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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Theorie der Wirkungen anorganischer Körper.

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Der Einfluß der Wertigkeit auf die biologische Wirkung der an-organischen Verbindungen ist ähnlich wie beim Molekulargewicht, nursekundär. Er scheint nur die Richtungen, in denen er sich äußert, zubestimmen. Elemente derselben Wertigkeit finden sich in verschiedenenisomorphen Gruppen und können gemäß ihrer isomorphen Beziehungensich durch sehr verschiedene biologische Wirkungen unterscheiden,aber kein einwertiges Element wirkt auf so viele Nervenzentren undOrgane wie ein zweiwertiges und die Wirkung jedes zweiwertigen Ele-mentes ist mehr beschränkt als die der drei- und vierwertigen Elemente 1 ).Nur bei den elektropositiven Elementen ist nach Blake Wertigkeitund Atomgewicht bestimmend für die biologische Wirkung.

Eine Analogie hierfür existiert bei den organischen Verbindungen.0. Schmiedeberg fand, daß die biologische Wirkung der Ester nichtdurch den elektro-negativen Bestandteil beeinflußt wird 2 ).

Man ist zu der Annahme berechtigt, daß in derselben Gruppe vonElementen die Spektra homolog sind; dasselbe findet man bei derbiologischen Wirkung.

Wie schon, oben erwähnt, zeigen die biologischen Wirkungen derElemente nur in zwei Fällen (Kalium- und Stickstoffverbindungen) eineAusnahme, da dieses biologische Verhalten mit den isomorphen Be-ziehungen nicht übereinstimmt 3 ). Dasselbe Verhalten zeigen aber auchdie Spektra. Bei diesen Elementen sind die Spektra von denen deranderen Elemente derselben Gruppe verschieden. Wir kennen dieAbsorptionsspektra der Verbindungen der einwertigen Metalle zu wenig,um der Ausnahmsstellung des Kaliums viel Gewicht beizulegen. DieSpektra des Stickstoffs und seiner Verbindungen aber sind durchausverschieden von den Spektren der anderen Elemente. Nicht nur unter-scheidet sieh der Stickstoff in seinen spektralen Beziehungen gänzlichvon den anderen Elementen, sondern der Einfluß seiner Verbindungenauf die Lichtabsorption zeigt, daß er optisch ein außerordentlich aktivesElement ist; diese optische Aktivität ist nun aber von einer deutlichausgesprochenen biologischen Aktivität begleitet.

Diese interessanten Untersuchungen Blakes haben eine Reihe vonForschern angespornt, dieses Gebiet weiter auszubauen und auch dieBlakeschen Versuche und Theorien kritisch zu beleuchten. Zuerst habenBouchardat und Stewart Cooper 4 ) gezeigt, daß die physiologischeWirkung der Chloride, Bromide und Jodide, in engem Zusammenhangmit ihrem Atomgewicht steht, und das Verhältnis ein solches ist, daßmit dem Anwachsen des Atomgewichtes die Wirkung sich abschwächt.Vergleicht man hingegen die Wirkung der Natriumsalze der Halogene,so ergibt sich die umgekehrte Regel: Fluornatrium ist das giftigste,dann Jodnatrium, Bromnatrium und zum Schluß das ungiftige Chlor-natrium. Rabuteau 4 ) konnte diese Regel für die einwertigen Metalloidebestätigen. Die physiologische Wirkung der zweiwertigen Metalloide

') J. Blake, C. r. IOC. 1250.

2 ) AePP. 20. 201.

;l ) Blake, C. r. 104, 1544, Journ. of physiol. 8, 13.

') L. Brunton, Handb. d. Pharmakol., p. 31. Leipzig 1893.