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pag. 329), ein adventives Vorkommnis vom Prater in Wien (1868), endlich die spontanen Vorkommnisse inder Schweiz (und im Französischen Jura). Von den zahlreich unterschiedenen Formen kommen für uns inBetracht: f. obtusifolium (Gaudin Syn. fl. Helv. [1836], pag. 559 pro var. S. acutanguli Tillieri) Thell.Grundblätter sehr stumpf, bewimpert (z.B. am Saleve bei Genf). — f. (?) Reut er i (Fourn. pro var. S. acu-tanguli) Thell. (:= S. Austriacum subsp. multisiliquosum „forme" S. Reuteri Rouy et Fouc). Fruchtstiele zwardick, aber schwächer gebogen, dadurch gegen die Rasse genuinum neigend (Gleichfalls am Saleve). —f. hyoseridifolium 1 ) (Gaudin) Thellung = S. acutangulumfsupsp.] III. hyoseridifolium Gaudin, = var. hyoseridi-folium Moritzi, = S. Austriacum var. hyoseridifolium Jaccard). Stengel niedrig, armblätterig, niederliegendbis aufsteigend. Laubblätter klein, regelmässig kammförmig-fiederlappig. Blüten kleiner als beim Typus derRasse. So an den hochgelegenen alpinen Standorten im Wallis. ■— Auch bei dieser Rasse ist (anscheinendjedoch nicht im Gebiet) die ganze Pflanze (einschliesslich der Früchte) zuweilen deutlich behaart, = f. Pyre-näicum (L.) Thellung (== Sinapis Pyrenaica L. sens. strictiss.; Jacq. Hort. Vindob. III, t. 971, = S. acutangulum[subsp] I. Pyrenaicum Gaudin sens. strict., = S. Austriacum ß contortum Koch pro parte nee Cav.).
Zur Zeit des Aufblühens steht die Narbe tiefer als die Staubbeutel; durch Auswärtskrümmung derletzteren und meist auch des obern Teiles der Staubfäden wird in diesem Stadium Selbstbestäubung un-möglich gemacht. Beim Abblühen (sowie wohl auch bei schlechter Witterung) legen sich die Blütenteile zu-sammen, und die durch das Wachstum des Fruchtknotens emporgehobene Narbe kommt jetzt unfehlbar mitden Antheren der langen Staubblätter in Berührung, so dass als Notbehelf bei ausgebliebenem InsektenbesuchSelbstbefruchtung eintreten kann. Die Saftdrüsen sezernieren nur wenig, entsprechend ist auch der Geruchder Blüten gering. — Im Wallis wird die Pflanze gelegentlich von dem bekannten parasitischen Pilz AlbügoCandida befallen.
1236. Sisymbrium Loeselii 2 )L. (= Turritis Loeselii R. Br., = LeptocarpEea 3 ) Loeselii DC,= Crucifera Loeselii E. H. L. Krause, = S. hirsütum Gilib. nee Lag., = S. hispidum Mönch,= S. hirtum [err.] Gilib. ex Knapp, = Erysimum erucastrifolium Rupr. pro parte, = Erysi-mastrum erucastrifolium Rupr. ex Boiss., = S. Irio x Loeselii Sanio in Verh. Bot. Ver. Prov.Brandenb. XXXII [1890], pag. 116 not., cf. Scheppig et Aschereon 1. c. pag. 134 [1891], = S.Austriacum Liehl in Mitteil. Bad. Bot. Ver. No. 178 [1902], pag. 246 [cf. Thellung ibid. No. 200(1904), pag. 419], nee Jacq.). Loesels Rauke. Ital.: Sisembro barbuto. Fig. 773 e und f.
Ein- bis zweijährig, meist überwinternd-einjährig, mit spindel- oder dünn rüben-förmiger Wurzel. Stengel meist kräftig, aufrecht, etwa 30 bis 60 cm hoch, reichbeblättert,oberwärts meist ästig, wenigstens unterwärts (wie auch die unteren Laubblätter) von einfachen,langen (lbis2mm), weissen, straffen, am Stengel abwärts gerichteten Haaren ± dicht rauhhaarig,oberwärts oft verkahlend. Grundblätter zur Blütezeit meist fehlend. Stengelblätter rauhhaarigoder die oberen nur bewimpert bis verkahlend, gestielt; die unteren und mittleren dreieckig-eiförmig, schrotsägeförmig-fiederspaltig, Abschnitte jederseits meist 2 bis 3, spitz, auf derVorderseite ± gezähnt bis eingeschnitten, auf der Hinterseite meist ganzrandig, gegen die Spitzedes Laubblattes breiter werdend und zusammenfliessend; Endabschnitt grösser als die seitlichen,dreieckig-eiförmig, gezähnt, am Grunde oft spiesseckig. Obere Laubblätter schmal lanzettlich,mit linealischen Seiten- und stark verlängertem Endabschnitt. Blütenstände zur Zeit desAufblühens halbkugelig, später traubig verlängert. Blütenstiele rauhhaarig oder kahl, stets(auch zur Fruchtzeit) dünn, etwa 5 bis 10 mm lang. Blütenknospen ellipsoidisch, durchdie schwache Behörnelung der äusseren Kelchblätter oft etwas bespitzt. Kelchblätter 2 1 jz bis3 mm lang, elliptisch, stumpf, rauhhaarig oder verkahlend, die seitlichen am Grunde etwasgesackt und unter der Spitze zuweilen schwach behörnelt. Kronblätter etwa doppelt solang als der Kelch, lebhaft-gelb, verkehrt-eiförmig, allmählich in einen etwas längern
') Nach der Aehnlichkeit der Laubblätter mit denen der Kompositen-Gattung Hyöseris L.
2 ) Nach Johann Loesel, geboren am 26. August 1607 in Brandenburg, gestorben am 30. März 1655zu Königsberg, Professor der Medizin daselbst, Verfasser einer Flora von Preussen (Flora Prussica, um 1654entstanden, 1703 von Gottsched herausgegeben); unsere Pflanze ist darin unter dem Namen Erysimum hirsütumfoliis Erucae auf Seite 691 beschrieben und auf Taf. 14 abgebildet.
s ) Von griech. /.sntöq [leptös] = dünn und xagnog [karpös] = Frucht.