veränderung, welchedie wirksamen Substanzen im Organismus erleiden, sondern sie gebenuns vielfach wertvolle Anhaltspunkte für die Darstellung von wenigergiftigen Substanzen. Die dem Organismus zugeführten Arzneimittel(Gifte) werden vorerst in dem Sinne verwandelt, daß sie der Organis-mus durch verschiedenartige chemische Prozesse unschädlich zu machensucht. Die chemischen Vorgänge innerhalb des Organismus beruhenhauptsächlich auf Prozessen oxydativer Natur und auf Reduktions-vorgängen einerseits, andererseits auf Kondensationen und Spaltungenunter Abspaltung, respektive Aufnahme von Wasser. Dazu gesellen sichinsbesondere im Magendarmkanal hydrolytische Spaltungen.

Wollen wir vorerst die Vorgänge im Verdauungstrakt betrachten.Speichel hat auf die wenigsten Arzneimittel wegen der Kürze der Ein-wirkung und weil er nur ein einziges und zwar diastatisches Enzymbesitzt, einen modifizierenden Einfluß. Anders verhält es sich mit demMagen. Vom Magen aus können eine Reihe von wirksamen Körpern zurResorption gelangen. Viele können aber schon im Magen ihre nach-teiligen Nebenwirkungen ausüben und daher richtet sich ein großerleil der Bestrebung der modernen Arzneimittelsynthese darauf, be-kannte wirksame Substanzen in der Weise zu modifizieren, daß sie imagen gar keine Wirkung auszuüben vermögen und von da aus auchit zur Resorption gelangen. Der Magensaft, welcher der Hauptsachewirkt aUS l Sehr verdünnter (0,10,5%) Salzsäure und Pepsin besteht,auR ^ sbeson ders auf Arzneimittel durch die Salzsäure. Dieser kommtW b er .. en den Wirkung, insbesondere auf Basen, noch eine spaltendeung für Acylreste zu, welche Wasserstoff in Aminogruppen sub-i uieren. Eine solche Wirkung kann z. B. der Magensaft beim Lacto-P enm ausüben, während sich die Acetylgruppe im Phenacetin in diesereziehung weitaus resistenter verhält. Pepsin selbst übt auf die ge-rauchlichen Arzneimittel so gut wie gar keine Wirkung aus, kannaber selbst von einer Reihe dieser geschädigt werden. Eine Ester ver-seifende Kraft kommt dem Magensaft nur in geringem Maße zu. Er