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derselben mit zahlreichen, parallelen Teilungswänden. Samen einreihig (Fig. 881 f), flach,mit oder ohne Flügelrand (Fig. 881 o). Keimling Seiten wurzelig. Keimblätter flach.
Die Gattung umfasst ca. 50 Arten, welche das Mittelmeergebiet, Westasien und Zentralasien, Nord-,Ost- und Südafrika, eine Art auch Makaronesien bewohnen. In Europa kommen vor allem M. tristis, M. tricus-pidäta R. Br. und M. sinuäta R. Br. in Betracht'). Einige Arten werden als Heil- und Zierpflanzen kultiviert.Die Gattung Matthiola wurde 1812 von Robert Brown aufgestellt und von Cheiranthus abgetrennt.— Adventivsind beobachtet worden: Matthiola oxyceras DC., aus Griechenland, Nordafrika und Südwestasien(Zeppelinplatz und Dutzendteich bei Nürnberg [1911], Karlsruhe ]1908], Hafen von Mannheim [1906], Badenim Aargau [1909], Langendorf bei Solothurn [hier als Bienenpflanze kultiviert, 1903]); wird zuweilen auch alsZierpflanze kultiviert. — M. bicörnis (Sibth. et Sm.) DC. (= M. oxyceras DC. var. bicornis Conti), ausGriechenland und Kleinasien. Pflanze mit 15 bis 35 cm langen, am Griffel mit 2 hornartigen Anhängseln (Fig. 881 n)versehenen Schoten (Ludwigshafen [1903], Hafen von Mannheim [1901, 1905, 1906], von Murr in Sommer-blumenmischungen in Vorarlberg beobachtet; ausserdem adventiv in Dalmatien und in England). —M. tricus-pidäta R. Br., aus dem Mediterrangebiet. Pflanze mit 3-hörniger, 4 bis 10cm langer Schote (Hafen vonMannheim, 1891 und 1895). — M. sinuäta (L.) R. Br., aus West- und Südeuropa, Algerien, Cypern. Pflanze3 bis 50 cm hoch, krautig, ästig. Untere Laubblätter buchtig, fiederspaltig. Kronblätter rosa. Schoten filzig,drüsig (Hafen von Mannheim, 1892). — M. lfvida (Delile) DC, aus Nordafrika und Südwestasien (Hafenvon Mannheim, 1906).
1. Laubblätter länglich-lanzettlich. Blüten gestielt. Zierpflanze aus dem Mittelmeergebiet.
M. incana nr. 1368.
1*. Laubblätter lineal. Blüten fast sitzend. Südalpen.........M. tristis nr. 1369.
1368. Matthiola incäna R. Br..(= Cheiranthus incanus L., = Ch. ännuus L., = Hesperisvioläria Lam., = Cheiranthus hortensis Lam., = Matthiola Grseca Sweet). Winter-levkoje. Franz.: Giroflee des jardins, giroflee rouge, violier; engl.: Gilliflower, queenstock; ital.: Fior bono, fior bianco, leucoio bianco, violacciocco rosso, v. bianco, violarossa, fior barco. Fig. 880 und Fig. 881 a bis m.
Die Namen decken sich teilweise mit denen vom Goldlak (vgl. pag. 442). Das Wort Levkoje(alemannisch: Lovkoje) ist eine Verdeutschung von Leucoium (vgl. Bd. II, pag. 309). Das griech. lov [ion]bedeutet wohl eine duftende Zierpflanze, wie auch das Volk „Viole. Veigel, Veilchen" für verschiedene angenehmriechende Zierpflanzen gebraucht (vgl. Hesperis matronalis, pag. 467). Viol etten, Vigel etten (Weichseldelta),Viönli (Schweiz), blauer Feigel [im Gegensatz zum „gelben Feigel" = Cheiranthus Cheiri] (Steiermark),S om merfeigel (Kärnten). ZuChilbi [Kirchweih-], Stamme (n)-Nägeli (Schweiz) vgl. Cheiranthus Cheiri(pag. 442). Auf die Herkunft aus dem Süden (und Südwesten) weisen hin Lamberta (aus der Lombardei;vgl. „Lambertsnuss", Bd. III, pag. 74), Stros sburgerli , S trassburger, Basler Nägeli (Schweiz). Aufden zapfenähnlichen Blütenstand werden sich wohl Wiess- oder Maiarappa (St. Gallen) beziehen.
Einjährig bis ausdauernd, 20 bis 80 (100) cm hoch, graufilzig. Wurzel dick,spindelförmig ästig. Sprosse aufrecht, ästig, im unteren Teile verholzend, stielrund, vonästigen Ilaaren (Fig. 881g) und von Drüsenhaaren grau. Untere Laubblätter rosettenförmig,gestielt, schmal-lanzettlich, vorn stumpf, in den Blattstiel allmählich verschmälert; Blattstielam Grunde wenig verbreitert, ganzrandig, von ästigen und von Drüsenhaaren grau. ObereStengelblätter kürzer gestielt oder sitzend. Blüten in lockerer, ziemlich reichblütiger Traubeauf 7 bis 10 mm langen, graubehaarten, aufrecht-abstehenden Stielen. Kelchblätter 11 bis14 mm lang, lineal, weiss- oder violetthautrandig, graubehaart; die äusseren gesackt. Kron-blätter 23 bis 28 mm lang, mit langem, schmalem Nagel; Platte verkehrteiförmig, 7 bis 10 mmbreit, vorn abgerundet, kahl, purpurviolett, rosa oder karminrot, sehr oft auch weiss.Längere Staubblätter 11 bis 12 mm lang. Früchte in verlängerter Fruchttraube auf 10 bis25 mm langen, aufrecht-abstehenden Stielen fast aufrecht oder aufrecht-abstehend (Fig. 881 d),4,5 bis 15 cm lang, graufilzig, rundlich, parallel zur Scheidewand zusammengedrückt, 3 bis
l ) Vgl. hierüber Conti, Pascal. Classification et Distribution des Especes Europeennes du genreMatthiola. Bulletin de l'Herbier Boissier Bd. V (1897) und die Monographie desselben Autors in Mem. Herb,Boissier nr. 18/a (1900).