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Ufermauern, in Strassengräben, in feuchten Aeckern, in Torfausstichen und Torfgräben als Apophyt konkurrenz-fähig. Von solchen Stellen wird sie schon zu Thal's Zeiten (1577) aus dem Harz erwähnt. — Die Blütenvon Roripa Islandica sind unscheinbarer als bei den übrigen mitteleuropäischen Arten der Gattung. DieAntheren der 4 langen Staubblätter stehen in der Höhe der Narbe und sind ihr genähert; sie dienen mithinder spontanen Selbstbestäubung. Die Antheren der 2 kurzen Staubblätter stehen tiefer als die Narbe und sindüberdies etwas nach aussen gebogen; sie dienen der Fremdbestäubung durch Insekten (Eristalis-Arten). — DiePflanze überwintert mit Hilfe grundständiger Laubtriebe. Von C.Gerber wurde bei Oberelmheim im Elsasseine Form gefunden, bei welcher der untere Teil des Fruchtstandes Schötchen mit 4 Fruchtblättern, der mittleresolche mit 3 und der obere normale Fruchtblätter trug. Auf Exemplare mit nur 4-karpelligen Früchten gründeteTurczaninow die Gattung Tetrapoma (vgl. pag. 308).
Bastarde: Roripa Austriaca (Crantz) Besser X R. silvestris (L.) R. Br. (= Nastürtium armora-cioides Tausch, = Roripa armoracioides Tausch, = R. Neilreichii Beck, = R. terrestris var. indivfsa Celak, =„Nastur-tium terrestre R. Br. var. integrifölium Tausch, = N. terrestre R. Br. var. subintegrifolium Tausch, = R. Aus-triaco X silvestris Neilr., = Nastürtium camelinicärpum G. Froelich, = R. armoracioides var. terrestris Tausch.Hierher wohl auch Roripa Morisonii Beck und vielleicht auch Armoräcia lyräta Scheele [Flora XXVI 1843,pag. 307]). In allen Uebergangsformen zwischen den Eltern vorkommend. Laubblätter fast ungeteilt, gezähntgekerbt bis fiederspaltig und fiederteilig. Schötchen kugelförmig - elliptisch bis länglich-elliptisch und lineal.Verbreitet und stellenweise häufig im Verbreitungsgebiet der Stammarten. Nördlich vom Verbreitungsgebietvon Roripa Austriaca entlang der Elbe, Weichsel und Nogat herabgeschwemmt. In Deutschland im Elbegebiet[Geesthacht, Elbeufer von Lauenburg bis Geesthacht und bei Zollenspieken in den Vierlanden, früher aneinzelnen Orten zwischen Lauenburg und Hamburg, jetzt mehrfach neuerdings gesammelt im Kreis Lauenburg:Barförde, Sassendorf und Lauenburg; Hamburg: Geesthacht, Warwisch und Kalte Hefe; Kreis Wiesen: Marsch-hacht, Rönne, Sande, Uhlenbusch, Fliegenberg und Wühlenburg, bei Griebe, Wörlitz, Wallwitzhafen, Rosslau,Uken, Saalhorn, Hoplake, Glinde, Schönebeck (Kapitelbusch, Grünewalde), Erfurt, Magdeburg]; ander Brahe und ander Weichsel, hier besonders in den Kämpen sehr gemein, an der Nogat, am Frischen Haff; adventiv inLudwigshafen (1904). — InOesterreich in Böhmen und Mähren wohl verbreitet; in Niederösterreich (z. B. beiMauerbach, am Amasbach bei Penzing, bei Hütteldorf, auf dem Marchfeld bei Drösing). — In der Schweiz adventivbei Locarno (nach Schröter und Wilczek; nach T hellung wohl Roripa anceps). — Die grosse Zahl der Bastard-formen von R. Austriaca und R. silvestris und ihrer Abkömmlinge wird unter zahlreichen Benennungen, derenIdentifizierung und Entwirrung dringend notwendig ist, beschrieben. Vgl. hierüber Froehlich, A. Ueber denBastard R. Austriaca X R. silvestris und dessen Vorkommen in Mähren. Oesterr. Botan. Zeitschrift, Bd. LXlV,Nr. 3/4, 1914, pag. 120 bis 134. Froehlich geht wohl zu weit, wenn er zu diesem Bastard die von Reichenbachals R. anceps Wahlenb. abgebildete Pflanze hinzuzieht. Nach A. T hellung (bei E. Baumann. Die Vegetationdes Untersees, Stuttgart 1911) stimmt diese Abbildung aber mit den Diagnosen von Sisymbrlum anceps Wahlenbg.und Nastürtium anceps DC. überein. Hieher auch f. camelinicärpum (G. Froelich). Frucht verkehrt-herzförmig, ringsum mit deutlich-wulstigem, weisslich-grünlichem Rande, doppelt so lang als breit. Griffelhalb so lang als die Frucht. Fruchtstiele 3 bis 4 mal so lang als die Schötchen ohne Griffel (Thorn). Fernertritt dieser Bastard mit gefüllten Blüten und mit verlängerten Blüteninternodien auf (f. multiplex Tausch). —Roripa Islandica (Oeder) Schinz u. Thellung X R. silvestris (L.) Besser (= Nastürtium barbaraeoi'desTausch, = Roripa brachystyla Wallr.). Ausdauernd. Stengel niederliegend oder aufsteigend, aufrecht, ästig-Laubblätter fiederspaltig oder fiederteilig mit schmal-länglichen, tiefgezähnten oder eingeschnittenen Abschnitten.Kronblätter etwas länger als die Kelchblätter. Schoten lineal, beiderseits verschmälert. Zerstreut zwischen denEltern. In Deutschland in Bayern bei Neuburg an der Donau, Bertoldsheim, Hardt im Donaumoos; in Ost-und Westpreussen nach Abromeit ziemlich verbreitet. Besonders häufig in den Stromtälern; in Thüringen beiWippra am Wipperufer. InOesterreich an der Wien bei Weidlingau. Für die Schweiz fraglich (Thellungschreibt hierüber: „Ich habe bis jetzt keinen sicheren Bastard von R. Islandica gesehen; die betreffenden Autorenhaben zu wenig die eigentlichen Unterscheidungsmerkmale dieser Art [kurze Kronblätter, schmale Narbe] berück-sichtigt, von denen ich an den Bastarden nichts finden kann"). Aendertab: var. subpalüstris Caspary. Laub-blätter fiederlappig; Lappen breit, verkehrt-eiförmig, ungleich gezähnt. — var. subintegrum Caspary. Laubblätterverkehrt-eiförmig, länglich-gezähnt; die unteren wohl auch leierförmig-fiederlappig. — var. pinnatf f i dum Caspary.Laubblätter bis nahe auf die Mittelrippe eingeschnitten; Lappen ziemlich schmal, lang dreieckig oder schmaleiförmig. — Ueber R. amphibia (L.) Besser X R- silvestris (L.) Besser siehe unter R. prosträta (Bergeret)Schinz und Thellung (pag. 311). Eine Scheidung der zu R. prosträta gehörigen Formen von den wirklichenBastarden dieser beiden Arten bleibt einer eingehenderen Bearbeitung vorbehalten. Von Zschacke wird inder Deutschen Bot. Monatsschrift 1901, pag. 74 ein Bastard Nastürtium amphibium var. auriculatum X N. silvestre(= N.Murriänum Zschacke) beschrieben. Dieser unterscheidet sich von Nastürtium anceps durch kräftigen,üppigen Wuchs, längliche, kammförmig-fiederspaltige oder leierförmige, mit herzförmigem Grunde sitzende Laub-