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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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integerrima (Borbäs) (= H. Sibfrica L. var. integerrima Borbäs). Laubblätter ganzrandig (Puchberg inNiederösterreich). var. densifölia Borbäs. Internodien verkürzt. Laubblätter dichtstehend, aufrecht,eiförmig-lanzettlich, gezähnt, am Grunde keilförmig (Einheimisch in Südeuropa ; auch kultiviert). In Gärtenwerden zahlreiche Formen kultiviert: var. alba Mill. (= var. albitlöra DC, = var. hortensis Pers., = var.candidissima hört.). Kronblätter weiss. Pflanze niedriger als der Typus. Blüten meist gefüllt. var. pur-pürea hört. Kronblätter purpurrot. Blüten meist gefülltDie Heimat von Hesperis matronalis liegt wohl imöstlichen Südeuropa und in Westasien. Als beliebte Gartenzierpflanze auch mit gefüllten rotvioletten undweissen Blüten wurde die Nachtviole schon sehr früh in Kultur genommen; sie wird bereits von Dioskoridesund Plinius erwähnt. In Deutschland wird sie aus der Mitte des 16. Jahrhunderts als Gartenpflanze (violamatronalis) genannt: auch heute fehlt sie selten in den Bauern- und in anderen ländlichen Gärten. Dievioletten, grossen Blüten geben besonders abends einen veilchenähnlichen Wohlgeruch von sich; sie öffnen sichzwischen 7 und 8 Uhr. Nektar wird nur von 2 sehr grossen, den Grund der kurzen Staubfäden umfassenden,fleischigen Honigdrüsen abgeschieden; dieser sammelt sich auf jeder Seite der Blüte zwischen der Basis von dreiStaubblättern.und dem Fruchtknoten. Alle Antheren springen nach innen auf und bestreuen die Narbe von sich ausmit Pollen. Nektarsaugende Insekten bewirken jedoch bei ihrem Besuch regelmässig Fremdbestäubung. NachBorbäs (Mag. Bot. Lapok, Jahrgang I [1902] und II [1903]) sind die in den Blattachseln besonders deroberen Stengelblätter, an der Stelle der Nebenblätter stehenden, ca. 1 mm langen, eilänglichen Gebilde extra-florale Nektarien und sollen (wie auch bei vielen anderen Cruciferen) aus reduzierten Nebenblättern hervor-gegangen sein. Von Missbildungen sind beobachtet worden: Verbänderung des Stengels, laubblattartige Trag-blätter im Blütenstand, Vergrünung der Blüten, Trennung der Fruchtblätter sowie vegetative Durchwachsung derBlüten. Zuweilen entstehen auch Blüten aus der Mitte der getrennten Fruchtblätter und zwar gelegentlich in mehr-facher Wiederholung. Häufig ist mit der Durchwachsung eine Füllung der Blüten verbunden; doch tritt Füllungauch allein auf. Es kann sich dabei entweder um Spaltung der normalen Kronblätter handeln oder aber umNeubildung von miteinander abwechselnden Kronblattkreisen. Ausserdem kommen schwach zygomorphe Blütenvor, bei welchen einzelne Kronblätter symmetrische Einschnitte tragen. Zuweilen tragen die Keimlinge 3 Keim-blätter. Die Laubblätter und Samen von H. matronalis waren früher als Herba et semen Hesperidis s.vi'olae matronalis s. Damascenae offizineil. Ein aus den Samen gepresstes OelRotrepsöl" (engl,: oil,honestey oil; franz.: huile de Julienne) findet in Südeuropa gelegentlich Verwendung. Ebenso dienen die Laub-blätter ab und zu als Futter für Rindvieh und Schafe. H. matronalis steht in Mittelfranken unter Pflanzenschutz.

CCCLXVII. Matthiola 1 ) R. Br. Levkoje. Franz.: Matthiole; engl.: Stock;

ital.: Violacciocca.

Einjährig bis halbstrauchig, von Drüsenhaaren und von ästigen Haaren ± graufilzig.Laubblätter ungeteilt oder fiederteilig, ganzrandig oder gezähnt. Myrosinzellen an das

Leptom der Leitbündel gebunden. Kelchblätterlineal-länglich, hautrandig, aufrecht; die äus-seren gesackt. Kronblätter langgenagelt, kahloder spärlich behaart, violett, purpurn, weissoder gelblichbraun. Staubfäden einfach. Honig-drüsen 4; je eine halbkreisförmig an denAussenseiten der kürzeren^ Staubblätter, gegendie längeren Staubblätter zu einen Fortsatz aus-sendend. Frucht eine lineale, vom Rücken herschwach zusammengedrückte, rundliche, zwei-klappig aufspringende, graufilzige Schote aufkurzen, aufrechten Stielen (Fig. 881 d, h, n).Klappen mit ± deutlichem Mittelnerv; Seiten-nerven undeutlich. Griffel sehr kurz, samt den langen, einander anliegenden Narbenlappenan der Aussenseite hörnchenförmig vorgezogen. Scheidewand derb, mit Fasern; Oberhautzellen

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Fig. 880. Matthiola incana R. Br., kultiviert.Phot. E. R. Pfenninger, München.

1 ) Nach dem italienischen Arzt und Botaniker Pietro Andrea Matthiola, genannt Matthiolus,geb. 1500 zu Siena, gest. 1577 zu Trient, kaiserlicher Leibarzt zu Wien; er schrieb ein Kommentar zu Dioskorides.