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Ausdauernd, 5 bis 15 cm hoch. Wurzel ziemlich dick, spindelförmig, gelbbraun.Sprosse ziemlich zahlreich, aufrecht oder aufsteigend, in sterile oder in stengeltragendeBlattrosetten endigend, von den Resten der abgestorbenen Laubblätter ± dicht bedeckt.Stengel einzeln oder zahlreich, aufrecht, einfach oder im oberen Teile ästig, mit 2- und3-ästigen, angedrückten Haaren locker besetzt, rotviolett überlaufen. Laubblätter der Ro-setten schmal-spatelförmig bis fast lineal, stumpf-lich, in den ziemlich langen, durch abstehendeBorstenhaare bewimperten Stiel verschmälert,ganzrandig oder spärlich, undeutlich gezähnt,kahl oder spärlich mit angedrückten, 2- (seltener 3-)ästigen Haaren besetzt. Myrosinzellen chlorophyll-führend, im Mesophyll der Laubblätter. Stengel-blätter lineal, ungestielt. Blüten in armblütigerTraube auf 1,5 bis 2 mm langen, behaarten Stielen.Kelchblätter 2 bis 2,5 mm lang, eiförmig-länglich,weisshautrandig, ungesackt, locker behaart oderkahl, grün oder rotviolett überlaufen, bis zurFruchtreife erhalten bleibend. Kronblätter keil-förmig-verkehrt-herzförmig (Fig. 878 b), 3 bis4 mm lang, weiss, später (in getrocknetem Zu-stande) violett. Staubfäden einfach, frei; längereStaubblätter ca. 2,5 mm lang. Schoten (Fig. 878 c)in verlängerter Traube auf 3,5 bis 4 mm langen,aufrechten Stielen aufrecht, lineal, 7,5 bis 11 mmlang; Klappen wenig gewölbt, ± reichlich be-haart, verkahlend, netzaderig, mit deutlichemMittelnerv. Scheidewand mit Faserschicht; Ober-hautzellen parallel, mit dicken Querwänden. Griffel0,2 bis 0,3 mm lang. Narbe undeutlich 2-lappig. Samen einreihig oder undeutlich 2-reihig, rund-lich eiförmig, 1,2 mm lang, glatt, hellbraun. Keimling rückenwurzelig. Keimblätter flach. — VII.
Sehr selten und zerstreut an sonnigen, ziemlich trockenen Hängen, im Schutt, aufsandigen Moränen; von der subalpinen bis zur nivalen Stufe der Alpen. Einzig in O est er-reich. Auf Kalk und Glimmerschiefer.
In O ester reich in Kärnten am Trammergletscher in der Wurten, Gamsgrube, unterhalb derFranz Josefshöhe, Leiter bei Heiligenblut; in TiroL am Solstein (am Aufstieg von der Schoberwaldalpe aus[hier zuerst von Heufler und Ferdinand Baron Giovanelli 1836 entdeckt; im „Krenach" nach Murrnicht sehr selten), im Sondergrund im Zillertal, auf der Brenneralpe, Putsch (an der Wildkreutzspitze. Finster-stern, Rottenkogel bei Windischmatrei, Kais (Alpe Palberg, Figershorn, Valedischnitz, Alnex in Kais, Leitertal).— Fehlt in Deutschland und in der Schweiz.
AllgemeineVerbreitung: Europa (in Skandinavien von Porsanger bis Beierenund Lule Lappland [in Schweden in Lappmarken], Ostalpen).
Braya alpina gehört dem arktisch-alpinen Element an. In den Ostalpen wird die ziemlich unscheinbarePflanze aus der Schuttflur, aus der Moränenflur, aus dem Caricetum fi'rmae und aus Beständen von Sesleriacaerulea erwähnt; auch in Gesellschaft von Gentiana nana und Carex rupestris kommt die Pflanze gelegentlichvor. Nach Kern er werden wie bei Malcolmia die Insekten durch zwei Gruppen aufrecht-abstehender, starrer,spitzer, auf dem Fruchtknoten sitzender Börstchen auf den Weg zum Nektar hingewiesen, wobei sie mit dem Rüsselund dem Kopf die pollenbedeckten Antheren streifen müssen. Die Blüten sind ausgesprochen proterogyn. —Braya alpina ist ein „Wintersteher".
Fig. 877- ATy ssoi d esut ric ul atu m (L.) Medikus, imWallis. Phot. Dr. H. Garns, Zürich.