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erheblieh verschiedene Formen unterscheiden: f. major F. Zimmermann. Pflanze überwinternd-einjährig (imSommer keimend, im Herbst eine Grundrosette bildend und so überwinternd), kräftig, mit dicker (etwa 3 bis5 mm) Pfahlwurzel, bis 50 cm hoch, sehr reichblütig. f. minor F. Zimmermann. Pflanze im Frühjahr keimend,2 bis 3 Wochen später blühend als f. major, klein, mit dünner Wurzel, schwach, armblütig. Nach Wirt gensoll die überwinternd-einjährige Form durch tief-fiederspaltige, die einjährige durch leierförmige Laubblätterausgezeichnet sein. — Durch die Blütenfarbe weicht ab: f. Wirtgeni Thellung (vgl. Wirtgen Fl. d. Preuss.Rheinprov. [1857], pag> 52). Kronblätter blass rosenrot. — Als Abnormität wurden Tragblätter im Blütenstandbeobachtet. Blütenanomalien kommen ziemlich häufig vor, so: Verwachsung zweier Blüten (mit der FormelK5 Ce A9 G< mit 2 Fruchtknoten); Abweichungen in der Zahl der Blütenteile, meist durch seitliche Spaltungeinfacher, oder Vereinigung normal getrennter Organe hervorgebracht (z.B. KiCe; KiCsAe; KöCs; K5 Cs Ae) >Unterdrückung einzelner Staubblätter, kronblattartige Ausbildung anderer usw.; auf die letztere Art könnengefüllte Blüten zustande kommen.
An Calepina schliesst sich an: Boreäva 1 ) Orientälis Jaub. et Spach (= Martfnsia 2 ) glastifölia 3 )Godron, = B. glastifolia Jaub. et Spach ex Thell., = Crucffera Boreava E. H. L. Krause). Einjähriges, kahles,blaugrünes Kraut, in der Tracht an Bunias erinnernd. Stengel doldentraubig-ästig, beblättert. Laubblätterlänglich-eiförmig, spitz, ganzrandig; die stengelständigen mit herzförmig-geöhrtem Grunde umfassend. Blütenohne Tragblätter, blassgelb. Kronblätter etwa 5 mm lang, länglich-spatelförmig, benagelt. Frucht auf ab-stehendem Stiel, schötchenförmig, nussartig, eiförmig. 4-kantig, pyramidenförmig in den Griffel verschmälert,mit diesem etwa 10 bis 13 mm lang, sehr hartschalig, an den 4 Längskanten geflügelt mit wellig verbogenenFlügeln, dazwischen stark wellig-faltig und etwas höckerig, innen 1-fächerig, mit 2 Samenanlagen, zur Reifezeit1-samig. Keimling rückenwurzelig, mit etwas rinnigen Keimblättern. — Die Pflanze stammt aus Griechenland,Kleinasien und Armenien und wurde im Gebiet (wie auch früher bei Montpellier und Marseille, sowie inEngland) vorübergehend verschleppt beobachtet bei Rüdersdorf unweit Berlin (1894), bei Dresden (um 1910,nach A. Voigt briefl.), auf Schutt zwischen Haidhausen und Berg am Laim östlich von München (1900) undbei einem Hühnerhof in Mannheim (1908). — Die verwandte B. aptera 4 ) Boiss. et Heldr., in Kleinasien undPalästina beheimatet, mit flügelloser Frucht, wurde verschleppt bei Marseille, aber noch nicht im Gebiete gefunden.
CCCXXIX. Isatis 5 ) L 6 ). (= Glästum Rupp.) 7 ). Waid 8 ). Franz.: Pastel, guede,vouede; eng].: Woad; ital.: Guado 8 ), glasto.
Ein- bis zweijährige oder ausdauernde, kahle oder von einfachen Haaren flaumigebis zottige Kräuter mit beblättertem Stengel. Laubblätter ganzrandig bis schwach buchtig-oder kerbig-gezähnt; die grundständigen in einen Stiel verschmälert, die stengelständigenmit herz- oder pfeilförmigem Grunde umfassend. Eiweissschläuche im Mesophyll und amLeptom der Leitbündel. Traubige Einzelblütenstände zu einem reichblütigen, ziemlich blatt-losen, doldenrispigen Gesamtblütenstand zusammengestellt. Kelchblätter aufrecht-abstehend;die seitlichen am Grunde nicht gesackt. Kronblätter unter sich gleich, kurz benagelt,ganzrandig, gelb. Staubfäden einfach, frei. Am Grunde der kurzen Staubblätter je eine
!) Nach Alexander Bore au, geboren 1803 in Saumur, gestorben 1875 in Angers, Professor undDirektor des Botanischen Gartens daselbst, hochverdient um die Kenntnis der Flora Mittelfrankreichs; erschrieb u.a. eine sehr geschätzte Flore du Centre de la France in 3 Auflagen (1840, 1849, 1857).
2 ) Nach Charles Martins, geboren in Paris am 6. Februar 1806, weiland Professor der Botanikund Direktor des Botanischen Gartens in Montpellier, Verfasser bedeutsamer Abhandlungen, namentlich pflanzen-geographischen Inhalts.
s ) Vgl. oben pag. 135 und unten Fussnote 7.
*) Von gr. d [alpha privativum] = ohne und siTEQÖv [pterdn] = Flügel.
6 ) Griech. ladvig, von ioä^m [isäzo] = ich mache gleich, da die ladzig des Dioskorides zum Heilenvon Geschwüren (also gleichsam zum „Glätten" der Haut) diente. In lateinischer Uebertragung (isatis) z. Bvon Plinius gebraucht.
6 ) Spezialliteratur: Trautvetter, De Sameraria et Isatide generibus commentatio. Memoires deT Acad. St. Petersb. IV (1845), pag. 299 bis 317, Taf. I, II.
') Der lateinische, z. B. von Plinius, dann auch von Lobel (1570), J. Bauhin (1651), Morison(1680) und Ray (1688) für den Färberwaid gebrauchte Name.
8 ) Ein germanisches Wort (althochdeutsch Weit), das im italien. guado, franz. guede wiederkehrt;spätlatein.: wasdus. Es ist verwandt mit dem gleichbedeutenden latein. vftrum (Caesar Bellum Gall.).