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Beuthen und Muskau. — In Oesterreich in Böhmen (sehr häufig im Elbegebiet, auch bei Prag), in Mähren(ziemlich häufig im südlichen Teil, oft mit S. altissimum; vereinzelt bei Olmütz und Wsetin, verschleppt beiNeustadtl), Niederösterreich (häufig in niederen Gegenden), Oberösterreich (zwischen Mauthausen und Perg);verschleppt auf dem Campo Marzio bei Triest und in Tirol bei Linz und Roncone. — In der Schweiz nurvorübergehend verschleppt bei Orbe (1885), Sitten (1903), Basel, St. Jakob - Neue Welt bei Basel, Zürich, Celerinaund St. Moritz 1800 m (1904) im Engadin.
Allgemeine Verbreitung: Spanien? (nach Nyman; fehlt bei Willkomm undLange); Osteuropa (Nord-Italien von der Lombardei an östlich; Oesterreich-Ungarn,Kroatien, Serbien, Montenegro, Bulgarien, Macedonien, Griechenland, Rumänien, Süd- undmittleres Russland); Südwestasien bis zum Himalaya und zum Altai; verschleppt in Frank-reich (z. B. bei Paris nach 1871 als Bestandteil der „Florula obsidionalis"), Belgien, denNiederlanden, in England, Dänemark und Schweden.
Die Art ändert nur unbedeutend ab: f. dense-hirsütum Busch. Pflanze besonders stark behaart.— f. microphyllum Busch. Laubblätter klein; Abschnitte nur etwa 4 mm lang. — f. glabrescens(Schur sub Leptocarpaea) Beckhaus-Hasse. Pflanze verkahlend. Abschnitte der Laubblätter linealisch-lanzettlich,gesägt. — f. latisectum (Schur sub Leptocarpaea) Thellung. Laubblätter und Stengel gleichfalls verkahlend,aber Blattabschnitte breit (Schattenform?).— Nach der Behaarung der Frucht sind zu unterscheiden: f. typicumBeck, Frucht kahl (gewöhnliche Form); f. ciliätum Beck (= f. trichocärpum Busch), Frucht wimperig-behaart (Seltener, z.B. in Niederösterreich). ■— Die var. glaberrimum Bornmüller (Pflanze völlig kahl) istbisher nur aus Vorderasien bekannt geworden.
1237. Sisymbrium altfssimum L. 1 ) Spec. pl. nee herb. (= Nastürtium altissimumE. H. L. Krause, = Crucifera altissima E. H. L. Krause, = Nörta altissima Britton= S. Sinapistrum Crantz, = S. Erysimastrum y Lam. ?, = S. Pannönicum Jacq., = Pachypödium Pannönicum Endlicher, = S. Sinäpios Retz., = S. Sinapeos Retz. ex Pers.S. Hungäricum Lumnitzer, = Sinapis Oliveriana DC., = Sisymbrium septulatum DC[= S. Pannönicum a glabrum Fourn.], = Diplotaxis biloba C. Koch, = Brassica erucastroides Stapf, = S. erucastroides Bornmüller, = S. tenuifölium Genersich? nee L.)Ungarische oder Riesen-Rauke. Anglo-amerikanisch : Tumble Mustard; ital.: Sisembro
pennato. Fig. 774 a bis d.
Pflanze ein- bis zweijährig, mit dünner, spindelförmiger Wurzel. Stengel aufrecht,etwa (20) 30 bis 60 cm hoch, stielrund (längsgestreift), beblättert, meist ästig, unterwärtsvon ziemlich langen (1 bis 2 mm), weissen, straffen, einfachen, meist schwach abwärtsgerichteten Haaren zerstreut- bis dicht borstig-zottig, oberwärts häufiger kahl und glänzend,oft etwas bereift. Grund- und untere Stengelblätter (zur Blütezeit oft nicht mehr vor-handen) gestielt, dicht rauhhaarig, schrotsägeförmig-flederspaltig, mit jederseits etwa 6 bis8 dreieckigen, abstehenden, spitzen, gezähnten, nach der Spitze des Blattes weniger tiefabgetrennten und zuletzt mit dem Endlappen zusammenfliessenden Abschnitten; mittlereStengelblätter meist zerstreut borstig, schlaff, tief fiederteilig mit lanzettlichen, gezähntenoder eingeschnittenen, am Grunde meist geöhrten Seitenabschnitten und wenig grössermEndlappen; obere Stengelblätter meist kahl, in der Regel sitzend, fiederteilig, mit jederseitsmeist 2 bis 5 (selten nur 1) linealischen bis fast fädlichen, ganzrandigen Abschnitten undebensolcher Spindel. Blütenstände anfangs dicht halbkugelig, später traubig verlängert.Blütenstiele etwa so lang wie die Blüten, zur Blütezeit dünn, meist kahl. Blütenknospenschmal-ellipsoidisch. Kelchblätter abstehend, 3 bis 5 mm lang, schmal-elliptisch, stumpflich,meist kahl; die seitlichen am Grunde etwas höckerartig vorgewölbt, die mittleren unterder Spitze deutlich behörnelt. Kronblätter hellgelb bis fast weiss (verwelkt weiss), meistetwa doppelt so lang als der Kelch, verkehrt-eiförmig, in einen langen, breiten Nagel
1 ) Ueber die Nomenklatur dieser Art vgl. Koch in Mert. und Koch Deutschi. Fl. IV (1833), pag.656;Schinz und Thellung in Bull. Herb. Boiss. 2« ser. VII (1907), pag. 573 bis 574.