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Ostpreussen (seit 1873), bei Erfurt (Dreienbrunnen), bei Wolfratshausen (Oberbayern), im Elsass, bei Ölten in derSchweiz, in Frankreich und zwar besonders in der Umgebung von Paris (hier unterscheidet man 3 Kulturrassen:cresson charnu, cresson ä feuilles minces, cresson ä feuilles gauffrees). Die im Sommer gesammelte Pflanze wirdim getrockneten Zustande verwendet; im Winter kommt sie frisch in den Handel. Ausser zu Salaten, sowie alsBeigabe zu Gemüsen, war die Brunnenkresse früher officinell (Herba nastürtii aquätici) als Antiscorbuticum,Antiscrophulosum, Antineuralgicum, Febrifugum. Noch heute wird sie vielerorts als Blutreinigungsmittel, gegen Haut-ausschläge, Nierenleiden, Steinleiden, zu Kräutersäften verwendet. Als Heil- und Genusspflanze wird die Brunnen-kr esse bereits von Dioskorides (Cardamine), Theophrast und Plinius erwähnt. Die Samen finden gelegentlichZur Senfbereitung Verwendung. — An der Innenseite des Grundes der beiden kürzeren Staubblätter sitzen"'cht nebeneinander je 2 grüne, fleischige, knötchenförmige Honigdrüsen. Die Staubbeutel der längeren Staub-blätter sind nach der Seite hin gedreht; ihre pollenbedeckte Seite muss also von einem nach dem NektariumSlc h hinbewegenden Insektenkopf gestreift werden. Bei andauernd schlechtem Wetter öffnen sich die Blütennicht; es erfolgt dann durch die längeren Staubblätter spontane Selbstbestäubung. — Die Keimpflanze sinktWe gen ihrer schwachen Bewurzelung um und treibt aus den Achseln der Keim- und der ersten Laubblätter,s Päter auch aus dem dazwischen liegenden Internodium, Adventivwurzeln; erst der folgende Stengelteil richtetsich auf. — Häufig treten Adventivwurzeln und Adventivknospen auf den Blättern auf und zwar stets überden stärkeren Blattnerven, meist an der Basis der Fiederblättchen, seltener auch auf der Blättchenoberflächea n einer Verzweigungsstelle der Nerven (vgl. Goebel, K. Biologisches Centralblatt, Bd. XXII, 1902). Auch im Blüten-stand können Neubildungen auftreten, so z. B. Hochblätter am Grunde der Blütenstiele. Ebenso ist eine vegetativeDurchwachsung der Blütentraube, eine Vergrünung der Blüten mit Umwandlung des Kelches in Laubblätter,schliesslich ein Auftreten von Blüten in den Achseln der unteren Kelchblätter beobachtet worden. — Die Samenv °n N. officinale wurden von Neu w e i 1 e r aus den neolithischen Ablagerungen des Hallstädter Salzberges festgestellt.
CCCXXXXIV. Dentäria 1 ) L. Zahnwurz. Franz.: Dentaire; engl.: Coral-
root; ital.: Dentäria.
Ausdauernde, aufrechte oder aufsteigende Stauden. Hauptwurzel schwach, wenigverzweigt (Fig. 815 d), frühzeitig verschwindend und durch Adventivwurzeln ersetzt.Grundachse horizontal kriechend, sehr oft fleischig, verzweigt, mit verschieden gestalteten,meist dreieckig-eiförmigen, ± dicken, fleischigen, am Rande bewimperten und an der Spitzem h 3 bis 7 fädlichen Anhängseln (den reduzierten Blattspreiten) versehenen Niederblatt-schuppen locker oder dicht besetzt (Taf. 134, Fig. 2 und Fig. 811a). Stengel meist un-verzweigt, durch Herablaufen der Blattnerven kantig, kahl oder im unteren Teil behaart,mit wechselständigen oder einander quirlig genäherten Laubblättern, aufsteigend oder auf-recht. Grundständige Laubblätter (Fig. 815 e) langgestielt mit beidseitig öhrchenförmigVorgezogener Basis, gefingert oder gefiedert. Stengelblätter kurzgestielt, fingerförmigzerschnitten oder fiederschnittig, wie die Grundblätter oberseits zerstreut, angedrücktbehaart, unterseits kahl, am Rande kurz bewimpert, gesägt, gekerbt bis buchtig;^lattzähne mit aufgesetzten Stachelspitzchen („Hydathoden"). Blütenstand armblütig,doldentraubig. Einzelblüten einander trugdoldig genähert; die unteren länger gestielt.Kelchblätter meist oval, eiförmig, häutig oder krautig, grün oder wie die Kronblättergefärbt, mit weissem oder farbigem Hautrand. Seitliche Kelchblätter am Grundee twas sackförmig vorgezogen. Kronblätter verkehrt-eiförmig, keilförmig in einen längeren°der kürzeren Nagel plötzlich oder allmählich verschmälert. Staubfäden einfach; Staub-beutel länglich, gelb. Honigdrüsen vorhanden; die medianen zuweilen fehlend (z. B. bei^*- polvphylla und D. digitata), die unteren und oberen durch einen schmalen, häufigangeschnürten Wall miteinander verbunden, die unteren an der Innenseite offen (Fig. 809 b).^arbe (Fig. 815 b) halbkugelig, gelblich. Fruchtstand verlängert. Früchte (Schoten) aufVerlängerten Stielen, lineal-lanzettlich, an der Spitze in den Griffel verschmälert, gegen den^ r und hin verjüngt, 20 bis 75 mm lang, 2 bis 5 mm breit, 2-klappig aufspringend. Klappen
') Vom lat. dens (gen. dentis) = Zahn. Name bei Matthiolus, nach dem zahnartig beschuppten
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Urzelstock vieler Arten.Hegi, Flora Bd. IV.
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