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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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noch beträchtlich länger) bei 3 /t, bis fast 2 mm Dicke, meist gerade, gegen die Spitze zu-weilen etwas verjüngt, beiderends stumpflich. Fruchtklappen kahl oder behaart, gewölbt,von 3 starken, geraden Längsnerven durchzogen. Rahmen und Scheidewand derb, letzterebei den typischen Formen undurchsichtig, meist etwas schwammig, mit zelligen, gleichsamdurch Querscheidewände getrennten, die Samen bergenden Gruben, ihre Zellen verlängert,mit welligen, namentlich in der Mitte der Scheidewand stark verdickten Wänden versehen.Griffel kurz, aber deutlich, etwa 1 bis 2 mm lang, an gut ausgebildeten Früchten keulen-oder kreiseiförmig verdickt und an seinem Ende so breit oder breiter als die seicht 2-lappige,zur Reifezeit grubenförmig eingesenkt erscheinende Narbe. Samen in jedem Fach ein-reihig, zahlreich (etwa 60 pro Fach), klein, länglich-eiförmig (Fig. 774 f), etwa 3 /* bis 1 mmlang und 1 ß bis 2 /3 mm breit, etwas zusammengedrückt, an den Enden durch gegenseitigenDruck oft etwas abgeplattet. Samenschale gelbbraun, ziemlich glatt (etwas längsrunzelig-grubig), bei Benetzung nicht verschleimend. Keimling meist schief seitenwurzelig (wie beiS. Loeselii, vgl. pag. 175), mit wenig vorspringendem Würzelchen. VI, VII und ver-einzelt bis in den Herbst blühend.

Zerstreut und meist nur vorübergehend verschleppt an Wegen, auf Schutt, anungebauten Orten, erdigen, sonnigen, wüsten Stellen, an Zäunen, Mauern und Dämmen,vorzugsweise in der Nähe von Mühlen und Getreidelagerhäusern und in Güterbahnhöfen;im grössten Teil des Gebietes erst etwa seit 1870 aufgetreten. In Deutschland zuerst 1781von Panzer bei Nürnberg angegeben; in Niederösterreich schon zu Crantz' Zeiten(um 1760) bekannt.

In Deutschland im Elsass zuerst an alten Mauern der Burg Herlisheim bei Colmar um 1808 vonSchauenburg gefunden (ursprünglich irrig für Erysimum repandum gehalten, sodann von Nestler richtigbestimmt), ferner schon vor 1821 (DC. Syst.) bei Strassburg; in neuerer Zeit in der oberrheinischen Tiefebenemehrfach beobachtet, so im Elsass bei Neudorf, Altkirch-Aspach, Strassburg, Hohkönigsburg, in Lothringenbei den Getreideschuppen von Sablon bei Metz (mit S. Loeselii und altissimum), in Baden bei Freiburg i. B.,Kehl, Karlsruhe (Rheinhafen), Mannheim (seit 1881), in der Pfalz bei Landau (gegen Impflingen) und Ludwigs-hafen (seit 1901); in Württemberg im Güterbahnhof von Ulm (1900), sowie bei Lauffen am Neckar; in Bayernin neuerer Zeit häufiger und sich länger erhaltend (z. B. Kissing bei Augsburg [1907], Mering, Lindau [1913],Puchheim, München, Regensburg [1896 bis 1899]; Nürnberg mehrfach; Nikolausberg, Kühbachsgrund, Randes-acker, Gerbrunn bei Würzburg [1908]); in Mitteldeutschland noch selten, z.B. Köpping bei Eisenach, Dresden,Meissen, Zwickau (Kgr. Sachsen); in der Rheinprovinz bei Kreuznach und Linz a. Rh. (1894), ferner in denRheinhäfen von Neuss, Krefeld, Uerdingen und Kempen; in Westfalen bei Hattingen, zwischen Witten undWannen (1876 bis 1883), bei Hamm, Berleburg, Oelde bei Bielefeld; in Hannover bei Hannover, Döhren (1909)und eingebürgert bei Crimderode; in der nordwestdeutschen Tiefebene am Weserufer unterhalb Bremen seitden 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, ferner bei Hamburg und Kiel; in Anhalt bei Bernburg, Aken, Dessauund Zerbst; bei Magdeburg; in der Provinz Brandenburg neuerdings nicht selten an Mühlen u. dgl. eingeschleppt(namentlich in der Umgebung von Berlin; z.B. Rüdersdorf seit 1887, Tegel 1896, Köpenik), aber meist unbe-ständig; in Westpreussen nur bei Sobbowitz (Kr. Dirschau); in Schlesien bei Breslau (1877) und Liegnitz.In Oesterreich ziemlich verbreitet (fehlt nur in Böhmen und Schlesien), in Mähren (ziemlich beständig imHügel- und Flachlande Süd-Mährens, vereinzelt auch bei Iglau [unter Lein], Wsetin und Stramberg), Nieder-österreich (häufig in der Niederung, bis zu den Schwaighütten [Schneeberg 1400 m] ansteigend), Oberösterreich(Donauquai am Gries, zwischen Urfahr und Buchenau, Mauthausen, Auen der Donau bei Ottensheim, Krems-münster, Hermannsdorf), Steiermark (sehr zerstreut und meist nur vorübergehend; an der Mur bei Graz, inMelling bei Marburg, bei Pettnau, im Ruinenschutt bei Neuhaus und Weitenstein), Küstenland (bei Triest undStrazig nächst Görz sehr selten), Krain (nach Paul in [briefl.] vorübergehend in Unterkrain bei Catez undMöttling; nach Fleischmann angeblich auch bei Laibach und in Oberkrain bei Veldes), Kärnten (früherbei Klagenfurt, Berg im Oberdrautale 1872), Salzburg (Bahnhof Salzburg), Tirol (Innsbruck, Cles, um Bozenmehrfach, bei Trient und Vezzano vorübergehend), Vorarlberg (Feldkirch, Tosters, Bahndamm Sulz-Röthis).In der Schweiz vorübergehend verschleppt bei Orbe (1883), Solothurn, Basel, Liestal, Lenzburg (Lüscher!),Brunnen (1907), Zürich (seit 1898), Kempttal-Töss, Diessenhofen, Stein a. Rh., Rorschach, Buchs (St. Gallen)'Chur, Arosa 1720 m (1908), Pontresina (1800 m), Bellinzona, Maroggia (Tessin) 1914.