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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Honigdrüsen 4; je eine zur Seite der kürzeren Staubblätter. Fruchtstand sehr locker.Schoten auf wagrecht abstehenden oder etwas herabgeschlagenen, 7 bis 15 mm langenStielen lineal-länglich, etwas nach oben gekrümmt, 2 bis 2,5 mm lang, 2 bis 2,5 mm breit.Klappen mit deutlichem Mittelnerv und undeutlichen Netznerven. Samen rundlich, eiförmig,1 mm lang, 0,8 bis 0,9 mm breit (Fig. 827 c, d); Epidermis grob netzig-wabig. (IV) Vbis VIII, ab und zu nochmals im X.

Verbreitet und häufig in Quellen, in Bächen (Forellenbächen''), Flüssen, Gräbenmit reinem Wasser; seltener in stehenden Gewässern. Von der Ebene bis zur oberenGrenze der subalpinen Stufe (in Tirol vereinzelt bis gegen 2000 m).

In Deutschland nur im Nordosten fehlend; in Westpreussen östlich bis Putzig, Westerplatte beiDanzig, Deutsch-Krone; in Posen bis Schneidemühl, Filehne, Fliess, Czarnikau, Kolmar, Wengrowitz, Nikotten;in Ostpreussen nur angepflanzt und verwildert (Plicken, Prassberg); in Schlesien selten und nur in Nieder-schlesien östlich bis Bunzlau (Alt-Warthau, Nieschwitz, Nd. Mittlau) und Hirschberg (Boberröhrsdorf, Grünau),verwildert bei Liegnitz und Schweidnitz. In Oesterreich verbreitet, doch nicht häufig; im südlichen Böhmenauf grosse Strecken hin ganz fehlend, in Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und Krain zerstreut, in Oberöster-reich, Salzburg und Tirol häufiger. In der Schweiz verbreitet.

Allgemeine Verbreitung: Kosmopolit. In Europa nördlich bis Dänemark,Gotland, östlich bis Westpreussen, Posen, Niederschlesien, Karpaten.

Aendert ab: var. microphylla (Bönningh.) Beck (= Nasturtium officinale R. Br. var. parviföliumPeterm.). Pflanze kleiner und schlanker. Stengel dünn. Blättchen höchstens 1 cm lang, eckig-geschweift, amGrunde stielartig zusammengezogen (Standortsform trockenerer Stellen). var. siifölia (Koch) Beck. Pflanze1 bis 3 m lang, kräftig, mit dickem, hohlem Stengel und bis 20 cm langen, aus herzeiförmigem Grunde ver-schmälerten, eiförmig-lanzettlichen, entfernt gleichmässig gesägten Blattabschnitten (Nach H. Glück Standorts-form mit besonders günstigen Wachstumsbedingungen, durch Umbildung aus submersen Pflanzen hervorgehend.)var. asarifölium Kralik (= Nasturtium fontänum Aschers, var. simplicifdlium Neuman, = N. officinale R. Br.var. trifölium Kittel). Laubblätter klein, ungefiedert, gestielt, rundlich-herzkreisförmig, selten 3-zählig (Seltenin Gräben oder eintrocknenden Lachen. Nach H. Glück handelt es sich um eine auf dem Primärblattstadiumstehengebliebene Form). f. submersum Glück. Vegetative Teile üppig entwickelt. Laubblätter grösstenteilsungeteilt. Spreiten halbdurchsichtig, freudig grün, beiderseits gut benetzbar, am Rande oft (besonders in raschfliessenden Gewässern) nach unten zu + stark umgeschlagen, röhren- oder trichterförmig. Stengel in stehendemWasser aufrecht, in fliessendem wagrecht, rundlich oder undeutlich stumpfkantig, spröde (Ueberall an unter-getauchten Standorten). Lang- und kurzschotige Formen werden als var. longisi'liqua Irmisch und var.brevisiliqua Irmisch unterschieden. Nasturtium officinale ist bezeichnend für die Hydrophytengesellschaftenin Quellen und Quellbächen, in Flüssen mit reinem Wasser (Fig. 806), wie sie z. B. der Jura besitzt. Hiervegetiert die Pflanze das ganze Jahr hindurch in dichten, niederliegenden und durch zahlreiche Adventivwurzelnverankerten Rasen bis zu 2 m Tiefe in Begleitung von Ranunculus fluitans, Callitriche palustris, Mentha aquatica,Veronica Beccabunga und V. Anagallis. Häufig erscheint sie auch zusammen mit Vertretern des Molinietums(vgl. Bd. III, pag. 270, 271). In stehenden Gewässern ist die Brunnenkresse viel seltener und nie in grossenBeständen anzutreffen. Ueberhaupt scheint sie auf reines und frisches, gleichmässig erwärmtes Wasser ange-wiesen zu sein. In Norddeutschland wurde N. officinale auch in salzhaltigem Wasser beobachtet. Seltener kommtsie auch vor in Riedgräben, Altwässern der Flüsse, auf überrieselten Felsen und ausserhalb des Wassers imPhragmitetum mit Deschampsia caespitosa, Poa palustris, Symphytum officinale, Carex acutiformis u. a. m.Die Ueberwinterung erfolgt mit Hilfe der Grundachse. Unter Wasser bleibt die ganze Pflanze während desWinters erhalten. Die kleinen Samen werden sehr leicht durch Wasservögel verbreitet und bleiben bis 5 Jahrekeimfähig. Die überwinternden Sprossen werden als Brunnenkresse" (in Nürnberg alsSüsser. Brunn-kress") häufig zu Salat verwendet; sie schmecken scharf, bitter, gewürzhaft, kressenartig, da sie ein Senföl-glykosid (als Kaliumsalz), das Glukonasturtiin:

Cis Hso KNS2 O9

I

CSCo Hu Os

II

N-CHj CHi-C« Hb

enthalten, welches beim Zerfall durch Myrosin das Phenyläthylensenföl (SCN-CHj-CHs Co Hs) liefert(vgl. auch Sinapis alba, pag. 207). Die sehr wasserreiche Pflanze enthält nur 6,9 °/o Trockensubstanz, 1,5 °/o stick-stoffhaltige Stoffe, 0,5 °/o Rohfett, 2,9 °/o stickstoffreie Extraktstoffe, 0,7 °/o Holzfaser, 1,3% Asche. Nasturtiumofficinale wird gelegentlich auch kultiviert und zwar in gedüngten Quellwassergräben z. B. bei Rominten in

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