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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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In Deutschland im Elsass längs des Gebirges, in den Tälern bis 800 m aufwärts; selten z. B. imSt. Amarintal, bei Pfastatt-Reichweiler; in Baden z. B. bei Istein, Müllheim, Uffhausen bei Freiburg, an derDreisam bei Freiburg, Elztal, Denzlingen, Simonswald, Allmendsberg, Rheininsel bei Ketsch [1882 bis 1917],Emmendingen, Riegel, in Württemberg (früher von Tuttlingen angegeben), in Norddeutschland im Elbetal:Dessau, Saalberge im Kühnauer Forst, am Kühnauer See, bei Rajoch, Lödderitzer Forst, bei den Haderbergenim Diebziger Busch, bei Aken, am Mausegraben, Saalhorn, Wedenberge bei Grossrosenburg, zwischen Akenund Lödderitz (Griesebach, 1847), bei Grünewalde, bei Glinde; bei Magdeburg südlich der Berliner Chausseebei der Lagoisschen Ziegelei, Krakauer Anger. Adventiv bei Hamburg (Dampfmühle bei Wandsbeck, 1897);in Westfalen mit dem Anbau von Serradella (Ornithopus sativus Brot.) verschleppt und verwildert z. B. beiBrackwede bei Bielefeld (vgl. jedoch oben pag. 153). InOesterreich vollständig fehlend. In der Schweizim westlichen Teil, in den Kantonen Waadt, Wallis (bis zur Furka und bis zum Simplon), bei Basel, im Birstalbis Mönchenstein, im Urserental bei Realp, im Tessin verbreitet, auch in den insubrischen Tälern nicht selten(Calancatal, Misox, Bergeil).

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von den Pyrenäen bis zum Balkan;in den Seealpen bis in die subalpine Stufe [bis 1700 m] ansteigend; nördlich bis ins süd-liche Elsass und bis Baden, Elbetal bei Magdeburg; in Ungarn bis ins Szamostal undbis Marmaros). Adventiv auf San Domingo beobachtet.

Wenig veränderlich: var. incisa E. Steiger. Abschnitte der oberen Laubblätter durch tiefe Ein-schnitte mit schmalen Zipfeln versehen. Laubblätter dadurch fast doppelt fiederteilig, auch die unteren Laub-blätter viel feiner zerteilt (Tessin: Val Blegno, 400 m).

An ihren natürlichen Standorten kommt Roripa Pyrenaica in Begleitung von xerothermen Arten vor.Auf den sonnigen Triften des zentralen Siebenbürgischen Hügellandes erscheint sie nach v. Hayek zusammen mitArenaria graminifolia (Bd. III, pag. 408), Ranunculus pedatus, Rapistrum perenne (Bd. IV, pag. 288), Genistasagittalis, Cytisus nigricans, Salvia nutans und S. betonicifolia, Echium rubrum, Veronica spicata, Centaureastenolepis u.a.m. Nach Beck besiedelt sie in den Illyrischen Bergländern Berg wiesen, Heiden, Talwiesen.

Die Befruchtung der schwach proterogynen, dichogamen, im ausgebreiteten Zustande einen Durch-messer von 1,5 bis 2,2 (5,5) mm erreichenden Blüten erfolgt durch Fremdbestäubung (Apiden, Museiden). Nachden Beobachtungen von MacLeod in den Pyrenäen kann beim Abblühen durch Berührung der Staubbeutel mitder Narbe spontane Selbstbestäubung eintreten. Nach den Untersuchungen von A. Günthart im Wallis isteine solche jedoch unmöglich, da die Narbe über den zu stäuben beginnenden Staubbeuteln steht. Die Narbeüberdauert die Staubblätter bedeutend.

1275. Roripa Lipicensis *) (Wulf.) Rchb. (= Nastürtium Lippicense DC, = Sisymbrium

Lippicense Wulf., = Nastürtium Wulfeniänum Host, = Barbarsea Lippicensis Caruel, = Car-

dämine Lippicensis O. Kuntze). Karst-Kresse. Fig. 805f bis k.

Ausdauernd, 10 bis 20 cm hoch. Wurzel spindelförmig, reichlich verästelt, 1- bismehrköpfig. Grundachse kurz. Stengel einzeln oder mehrere, einfach oder im oberen Teileverästelt, aufrecht oder aufsteigend, im unteren Teil kurz- und feinhaarig. Untere Laub-blätter rosettig, langgestielt, einfach, rundlich - eiförmig, am Rande kerbig geschweift,meist am Grund seicht herzförmig oder leierförmig-fiederteilig oder fiederschnittig mit1 bis 4 Paaren schmal-länglicher ganzrandiger oder mit wenigen Kerben versehener Seiten-abschnitte und mit einem grossen, breiteiförmigen, am Grunde gestutzten, herzförmigenoder keilförmig verschmälerten, seicht gekerbten oder lappigen Endabschnitt. Stengel-blätter sitzend, leierförmig-fiederteilig mit 1 bis 4 Paaren von wagrecht abstehenden, lan-zettlichen oder linealen, ganzrandigen oder einzähnigen, an der Spitze stumpfen Seiten-abschnitte und mit breiterem, ganzrandigem oder 3-lappigem Endabschnitt. Stiel derRosettenblätter am Grunde verbreitert; Basis der Stengelblätter mit schmalen Oehrchenstengelumfassend. Oberste Stengelblätter meist einfach, lineal. Blüten auf 3 bis 7 mmlangen, aufrecht-abstehenden Stielen in armblütiger Trugdolde. Kelchblätter 2 l l% bis 372 mmlang, eiförmig-länglich hautrandig, gelb. Kronblätter 4 bis 4 1 /« mm lang, 2 1 /z bis 2 mmbreit, verkehrt-eiförmig, in einen kurzen Nagel ziemlich plötzlich verschmälert. Längere

') Nach der Ortschaft Lipica im Karst benannt.