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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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CCCLXV. Euclidium 1 ) R. Br. (= Soria 2 ) Adanson, = Hierochdntis Medikus,= Ornithorhynchium Röhl). Schnabelschötchen.

Die Gattung ist monotypisch und umfasst einzig die folgende Art.

1365. Euclidium Syrfacum (L.) R. Br. (= Soria Syriaca üesv., = Anastatica Syriaca L.,= A. hierochiintica Crantz, = Mvagrum Syriacum Crantz, = M. postratum Scop., = BiiniasSyrica Gärtn., = Ornithorhynchium Syriacum Röhl.). Syrisches Schnabelschötchen.

Tafel 125, Fig. 38 und Fig. 878 d bis h.

Einjährig, 20 bis 35 cm hoch. Wurzel spindelförmig. Stengel aufrecht, reichlichverzweigt, kantig, mit einfachen und mit 2-schenkeligen Haaren + reichlich besetzt. UntereLaubblätter länglich-verkehrt bis eiförmig-stumpf-lich, in den Blattstiel verschmälert, kurz undeutlichgezähnt, beidseitig mit 2-schenkeligen, seltenermit einfachen Haaren ± reichlich besetzt. ObereLaubblätter länglich-lanzettlich, spitzlich, in denBlattgrund verschmälert. Myrosinzellen im Me-sophyll. Blüten in dichter Traube auf dicken,aufrechten, 0,8 bis 1 mm langen, behaarten Stielen.Kelchblätter eiförmig, weisshautrandig, ± reich-lich behaart, oft violett überlaufen, 0,8 mm lang,nicht gesackt. Kronblätter schmal-lanzettlich,vorn abgerundet, am Grunde 1 bis 1,2 mm lang,in den Nagel verschmälert, weiss. Staubfädeneinfach, am Grunde verbreitert, frei; längereStaubblätter 1mm lang. Honigdrüsen 4; je eineseitlich am Grunde der kürzeren Staubblätter.Früchte (Fig. 878 e) in stark verlängerter Traubeauf 1 bis 2 mm langen, aufrechten, nach vornverdickten Stielen aufrecht, 3 bis 4 mm lang,schief eiförmig oder kugelig, 2-fächerig, nichtaufspringend, behaart. Klappen wenig gewölbt;Fächer 1- bis 2-samig. Scheidewand derb mitdurch zahlreiche, parallele Scheidewände geteiltenOberhautzellen. Griffel ca. 2 mm lang, kegelförmig, gekrümmt, behaart; Narbe flach.Samen breit-elliptisch, 1,2 mm lang, einseitig umrandet, glatt, hellbraun (Fig. 878 b, g, h).Keimling seiten- oder verschoben rückenwurzelig. V.

Zerstreut und unbeständig auf Weiden, an Wegrändern, auf Schuttanhäufungen,in Kiesgruben der Ebene. Meist nur eingeschleppt, selten auch eingebürgert. Ursprünglichvielleicht einzig in Südmähren.

In Deutschland selten und vereinzelt: in Bayern bei Mering (früher), Südbahnhof München(früher), Passau, Ludwigshafen (1901 bis 1905), Germersheim (1912); bei Freiburg im Breisgau, in Berlin (1868),Hamburg (1885), bei Eberswalde (1864 bis 1865), im nordostdeutschen Flachland mehrfach, so u. a. beiDanzig(Neufahrwasser). In Oesterreich hie und da in Niederösterreich im Gebiete der pannonischen Flora (imPrater von Wien angeblich bei der Belagerung von Wien durch die Türken auf Lagerplätzen daselbst zuerstaufgetreten), in Südmähren (Rand der Sandsteinzone des Steinitzer Waldes und des Marsgebirges gegen die

') Vom griech. E'ö [eu] = wohl, gut und nXeta [klefo] = schliessen, verschliessen.*) Vom griech. aOQÖg [sorös] = Gefäss, Behältnis (Urne!) oder angeblich auch benannt nach Soria,einer spanischen Provinz (in Altkastilien).

Fig. 878. Braya alpina Sternb. et Hoppe, a Habitus

(^3 natürl. Grösse), b Blüte, c Frucht aufspringend.

Euclidium Syriacum (L.) R. Br. d Habitus (!/8natürl.

Grösse), e Frucht, f, g, h Samen.