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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Pusarnitz, durchs Mölltal bis Winklern, bei Greifenburg, bei Villach; in Krain einzig in Oberkrain an der Bahn-linie Wocheiner-Feistritz im Wocheinertal; in Tirol ziemlich verbreitet, nicht angegeben aus dem Lech- undLoisachgebiet, Ober- und Unterinntal, Kitzbühel, Fassa, Fleims und Primör, Riva und Rovereto. in derSchweiz selten und meist unbeständig, so in Graubünden bei Stürvis, zwischen Samaden und Pontresina,zwischen Spineo und Poschiavo, bei Buchs und Rheineck im Rheintal, bei Diessenhofen (1907), Frauenfeld,Fellmis-Wald, 950 m (1892), Kempttal-Töss (1916), Hinwil, Oberrieden bei Zürich, in Zürich eingebürgert,bei Brunnen (1907), Meggen bei Luzern, Zofingen, Aarau, Gelterkinden, Liestal, Basel, Solothurn, Langendorf,St. Nikolaus, bei Rolle (1871 auf dem Waffenplatze; hier wohl aus dem für die Pferde der Bourbakiarmee ver-wendeten, ungarischen Hafer hervorgegangen), Gletsch, Sembrancher-Orsieres, Niouc, bei Saxon, Martigny(Arbarey), Conthey, Rhonedämme im Kanton Waadt, Yverdon, Hauterive, Morges, Orbe, Areusemündung,Valeyres, Convent, Genf, im Tessin (Val Onsernone).

Allgemeine Verbreitung: Mittel-, Ost- und Nordeuropa (im Norden auf Islandund im nördlichen Fennoskandinavien fehlend); Westasien, Sibirien bis zum Baikalsee; in Eng-land, in den Niederlanden, in Belgien und im östlichen Frankreich stellenweise eingebürgert.

Aendert sehr wenig ab: var. viridis (Tausch) O. K. Pflanze weniger reichlich behaart, daher grün(Schattenform; besonders an feuchten oder frischen Standorten).

Berteroa incana ist dem eurosibirischen Element zuzuzählen, hat aber in einem grossen Teil vonMitteleuropa ganz den Charakter einesArchaeophyten". An vielen Stellen ist die Art erst in jüngster Zeit längs den Eisenbahnen eingewandert; in den Gebirgsgegenden fehlt sie noch heute fast vollständig.Immerhin scheint sie wie Alyssum Alyssoides (pag. 448) im letzten Jahrhundert an Boden stark gewonnen zu haben.Aus dem Harz erwähnt sie Thal alsThlaspi Matthioli tertium bereits 1577 von natürlichen Standorten.Neuerdings wird B. incana häufig mit Luzerne und Rotklee eingeschleppt; sie gilt geradezu als Provenienz-unkraut für russischen Rotklee. Nach Schkuhr soll das Kraut ein gutes Schaffutter liefern. An natürlichenStandorten findet sie sich in Avena pubescens-Beständen (so nach Fax in der mittelschlesischen Ackerzone),an den Ostabhängen der niederösterreichischen Gebirge in den pontischen Trockenwiesen vom Charakter desStipetum pennätae zusammen mit Stipa capillata, Andropogon Ischaemum, Avenastrum pratense, Melica ciliata,Poa Badensis, Carex nitida und C. humilis, Iris pumila, Allium fiavum, Erysimum canescens, Tunica saxifraga,Eryngium campestre, Seseli div. spec, Inula ensifolia, Centaurea Rhenana usw. Ueber die Begleitpfianzen aufFeldern im südlichen Mähren vgl. Anthemis Austriaca Bd. VI, pag. 539, auf Lupinenfeldern bei Göding vgl.Anthemis Ruthenica Bd. VI, pag. 543. Die Staubbeutel der langen Staubblätter überragen die Narbe um eingeringes und vollführen nach dem Aufblühen eine Drehung um 90° nach aussen. Die 4 Honigdrüsen liegen jezu zweien an dem inneren Grunde der kurzen Staubfäden. Der Zahn der kurzen Staubfäden teilt jeden derbeiden seitlichen Blütengänge am Grunde nochmals in 2 Hälften, so dass das besuchende Insekt genötigt ist, seinenKörper mehrmals auf- und niederzubeugen, dann gleichzeitig die Bestäubung vollziehend. Durch Krümmungder Antheren der langen Staubblätter kann auch eine spontane Selbstbestäubung erfolgen. Eine Verbänderungdes Stengels wird bei Berteroa incana häufig beobachtet, ebenso eine Vergrünung der Blüten, ferner Teilung derFruchtblätter, Durchwachsung der Blüten, Füllung der Blüten, sowie gelegentliches Auftreten von 4 Fruchtblättern.

CCCLXIII. Alyssoides 1 ) Adanson (= Vesicäria 2 ) Lam., = Cystocärpium Spach).Blasenschötchen. Franz.: Vesicaire; ital.: Vesicäria.

Die Gattung umfasst ausser nr. 1363 Alyssoides sinuätum Pair. (= Vesicäria sinuatum Poiret,= Alyssum sinuatum L.), eine Felsenpflanze mit weichfilzigen, buchtig-gezähnten Laubblättern aus Südeuropa(Spanien, Norditalien, Istrien, Dalmatien, Mazedonien), die gelegentlich als Zierpflanze in Gärten angetroffenwird. Adventiv wird Alyssoides grandiflöra (Hook.) (= Vesicäria grandiflora Hook.) aus Texas undMexiko von Ludwigshafen (1904) erwähnt.

1363. Alyssoides Utriculätum (L.) Medikus (= Vesicäria utriculata Lam. et DC,

= Myagrum utriculätum Bergeret, = Alyssum utriculätum L., = Farsetia utriculata Roth).

Schlauch-Blasenschötchen. Tai 125, Fig. 29; Fig. 876 und Fig. 877-

Ausdauernd, 20 bis 50 cm hoch. Wurzel lang spindelförmig. Sprosse einzeln oderzahlreich, niederliegend, ästig, teilweise von den Resten abgestorbener Laubblätter dicht

x ) Siehe Bd. IV, pag. 445 unter Alyssum.

2 ) Vom lat. vesica = Blase; nach der Gestalt der Früchte (Fig. 876g).