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Stufe; nur auf kalkreichen Unterlagen. Ursprünglich einzig in Oesterreich in Mährenund in Niederösterreich.
In Deutschland selten verwildert: An der Moselweisser Flesche bei Coblenz, im Hafen vonMannheim (1901), bei Berlin (1859). in Anhalt (Burg Askania bei Aschersleben), mehrmals im nordostdeutschenFlachland sowie in Schlesien bei Schweidnitz. — In Oesterreich spontan einzig in Mähren (Branowitz, Muschau,Pollauer Berge, Nikolsburg, Dürnholz, Grussbach, Znaim, Göding, Ungarisch-Hradisch) und in Niederösterreich(zerstreut im Gebiete der pannonischen Flora, westlich bis Seebarn, Wolkersdorf und bis zu den Abhängendes Wienerwaldes, bei Ernstbrunn); sonst selten verwildert in Böhmen, Mähren und Niederösterreich. — Fehltin der Schweiz.
Allgemeine Verbreitung: Donauländer (von Niederösterreich an östlich),Galizien, Südrussland.
Hesperis tristis gehört dem pannonisch-pontischen Element an. In Mähren und in Niederösterreich bewohntdie Art die Ausläufer der Steppe. Auf den sonnigen Hängen der Pollauer Berge bei Nikolsburg erscheint sie im Festu-cetum Vallesiäcae zusammen mit Festuca glauca, Carex supina, Allium montanum, Iris pumila, Alyssummontanum und A. saxatile, Sempervivum soboliferum, Dictamnus albus, Seseli Beckii, Teucrium Botrys,Scorzonera Austriaca usw. In der ungarischen Tiefebene tritt die Art auf sandig-humosem Boden inder Andropogon Gryllus- und A. Ischaemumsteppe auf, dann auch in lichten, trockenen Gebüschen von Quercuspubescens und Qu. sessiliflora. — Die schmutzig-grüngelben Kronblätter sind von einem Netze von zarten,schmutzig-graugrünfarbenen Adern durchzogen und stechen daher trotz ihrer Grösse (Platte 14 bis 20 mm langund 3 bis S'/imm breit) nur wenig von den grünen Teilen der Pflanze ab. Bei Tage duften sie unmerklichund erhalten dann auch kaum Insektenbesuch. Abends dagegen verbreiten sie einen kräftigen, hyazinthen-artigen Wohlgeruch und kennzeichnen sich dadurch als Nachtfalterblumen. Die II bis 15 mm langen Kelch-blätter, die in ihrem unteren Teile schwach nach auswärts gebogen sind, dagegen oberwärts dicht zusammen-schliessen, halten auch die Nägel der Kronblätter fest zusammen, so dass zu Beginn der Blütezeit lediglichzwei seitliche, enge, nur für den Schmetterllngsrüssel bequeme Honiggänge offen bleiben. Die Narbe steht anfangs1 bis 2 mm tiefer als die Antheren der langen Staubblätter und ist in diesem Stadium vermöge ihrer seitlichvorspringenden Lappen von der Seite der kurzen Staubblätter her der Fremdbestäubung zugänglich; später rücktsie zufolge der Streckung des Fruchtknotens zwischen den langen Staubblättern in die Höhe und bestreuen sichdabei mit dem Pollen der eigenen Blüte. Gleich wie aus den Samen von H. matronalis, wird auch aus denenvon Hesperis tristis ein Oel gepresst, welches das Rapsöl an Güte übertreffen soll. Ab und zu wird diese Nacht-viole als Gartenzierpflanze kultiviert.
1367. Hesperis matronalis 1 ) L. (= Deilosma matronalis Beck, = Hesperis inodora L.c) suaveolens Schur). Gemeine Nachtviole, Frauenviole, Matronenblume. Franz.:Giroflee des dames, violette de damas, cassolette, beurree, julienne, girard; engl.: Queen'sgilliflowers, damask, dame's violet; ital.: Viola matronale, violacciocco svizzero, violaccioccoforestiero, Antoniana. Taf. 125, Fig. 14; Taf. 138, Fig. 4 und Fig. 8/9e bis i.
Viele Volksnamen dieser Zierpflanze sind nach dem Lateinischen (vi'ola. flos matronalis) gebildet:Flassminernälen (Oldenburg), Vij61(e) maternaol(e) (Altmark, Westfalen), Viule matriale (Aachen),Mutternale (Nahegebiet), Mutterblume (Nassau), Mutter veigela (Schwäbische Alb), Matronal-feigel (Kärnten). Weil die Pflanze besonders bei Nacht duftet, heisst sie Nach t vi (g) ö I k en (Nordwest!.Deutschland), Nachtfeigl (Nordböhmen), Nachtschatten (Anhalt, Westböhmen). Wohl nach den damast-glänzenden Blüten nennt man die Nachtviole: Damaste (Ostfriesland), Damaschke (Weichseldelta) unddaraus entstellt Medas chke (Westpreussen). Zu P fingst-Nägeli, -Veiali vgl. Cheiranthus Cheiri, pag. 442.Andere Namen sind schliesslich noch Flieren, Paddeflören (Nordwestl. Deutschland), Pa ra deis blum en(Braunschweig).
Pflanze zweijährig bis ausdauernd, 40 bis 80 (in der Kultur bis 100) cm hoch. Wurzelspindelförmig, ästig. Stengel aufrecht, einfach oder meist ästig, stielrund, kahl oder mit ein-fachen oder kurzästigen Haaren (Fig. 8/9 f, g) besetzt. Laubblätter eiförmig bis lanzettlich, vonunten nach oben schmäler werdend, lang zugespitzt, ± deutlich gezähnt oder fast ganzrandig,kahl oder meist beidseitig + reichlich behaart; die untersten kurz gestielt, die übrigen amGrunde oft mit 2 ca. 1 mm langen, eilänglichen, drüsenartigen, gelblichen Körpern. Blüten in
') Vom lat. matröna == Frau; matronalis = einer Frau gehörig, Frauen-