Theorie der Wirkungen anorganischer Körper.
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Ausnahme in dem von Mitscherlich aufgefundenen Gesetze, daß denElementen derselben isomorphen Gruppe ähnliche Spektren zukommen.Blake nimmt an, daß die physiologische Wirkung der Elemente aufintramolekularen Schwingungen beruht, welche sich auch im Spektrumäußern. Zwei isomorphe Gruppen, die der Alkalimetalle und die desPhosphors, haben im ganzen außer einer verhältnismäßigen Einfachheitdes Spektrums, nach Blake auch die Eigenschaft gemein, nur periphereNervenzentren, nicht aber cerebrospinale zu affizieren. Der Stickstoff,welcher ein kompliziertes Spektrum besitzt, wirkt dagegen sehr ent-schieden auf die cerebrospinalen Nervenzentren.
Die Einwirkung einwertiger Elemente auf die Lungenkapillaren(Kontraktion derselben beim Durchspritzen) ist nach Blake so spefizisch,daß diese Metalle auch beim Einspritzen in die Arterien noch durchihre Wirkung auf diese Gefäße tödlich sind. Sie zirkulieren durch dieNervenzentren in einem konzentrierteren Zustande als durch die Lunge,und passieren die Körpercapillaren, ohne eine deutliche physiologischeWirkung auszuüben.
Die Salze aller zweiwertigen Elemente gehen durch die Lungen-capillaren durch, ohne eine Kontraktion derselben zu verursachen, setzenaber der Herztätigkeit alsbald ein Ende. In kleineren Mengen eingespritztist die physiologische Wirkung der Salze in der Mg-Gruppe und derBa-Gruppe ganz verschieden. Die ersteren wirken auf das Breehzentrumdirekt oder wahrscheinlich infolge von Reflexwirkung auf den Splanch-nicus, während Salze der Ba-Gruppe auf das Rückenmark einwirken,indem sie Zuckungen der willkürlichen Muskeln noch mehrere Minutennach dem Tode verursachen.
Die Salze der drei- und vierwertigen Metalle wirken hauptsächlichauf das Hemmungs- und vasomotorische Zentrum in der Medulla ob-longata.
Die erzeugten Wirkungen werden durch den elektro-positivenBestandteil des Salzes bestimmt, ändern sich aber nur wenig mit derNatur' des damit verbundenen Säureradikals. Direkt in das Blut ein-geführt, übten die Sulfate, Nitrate, Chloride, Acetate, Arseniate, Phos-phate einer und derselben Base sämtlich die gleiche biologische Wirkungaus, wie Blake behauptet, was aber nicht ganz richtig ist.
Die biologischen Wirkungen der anorganischen Verbindungen sinddurch ihre isomorphen Beziehungen bestimmt, indem alle Stoffe der-selben isomorphen Gruppe analoge Wirkungen ausüben.
Das Atomgewicht eines Elementes ist ein wichtiger Eaktor beiden biologischen Wirkungen und beeinflußt den allgemeinen Charakterderselben, welcher von den isomorphen Beziehungen der Substanzenabhängig ist. Bei Körpern derselben isomorphen Gruppe ist die In-tensität der Wirkungen dem Atomgewicht proportional oder mit anderenWorten, je höher das Atomgewicht eines Elementes ist, um so wenigermuß vorhanden sein, um die der betreffenden isomorphen Gruppeeigentümliche biologische Wirkung zu zeigen. Diese Regel findet jedochnur für die elektropositiven Elemente Anwendung. Bei den Metalloidenund Halogenen ist zwar die biologische Wirkung durch ihre isomorphen