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Nagel verschmälert. Staubbeutel linealisch-länglich, kaum über 1 mm lang. Früchte aufUnter 60 bis 80° abstehenden, dünnen Stielen aufsteigend bis fast wagrecht-abstehend,schmal-linealisch, etwa (1) 2 bis 3 (4) cm lang bei 2 J3 bis 1 mm Breite, oft etwas sichel-förmig aufwärts gebogen, beiderends ziemlich stumpf. Fruchtklappen gewölbt, dünn,holperig, scharf 3-nervig. Scheidewand dünnhäutig, durchscheinend, oft von einemschwachen, geschlängelten Mittelnerv durchzogen erscheinend; ihre Zellen dickwandig,toit schiefen oder geraden Querwänden. Griffel sehr kurz (kaum V 2 mm l an g)> dick;Narbe deutlich 2-lappig. Samen in jedem Fach 1-reihig, zahlreich (etwa 40), sehr klein,länglich (Fig. 773f), etwa 2 /s mm lang und halb so breit; Samenschale gelbbraun, fast glatt(nur schwach längsgestreift-runzelig), glänzend, bei Benetzung nicht verschleimend. Keimlingrückenwurzelig, jedoch mit schiefgestellter Trennungsfläche der beiden Keimblätter 1 );Würzelchen stark vorspringend. — VI bis VII und vereinzelt bis in den Herbst blühend.Zerstreut an Wegrändern, auf Schutt, an sonnigen, steinigen Plätzen, auf Brach-feldern, Heiden, auf Wällen, Lehmmauern, Ruinen, Eisenbahngelände usw. Ursprünglicheinheimisch wohl nur in den östlichen Kronländern von Oesterreich und vielleicht ineinigen Teilen des östlichen Deutschlands; sonst in neuerer Zeit eingewandert undvielfach eingebürgert (so in Thüringen und Sachsen); am seltensten (und meist nur vorüber-gehend mit osteuropäischem Getreide bei Mühlen, Kornspeichern, in Bahnhöfen usw. ein-geschleppt) im westlichen und südöstlichen Gebiet.
Zu Hoffmann's Zeiten (1791) war die Pflanze aus Oesterreich, Preussen, Schlesien (? die alteKr ocker 'sehe Angabe [1790] aus den schlesischen Alpen [1] ist sehr zweifelhaft), Böhmen, der Pfalz,Sachsen, von Barbi und Danzig bekannt; Reichenbach nennt sie 1832 auch aus Bayern. Heutige Ver-breitung: im Elsass zerstreut und selten (z. B. Michelfelden bei Basel, Strassburg [seit 1901]); in Lothringenz 'B. bei Metz; in Baden bei Freiburg i. B. (seit 1902, anfänglich für S. Austriacum gehalten), Kehl, Karlsruhe,Schwetzingen (schon 1826 nach Gmelin), Mannheim (Hafen seit 1880, Mühlau desgl.); in der BayerischenPfalz bei Ludwigshafen (seit 1898), früher auch bei Landau; in Hessen bei Oppenheim und Worms (nachPollich, 1777), bei Hochheim, häufig bei Mainz (schon von Ziz um 1810 gefunden), sowie bei Bingerbrück;>n Württemberg anscheinend noch nicht nachgewiesen; in Bayern verschleppt und teilweise eingebürgert (früher"ei Lindau; Puchheim, München, Deggendorf; früher bei Mering; Nürnberg); in Thüringen häufig (z.B. beirrankenhausen, Nägelstedt, Rudolstadt, Eisenach); im Königreich Sachsen selten an der Elbe (um DresdenUnd Meissen) und bei Leipzig, vorübergehend bei Zwickau; in der Provinz Sachsen z.B. bei Halle, Eisleben,Aschersleben, Quedlinburg, Halberstadt, Blankenburg, Krottorf, Adersleben, Magdeburg, Barby, Tanger-rnünde usw.; in der Rheinprovinz bei Kreuznach, Burg Rheinstein unterhalb Bingen, Saarlouis, Burg Cobernan der Mosel oberhalb Coblenz (seit 1826), ferner neuerdings mehrfach in Rheinhäfen (Deutz, Neuss, Düssel-dorfj Uerdingen, Crefeld); in Westfalen in neuerer Zeit mehrfach (teilweise sich einbürgernd), z. B. bei Hattingen,Witten, Wattenscheid, bei der Horster Mühle unweit Dahlhausen, bei Osnabrück am Roten Berge, Holz-hausen bei Porta, Siegen, Hamm, Padberg, Berleburg (1911) [künstlich angesät bei Münster]; in Hannoverbei Bassum, Lüneburg, Celle, Hannover, einmal bei der Döhrener Wollwäscherei, ferner bei Geestemünde, Osterholz,Alfeld, Sievern und Crimderode (1912); am Weserufer um Bremen; mehrfach um Hamburg (seit 1890), Uetersenu sw., um Lübeck; in Schleswig-Holstein bei Kiel, Flensburg und Hoyer; bei Braunschweig 1886; in Anhalt bei Bern-burg, Nienburg a. S., Stassfurt, Cöthen, Aken, Dessau, Tochheim; in Brandenburg vor 1860 nur bei Havelberg(hier schon 1794 von Joachimi gefunden), neuerdings vielfach eingeschleppt und hie und da eingebürgert, sourn Berlin; in Pommern an der Küste bei Kammin, ferner angeblich bei Hoff und Kolberg (ob noch?); in Posenbei Posen, Bromberg, Inowrazlaw (Hohensalza), Kruschwitz, Schubin und Trzemeszno; in Westpreussen massen-haft um Danzig (schon von Loesel 1654 angegeben), auch bei Heubude, sonst meist nur vorübergehend ver-schleppt (z. B. bei Marienwerder); in Ostpreussen heute ziemlich verbreitet in den Kreisen Fischhausen, Königsberg,Braunsberg, Lyck und Orteisburg; in Schlesien verschleppt bei Breslau (seit 1879), Myslowitz, Grünberg, Gleiwitz,
') Auf Grund der Lagerungsverhältnisse der Keimblätter stellte Robert Brown S. Loeselii zurGattung Turn'tis und konstituierte A. Pyr. de Candolle aus unserer Art eine eigene Gattung der Pleurorrhizeae,Leptocarpaea; indessen liegt, wie schon Koch (in Mert. u. Koch, Deutschi. Fl., 3. Aufl. IV [1833], pag. 658)aufmerksam macht, das Würzelchen, wenn auch die Trennungsfläche der Keimblätter schief verläuft, dochstets dem Rücken des einen derselben, nie der Spalte an. Vgl. auch E. Fournier in Bull. Soc. bot. FranceXl I (1865), pag. 188.