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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
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"ehrendsen dem normalen Zustand der Pflanze; die Spätform ist als eine Verstümmelungsform (formaPutäta) anzusprechen, die durch Aussprossen sekundärer Triebe (mit den geschilderten Merkmalen der Spät-form) aus dem Stengelgrunde dann entsteht, wenn die Entwicklung des Haupttriebes gestört wurde, was ankünstlichen Standorten häufig vorkommt.

1234. Sisymbrium Irio 1 ) L. (= Descurainia Irio Webb, = Erysimum IrioRupr., =CruciferaIrio E. H. L. Krause, = Nörta Irio Britton, = S. Iris [err. typ.] Retz., = S. Waltheri 2 ) Crantz[excl. syn. Walth.!], = S. Erysimastrum a Lam., == S. erucaefolium Gilib., = S. ramulosumPoiret, = S. pinnatifidum Forskäl [nee Lam. et DC], = S. filiforme Dulac, = Phryne laxata Bu-bani, = S. Loeselii Chaix herb, [nee L.] sec. Bubani, = S. subhastätum Edgew. ex Hook. f. etThoms. nee Willd.). Glanz- oder Schlaffe Rauke. Franz.: Velaret, roquette jaune;engl.: London Rocket; ital.: Erba-iridia, ireos, senapaccia salvatica. Fig. 772f bis i.

Einjährig oder überwinternd-einjährig, mit dünner, blasser Wurzel. Stengel etwa(4) 10 bis 50 (60) cm hoch, etwas kantig gestreift, kahl oder von einfachen, kurzen, + ange-drückten Haaren feinflaumig, reichbeblättert, meist ästig, mit aufrecht-abstehenden Aesten,wie diese in einen Blütenstand auslaufend. Laubblätter gestielt, kahl oder feinflaumig,meist schrotsägeförmig-fiederspaltig, im übrigen in der Gestalt stark wechselnd; Fieder-lappen jederseits 2 bis 6, ganzrandig oder gezähnt bis schwach gelappt, die untersten meistabwärts gebogen. Endabschnitt von den unteren zu den oberen Laubblättern verhältnis-mässig grösser werdend; an kümmerlichen Schattenexemplaren (z. B. von Berlin) sind zu-weilen sämtliche Laubblätter fast ungeteilt, nur am Grunde etwas fiederlappig. Blüten-stände während des Aufblühens dicht scheindoldig, wobei die jungen Früchte die geöffnetenBlüten und die Knospen überragen, später traubig-verlängert. Blütenstiele tragblattlos, solang oder länger als die Blüten, auch zur Fruchtzeit dünn, etwa 6 bis 10 (15) mm lang.Blütenknospen schmal verkehrt-eiförmig. Blüten unansehnlich. Kelchblätter schmal-elliptisch,2 bis höchstens 2 : /2 mm lang, aufrecht-abstehend, am Grunde nicht gesackt. Kronblätterblassgelb, wenig länger als der Kelch, schmal spateiförmig, am Grunde allmählich in einenkurzen Nagel verschmälert. Staubbeutel klein (etwa 1 jz bis 2 /3 mm lang). Früchte auf unter etwa45 bis 60° abstehenden, oft etwas aufwärts gebogenen Stielen, aufrecht-aufsteigend, schmal-ünealisch, (2 1 /i) 3 bis 4 (5) cm lang und ± 1 mm breit (Fig. 772 g), oft etwas gebogen, beiderendsstumpflich oder kaum etwas verschmälert, durch den sehr kurzen (bis V 2 mm langen) unddicken Griffel mit deutlich 2-lappiger Narbe gekrönt. Fruchtklappen schwach gewölbt,dünn, holperig (über den Samen vorgewölbt, dazwischen eingesunken), zart- aber deutlich3-nervig. Scheidewand dünn, durchscheinend, aus verlängerten, dünnwandigen Zellen be-stehend und längs den Plazenten von einigen Fasern durchzogen. Samen in jedem Fachzahlreich (etwa 40), einreihig, klein (kaum 1 mm lang), eiförmig oder ellipsoidisch, zusammen-gedrückt. Samenschale gelbbraun, fast glatt (Fig. 770i), glänzend. Keimling rückenwurzelig, mitWeit vorspringendem Würzelchen. V bis VI und vereinzelt bis in den Herbst blühend.

Zerstreut und selten an Wegen, auf Schutt, an Mauern, Rainen, auf Grasplätzen,Feldern, in Gärten; überall nur verschleppt und fast stets unbeständig.

') Pflanzenname, z.B. bei Colonna [Columna] (1616) für unsere Art gebraucht; angeblich, wieErysimum, von gr. igvoßai [eryomai] = ich rette, helfe, mit Rücksicht auf die ehedem angenommenen Heil-kräfte der Pflanze. Das Erysimum des alten Theophrast (4. Jahrhundert vor Chr.) ist entweder S. Irio oder°as auf pag. 154 erwähnte S. polycerätium, dessen Kraut von den Alten gegen Husten und dessen Samen§ e gen Vergiftungen gebraucht wurden.

*| Nach Augustin Friedrich W alth er, Professor in Leipzig, geboren zu Wittenberg am 26. Oktober 1688,gestorben zu Leipzig am 12. Oktober 1746, Verfasser einiger botanischer Schriften, namentlich über diePflanzen seines Privatgartens. Linne benannte nach ihm die Sterculiaceen-Gattung Waltheria. Die inWalth er'sHortus" (1735) als Erysimum Monspessulanum Sinapios folio auf pag. 135 beschriebene und aufTaf. XXII abgebildete Pflanze gehört zu S. Orientale.