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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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schwarze Thayaebene von Sokolnitz über Mönitz. Lautschitz, Nusslau, Nikoltschitz, Auspitz, bei Klobouk.Czeitsch, Kobyli und Bofetitz, Grumvif, von Saitz nach Pulgram; in Steiermark angeblich bei Steinbrück; inTirol bei Bozen (1910). In der Schweiz bei Basel (1915), bei Küblis (Graubünden), bei Bern im Grauholz(1903) und bei Ostermundingen, bei Genf (1876).

Allgemeine Verbreitung: Osteuropa; Südwestasien.

Der schnabelartige, backig gekrümmte, bleibende Fruchtschnabel unterstützt in günstiger Weise diezoochore Verbreitung. E. Syriacum ist in Europa eine der ältesten Adventivpflanzen.

CCCLXVL Hesperis 1 ) L. Nachtviole. Franz.: Julienne; engl.: Hesperis,

dames violet; ital.: Esperide.

Zwei- bis mehrjährige Kräuter. Wurzel spindelförmig. Stengel aufrecht. Laub-blätter ungeteilt oder fiederspaltig. Haare einfach oder ästig; Drüsenhaare vorhandenoder fehlend. Myrosinzellen chlorophyllfrei, an das Leptom der Leitbündel gebunden.Kelchblätter aufrecht; die äusseren am Grunde gesackt. Kronblätter lang genagelt, lila-violett,weiss oder gelblichgrün mit dunklerem Adernetz. Staubfäden einfach. Honigdrüsen 2,den Grund der kürzeren Staubblätter ringförmig umfassend, nach aussen dreilappig, inneneingebuchtet. Schoten lineal, in den Griffel zugespitzt, von den Seiten her ± stark zu-sammengedrückt, durch die Samen ± höckerig, zweiklappig aufspringend. Klappen flachoder gewölbt (Fig. 879h), mit deutlichem Mittelnerv und mit ± deutlichen Seitennerven.Scheidewand zart, ohne Fasern (Fig. 879 i); Oberhautzellen mit zahlreichen, parallelenTeilungswänden. Griffel sehr kurz. Narbe tief zweilappig; Lappen einander anliegend.Samen einreihig, länglich, matt, braun. Keimling rückenwurzelig (ausnahmsweise auchseitenwurzelig); Keimblätter flach.

Die Gattung umfasst 24 über Europa, Kleinasien, Persien, Sibirien verbreitete Arten. Die nächstenverwandtschaftlichen Beziehungen bestehen zu den Gattungen Cheiranthus, Malcolmia und Matthiola, Jodänthus,Claüsia und Pärrya. Einige Arten werden als Zierpflanzen kultiviert, so ausser H. matronalis L., H. matronalissubsp. silvestris (Crantz) und H. tristis L. noch H. violäcea Boissier aus Kleinasien, eine niedrige, von Grundan verzweigte Staude mit kurz weichhaarigen, rosettigen, länglichen, stumpflichen Grundblättern, mit lanzettlichen,spitzen Stengelblättern und mit drüsigen Schoten. Adventiv sind beobachtet worden: Hesperis glutinösaVisiani. Heimat: Ulyrische Länder, Abruzzen. Untere Laubblätter buchtig-fiederspaltig. Blütenstiel kurz.Schoten drüsig-flaumig (Bei Ludwigshafen a. Rh.). H. bicuspidäta Willd., aus Armenien. In Holland(Deventer) beobachtet.

Sehr nahe verwandt mit den Gattungen Cheiranthus und Hesperis ist Malcolmia maritima (L.) R.Br. (= Wilckia maritima Scop., = Cheiranthus maritimus L., = Hesperis maritima L.). Pflanze ein- oderzweijährig, bis 40 cm hoch. Stengel ästig. Laubblätter verkehrt-eilanzettlich bis lanzettlich, stumpf; die unterenin einen kurzen Stiel verschmälert, die oberen sitzend, reichlich ästig behaart. Myrosinzellen chlorophyllfrei,an das Leptom der Leitbündel gebunden. Kelchblätter aufrecht; die äusseren undeutlich gesackt. Kronblätterlanggenagelt. Platte vorn gestutzt oder ausgerandet, violett. Honigdrüsen 4; je eine zu den Seiten der kürzerenStaubblätter. Frucht eine lineale, runde, sternhaarige Schote mit 3-nervigen Klappen und mit derber, faserigerScheidewand. Oberhautzellen der Klappen mit zahlreichen, parallelen Teilungswänden versehen. Samen 2-reihig,länglich, im Querschnitt rund. Keimblätter flach; Keimling rückenwurzelig. Diese Art wird ab und zu alsZierpflanze kultiviert (häufig in Sommerblumenmischungen) und kommt nicht selten auf Lagerplätzen, in Hafen-anlagen, in Wiesen auch adventiv vor, so im Hafen von Mannheim (1894), bei Nürnberg (1909, 1910), Tössbei Winterthur (1900), Küssnacht bei Zürich (1909), in Zürich (1900, 1903), bei Reigoldswil in Baselland (1909),bei Bouveret, Genf (1878/79) und Biel (1913). Adventiv auch in England, Holland, Westaustralien und auf Neu-Zealand. Heimat: Oestliches Südeuropa. Aendert ab: f. typica F. Zimmermann. Kronblätter rötlich violett. f. alba hört. Kronblätter weiss. f. versi'color F. Zimmermann. Kronblätter beim Aufblühen gelblich-weiss, später rot. f. integrif öli a F. Zimmermann. Laubblätter ganz wenig oder schwach gezähnelt.f. denticulata F. Zimmermann. Laubblätter fast buchtig gezähnt. Der Fruchtknoten weist zwei Reihenvon abstehenden, starren, spitzen Börstchen auf, welche nach Kerner den Insektenrüssel verhindern, einenandern Weg zum Nektar einzuschlagen als denjenigen, bei welchem der Rüssel und der Kopf die pollen-bedeckten Antheren und die Narbe streifen müssen. Die Pflanze ist nach Hildebrand selbstfertil.

') Vom griech. Sönegig [hesperis] = abendlich; die Pflanze duftet besonders am Abend stark.