Druckschrift 
4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
Seite
314
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

314

rändern, Schutt und ähnlichen Orten, in feuchten Kunstwiesen, an sumpfigen Stellen anzutreffen; sie meidet aberauch sehr trockene Standorte nicht (wie z. B. "Weinberge). Die Blüte von Roripa silvestris stimmt in ihrerbiologischen Einrichtung mit der von R. amphibia überein; doch treten hier an Stelle des Drüsenringes sechsisolierte Drüsen. Besucher sind Bombyliden, Empiden, Syrphiden und Apiden. Die Ueberwinterung erfolgtvermittelst grundständiger Laubtriebe.

1274. Roripa Pyrenäica (L.) Spach (= Nastürtium Pyrenaicum R. Br., = Sisymbrium

Pyrenaicum L., = Brachiölobus Pyrenaicus All., = Alyssum Pyrenaicum Clairv., = Cardämine

Pyrenäica O. Ktze.). Pyrenäen-Kresse. Fig. 805a bis e.

Ausdauernd, 15 bis 30 (60) cm hoch. Wurzel spindelförmig, dünn, mehrköpfig-Grundachse kurz, schräg. Stengel meist mehrere, einfach oder oberwärts ästig, aufrecht,rund, kahl oder besonders im unteren Teil kurz- und feinhaarig. Untere Laubblätter rosetten-artig, langgestielt, am Grunde mit kurzen Oehrchen, ungeteilt, eiförmig, ausgeschweiftgezähnt oder leierförmig-fiederteilig mit rundlich verkehrt-eiförmigen, ganzrandigen oderwenig gezähnten Seitenabschnitten und mit grösserem, rundlichem, am Grunde herzförmigemEndabschnitt. Stengelblätter kurzgestielt oder sitzend, mit schmalen, nach abwärts gerichteten,

den Stengel umfassenden Oehrchen, fieder-teilig, mit 1 bis 7 Paaren entfernt stehender,schmal-linealer, gegen die Spitze zu spatei-förmig verbreiterter,stumpflicher oder kurzbespitzter, meist ganzrandiger oder mit1 bis 3 Zähnen besetzte Seitenabschnitteund mit wenig grösserem Endabschnitt;am Grunde mit schmalen, nach abwärtsgebogenen, spitzen Oehrchen halb stengel-umfassend. Blütenstand doldentraubigjBlütenstiele 4 bis 6 mm lang, dünn. Kelch-blätter länglich, 2,5 bis 3 mm lang, gelb-Kronblätter keilförmig verschmälert, mitstumpfer Spitze, die Kelchblätter um V 3überragend (Fig. 805 b), gelb. LängereStaubblätter die Kronblätter fast er-reichend; Staubbeutel zurückgekrümmt.Links und rechts der kurzen Staubblätterje eine längliche Honigdrüse. Früchtekurz, eiförmig, ellipsoidisch (Fig. 805 d)>2,5 bis 4 mm lang, auf 5 bis 10 mm langen,wagrecht oder aufrecht abstehendenStielen (Fig. 805 c). Griffel dünn, 0,5 bis1 mm lang mit breiterer, flacher Narbe-Samen flachgedrückt, feigenförmig mitgrobnetzig-wabiger Oberfläche, 0,5 bis0,8 mm lang (Fig. 805 e). V bis VlH-Selten auf feuchten Wiesen, häufigauch verschleppt auf trockenen Wiesenund Triften, auf Sand und Kies, anDämmen, Wegrändern, sandigen Aeckern.südwestlichen Teil des Gebietes und an der Elbe (von Dessau bis Magdeburg)«

Fig. 805. Roripa Pyrenäica (L.) Spach. «Habitus, b Blüte, c Frucht.d Aufspringende Frucht, e Samen. Roripa Lippicensis (Wulf.)Rchb. / Habitus, g Blüte nach Entfernung eines Kelchblattes und vonzwei Ivronblättern. h Honigdrüsenring(schematisch). i Frucht, k Samen.

Nr