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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Theorie der Wirkungen anorganischer Körper.

Beziehungen bestimmt, doch zeigt sich kein Zusammenhang zwischendem Atomgewicht und der Intensität der Wirkung.

Es besteht also nach Blakes Untersuchungen ein Zusammenhangzwischen der molekularen Konstitution der anorganischen Substanzenund ihrer Wirkung, indem die Wertigkeit eines Elementes ein bestim-mender Faktor der biologischen Wirkung ist. Es ist nicht der allge-meine Charakter oder die Intensität der biologischen Wirkung, sondernsozusagen die Ausdehnung derselben, worauf die Wertigkeit des Ele-mentes von Einfluß ist. Mit der Zahl der Valenzen steigt die Zahl derOrgane, auf welche die anorganischen Verbindungen einwirken. DieWirkungen im differenzierten Organismus werden allgemeiner.

Die Mg-Gruppe wirkt auf die Eingeweidenerven, die Ba-Gruppeauf die willkürlichen Muskeln.

Der Einfluß der isomorphen Beziehungen eines Elementes zeigtsich als der für die Wirkung auf belebte Materie bestimmende geradebei jenen Elementen in besonders hervorragender Weise, welche dieÜbergangsglieder zweier isomorpher Gruppen bilden. Sie erzeugenbiologische Wirkungen, welche den von den Elementen der beiden ihnennahe stehenden Gruppen hervorgerufenen ganz nahe sind. Kaliumund Ammonium z.B., welche mit den einwertigen Metallen und ebensomit der Bariumgruppe in isomorpher Beziehung stehen, zeichnen sichdurch ihre Wirkungen auf die Lungencapillaren aus, wie es die Salzeder Xa-Gruppe tun, während sie gleichzeitig die am meisten charak-teristische Reaktion der Salze der Bariumgruppe hervorbringen, indemsie nämlich die Kontraktion der willkürlichen Muskeln noch mehrereMinuten nach dem Tode verursachen. Wenn dasselbe Element Ver-bindungen eingeht, die zwei isomorphen Gruppen angehören, so istdie Wirkung der Salze, die zu den verschiedenen Gruppen gehören,keineswegs die gleiche. Der Unterschied zwischen den biologischenWirkungen der Ferro- oder Ferrisalze ist sehr deutlich. Ferrosalzeaffizieren die Lungencapillaren nicht, Ferrisalze verursachen ihre Kon-traktion. Die ersteren heben die Herztätigkeit auf, die letzteren ver-mehren und verstärken sie. Auf Nervenzentren ist die Wirkung derFerrisalze sehr bestimmt, während die Ferrosalze sie kaum affizieren;die Ferrosalze verzögern oder verhindern die Koagulation des Blutes,während die Ferrisalze sie begünstigen und dieselbe Menge eines Ferri-salzes ist 30 mal giftiger als die eines Ferrosalzes.

Was den Einfluß der elektro-negativen Bestandteile eines Salzes aufseine biologische Wirkung betrifft, so äußert er sich nach Blake gleichsamals Korrelat zu der Regel, daß isomorphe Substanzen zu ähnlichen bio-logischen Wirkungen Veranlassung geben. — Die meisten Verbindungendes elektronegativen Elementes haben keine deutliche biologische Wir-kung. Phosphor und arsenige Säure können in die Blutgefäße in vielgrößeren Mengen eingespritzt werden, als eines der Metallsalze, ohneeine direkte Wirkung auf die Nervenzentren hervorzurufen. Die Tat-sache, daß die pyrophosphorsauren Alkalien viel giftiger sind als diephosphorsauren, ist wahrscheinlich durch Dissoziation der Salze in ver-dünnter wässeriger Lösung veranlaßt, indem die unverbundenen alka-lischen Basen viel stärker wirken als Salze.