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«turicaria zu seiner Tribus Zilleae (= Nucamentaceae-Orthoploceae, vgl. Bd. IV, pag. 63), immerhin unter richtigerHervorhebung der Tatsache, dass unsere Gattung innerhalb der Familie hinsichtlich der Ausgestaltung derKeimblätter ganz einzig dasteht. In Prantls System steht Calepina neben Cakile, Myagrum, Boreava undIsatis in der durch rückenwurzeligen Keimling charakterisierten Gruppe der Sinapeae-Sisymbriinae. A. r. Hayekendlich (Beih. zum Bot. Zentralbl. Bd. XXVI [1911], Abt. I, pag. 269) hält die Pflanze nach der Verteilung derEiweissschläuche, der Gestalt der Honigdrüsen und dem orthoploken Embryo für eine typische Brassicee; daseinsamige Nüsschen, das keine Andeutung von Rahmen- und Klappenbildung zeigt, dürfte am wahrscheinlichsten,Me auch die Frucht von Zilla, als das Stylar- (Griffel-) glied einer Rapistrum ähnlichen Brassiceen-Frucht mitv öllig reduziertem Valvar- (Klappen-) gliede zu deuten sein.
Selten (aber oft ziemlich gesellig) in Weinbergen, auf Brachfeldern, Grasplätzenund an Eisenbahndämmen (mit fremdem Grassamen eingeführt); vorzugsweise auf Kalk.Im Gebiete nur in den wärmsten Gegenden (erst im 19. Jahrhundert aufgetreten), vorzugs-weise in den Rebbaugebieten, nämlich am Mittel- und Niederrhein, in Südtirol und imösterreichischen Küstenland, sowie in der Südwest- und Westschweiz (hier, wie auch imOberrheingebiet, meist nur vorübergehend verschleppt).
In Deutschland im Elsass zwischen Gross-Hüningen und Neudorf (1894), sowie im AltkircherGüterbahnhof (1894) beobachtet; in Strassburg auf dem Walle zwischen Ruprechtsauer- und Kanaltor einge-bürgert seit 1900; ferner neuerlich in Weinbergen des Wurmberges und der Haselbach bei Weissenburg undam Nationalberg bei Oberehnheim gefunden. In Baden nur am Bahndamm der Freiburgerlinie bei Leopolds-höhe unweit Basel seit 1863 (von S chn eid er entdeckt; die Pflanze war infolge der Zerstörung des Standortesdurch die Anlage der strategischen Bahn Lörrach-Hüningen einige Jahre verschwunden und trat dann an einerneuen Stelle wieder auf). In Lothringen um Metz (Magny an der Seille, bei der Ferme Bloury und La Grange-aux-Ormes, zwischen Borny und Colombey, bei Pange), im Ornetal, bei Fentsch (Fontoy) und Diedenhofen;in Französisch-Lothringen bei Verdun, St. Mihiel, Commercy, Bar-le-Duc und Remiremont. In Luxemburg beiEchternach (selten). In der bayerischen Pfalz in Weinbergen bei Edenkoben (1870 von F. Schultz entdeckt),Weiher, Rhodt bei Landau, Edesheim, sowie neuerdings (etwa seit 1905) im Haselbachtal beim Pauliner Schlossgegenüber Weissenburg. In Rheinhessen in der Umgebung von Mainz (z. B. zwischen Hechtsheim undBodenheim). In der Rheinprovinz auf Saatfeldern und Brachäckern des ganzen Maienfeldes zwischen Mayen, derMosel und Andernach (hier nach Bluff und Fingerhut [1825] zuerst von Brandes, dann auch vonWirt gen als neu für Deutschland gefunden), auf dem rechten Moselufer bei Koblenz selten, ferner bei Leub-dorf unweit Linz, bei Sinzig an der Ahr, zwischen dem Mahrhofe und Müngersdorf usw., einzeln bis Köln(nach Koch [1833] vonSehlmeyer gefunden). Verwildert und eingebürgert an einer trockenen Stelle im Bo-tanischen Garten zu Erlangen; ehedem (um 1610) im Eystetter [Eichstädter] Garten bei Stuttgart kultiviert. — InO est erreich nur in Südtirol (umTrient mehrfach verschleppt, seit 1900 beständig am Etschkanal) und im Küsten-land (auf Brachen und Mauern in Istrien; um Ospo und Gabrovica spärlich, in Menge um Strugnano, Sta. LuciaUnd Sicciole beiPirano sowie in Südistrien bei Pola). — In der Schweiz im Wallis bei Branson seit Murith(1810)beständig, einmal auch bei St. Maurice beobachtet; ausserdem vorübergehend verschleppt bei Genf (aux Päquis,um 1830; 1873 am Bahndamm der Lyoner Linie), im Kanton Waadt (Chamblande, Renens, St. Roch zw. Yverdonund Grandson), um Solothurn (Wengistein 1904, Malzfabrik 1905 bis 1909) und Bahnhof Buchs (St. Gallen)1915 (Schnyder).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa von Portugal bis Griechenland undSüdrussland (in Frankreich ziemlich verbreitet, doch im Osten seltener, im Nordosten undNorden sehr selten und teilweise nur verschleppt); Mitteleuropa (vgl. oben), Ungarn,Siebenbürgen, Rumänien; Südwestasien bis Persien; Algerien. Verschleppt in England,Belgien (eingebürgert) und in den Niederlanden.
Die Pflanze gilt als in Europa nirgends einheimisch. Nach A. de Candolle (Geogr. bot. raisonnee'1 [1855], pag. 638 bis 639) würde sie aus den Steppengegenden nördlich des Kaspischen Meeres (wo sie anleuchten Stellen, in Wiesen usw. wächst) stammen; sie fehlte wohl dem griechischen und lateinischen AltertumUnd wanderte erst in neuerer Zeit in Italien, sodann in Frankreich, Deutschland usw. ein. Für ihre neuereAusbreitung sprechen gewisse Unregelmässigkeiten in der Verbreitung selbst in Südeuropa; so fehlte sie, ob-gleich um Neapel sehr gemein, 1855 auf der Insel Ischia. Immerhin wird die Art aus Italien schon in den ältestenK-räuterbüchern genannt (Ruelle 1536 nach Bubani; J. Bauhin 1651: zwischen Bologna und Florenz), auchau s dem Gebiet von Montpellier wird sie schon 1620 (Burser nach C. Bauhin) angegeben. Um Paris fehlteSl e zu Tourneforts Zeiten (1698, 1725); erst Vaillant (1727) nennt sie auf Gartenmauern in Passy. — Die"flanze ändert nur unbedeutend ab. In den Weinbergen bei Edenkoben lassen sich zwei durch die Tracht allerdings