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Allgemeine Verbreitung: Südeuropa von Spanien bis Südrussland (in Frank-reich besonders im Süden, Westen und im Zentrum, jedoch im Nordosten bis in die Näheunseres Gebietes [Cote d'Or, Jura bis Pontarlier und Mömpelgard] ausstrahlend), Ungarn;Südwestasien von Syrien und Kleinasien bis Persien; verschleppt in England, Belgien, denNiederlanden, sowie in Nordamerika (Kanada) und in Australien (Victoria).
Die Pflanze gilt als in Europa nicht einheimisch, sondern als seit dem 16. Jahrhundert mit Getreideaus dem Orient eingewandert, eine Annahme, die durch ihr Vorkommen fast ausschliesslich auf Kulturland unddas Fehlen eigentlicher Volksnamen gestützt wird. Aus Italien erwähnt sie C. Bauhin (1620) von den Euganeen,sodann Zannichelli (1730) aus Venetien und Seguier (1745) aus dem Veronesischen; aus Frankreich nenntsie J. Bauhin (1651) um Mömpelgard, Morison (1680) als Ackerunkraut, speziell aus der Umgebung vonBlois; Gerard führt sie (1761) aus der Provence auf. Die ältesten Angaben aus dem Gebiete sind anscheinend:»Bühlbenken" (Biel-Benken) an der Grenze von Solothurn und Basel (Hall er, 1742); Vetroz im Wallis(Murith, 1810); Stuttgart (J. S. Kerner, 1786); Nassau (Hof fmann, 1791; eine seither nicht mehr bestätigteAngabe). In Oesterreich ist das Auftreten der Pflanze neueren Datums, da Schuttes (1814) sie nur aus Ungarnangibt. —• Das Vorkommen im westlichen Deutschland ist ziemlich sporadisch und isoliert und dürfte, fallsman nicht eine zufällige, regellose Einschleppung annehmen will, am ehesten mit dem französischen Areal derArt in Verbindung zu bringen sein. Die vereinzelten Vorkommnisse im Schweizerischen Jura lehnen sich andiejenigen im Französischen Jura an, diejenigen im Wallis können vielleicht auf Einschleppung oder Ein-wanderung aus dem benachbarten Aostatal 1 ) zurückgeführt werden. In Oesterreich ist die Pflanze teils einmediterraner, teils ein pontischer Einwanderer.
Die Art ändert nur unbedeutend ab: f. litt orale (Scop. pro spec.) Thellung. Laubblätter deutlichgezähnelt. — Nur die seitlichen Honigdrüsen sind gut ausgebildet und sondern reichlich Nektar ab, der sich inden Höhlungen am Grunde der seitlichen Kelchblätter sammelt; die medianen Drüsen sind nur in Form vonschmalen, grünlichen Streifen angedeutet. Selbstbestäubung ist möglich und auch von Erfolg begleitet. — Dielufterfüllten Höhlungen in der Fruchtwand setzen das spezifische Gewicht der Frucht herab und begünstigendadurch ihre Verbreitung durch den Wind oder durch fliessendes Wasser. Zur Reifezeit gliedert sich die Frucht,die mit ihrem keulig verdickten, hohen Stiel fest verbunden bleibt, am unteren Ende des letzteren von derFruchtstandsachse ab.
CCCXXVIII. Calepina 2 ) Adanson. Calepine, Wendich.
Zu dieser monotypischen Gattung gehört einzig die folgende Art.
1241. Calepina irreguläris 3 ) (Asso) Thellung (= Myagrum irreguläre Asso, = CrambeCorvini 4 ) All., = Calepina Corvini Desv., = Calepinia Corvini Ten., = Cochleäria Cor-vini Chaub. et Bory, = Crucifera Corvini E. H. L. Krause, = Lselia Corvini Sampaio,83 Myagrum perfoliätum ß Lam., = Cochleäria auriculata Lam., == Rapistrum bursiföliumBergeret, = Myagrum bursifölium Thuill., = Crambe bursifolia L'Herit. ex Lam. et DC.,== Bünias növa Wintert, = Myagrum erucifölium Vill., = Neslia erucifolia Noulet, = Crambeamplexicaülis Solander ex Russell, = Myagrum iberioides Brot., = Lselia iberioides Pers.,^ Cochleäria lyräta Sibth. et Sm., = Crambe lyrata Sibth. et Sm. ex Bertol., = Cochleäriasaxatilis y Chaub., = Calepina Ruellii 5 ) Bubanij — Myagrum erucoides et Iberis divaricätaPourret Herb, ex Bubani, = Myagrum rugösum Vill. nee L., = Bunias cochlearioides
') Die Pflanze kommt daselbst z.B. bei Etroubles vor; sie fehlt indessen merkwürdigerweise inVaccari's Katalog.
2 ) Anscheinend ein willkürlich gebildeter Name ohne Bedeutung. Einige Schriftsteller leiten ihn vonAleppo (Haleb) ab und schreiben dementsprechend: Chalepina („Alepposchote").
s ) Unregelmässig, wegen der etwas ungleich grossen Kronblätter.
4 ) Nach Georg Ludwig Corvinus, der eine „Dissertatio inauguralis de Scilla" (Altdorf 1715)schrieb. Die Pflanze heisst bei Barrelier (Icones pag. 40, Fig. 894n. I, ed. Jussieu 1714): Thlaspi anglicumfl ore albido Corvini.
6 ) Nach Jean de la Ruelle (Joh. Ruellius), geboren 1474 zu Soissons, Arzt und Botaniker,Leibarzt Franz' I., gestorben zu Paris 1537. Bubani glaubte in Ru eile's Kräuterbuch „De natura stirpium"'■ 2. cap. 105, pag. 563 Hn. 20 (1536) die erste Erwähnung der Pflanze gefunden zu haben.