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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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fl ora geführte Gattung Hugueninia als solche nicht aufrecht zu erhalten ist. Dem Bearbeiter schien es für dieBedürfnisse einer mitteleuropäischen Flora zweckmässig, den Umfang der Gattung im Sinne der oben gegebenenDiagnose beizubehalten; er befindet sich dabei in Uebereinstimmung mit Briquet (Prodrome de la flore corse). Während also die Abgrenzung der Gattung Schwierigkeiten bietet, ist umgekehrt die Unterscheidung derArten verhältnismässig leicht, weil wir uns in Mitteleuropa nicht im Entwicklungszentrum der Gattung befinden,sondern von vielgestaltigen Formenkreisen nur einzelne markante Typen als letzte Ausstrahlungen natürlicherAreale oder als rezente Einwanderer erhalten haben.

Ausser den mit Nummern aufgeführten Arten wurden in Mitteleuropa vorübergehend eingeschlepptbeobachtet: Sisymbrium Zanönii 1 ) (Ball) J. Gay (= Erucästrum Zanonii Ball, = Erysimum ZanoniiV. Calestani, = S. pinnati'fidum ß Zanonii Arcangeli, = S. Apenninum Bubani ex Fourn., = S. pinnatifidumJ- Bertol. nee Lara, et DC.; vgl. den Bestimmungsschlüssel!), heimisch in einigen Gebirgen von Italien{Appianische Alpen und mittlerer Apennin). Einmal (1911) im Hafen von Ludwigshafen (Bayer. Pfalz)beobachtet. Sisymbrium multifidum (Pursh) Mac Millan 1892 [non Gilib. nee Willd. 2 )] («= ErysimumPinnätum Walter 1788, = S. pinnatum Greene 1887 nee Barn. 1845 [species chilensis admissa], = Descurafnia")Pinnata Britton, = Sophia pinnata Ho well, = Cardämine multifida Pursh 1814, = Nastürtium multifidumSprengel, = S. Richardsöni*) Sweet, = S. Sophia Pursh nee L.; vgl. den Bestimmungsschlüssel). Heimisch inNordamerika von Kanada bis Mexiko, angeblich auch in Südamerika (z.B. Argentinien, Chile und Bolivia; ob«ingeschleppt oder mit ähnlichen daselbst einheimischen Arten verwechselt?). Selten und unbeständig ver-schleppt in England, Belgien (Verviers) und in Mitteleuropa. Zerfällt in 2 Unterarten (vgl. auch Hooker Fl.Bor.-Am. I [1840], pag. 62, Walpers Repert. I [1842], pag. 166 und Macbridge in Rhodora XVII [1915],Pag. 138 bis 141): I. subsp. canescens (Nutt.) Thellung (= S.canescens Nut. 1818, = S. canescens o canescensWalp. [excl. descr.], = S. Sophia var. canescens Hooker [ex syn.], = Descurafnia canescens Prantl, = Car-dämine? Menziesii DC, = Nastürtium Menziesii Sprengel, = S. incanum Bernh.). Pflanze drüsenlos, unter-wärts dicht weisslich- oder graufilzig, meist bis in den Blütenstand fein sternhaarig-flaumig, seltener oberwärtsvöllig verkahlend. Kronblätter blassgelb, meist nur so lang wie der Kelch. In Amerika seltener als die folgendeUnterart; die Angaben aus Europa bedürfen wegen möglicher Verwechslung der Nachprüfung. Sicher imBaseler Rheinhafen, (1915 P. Aellen!). II. subsp. brachycärpum 6 ) (Richardson) Thellung (= Cardäminemultifida Pursh sens. strict. ?, = S. brachycarpon Richards., = S. canescens var. ß [signum omissum],7 et (5 Walp., = var. brachycarpum S. Watson, = var. alpestre Cockerell?, = S. canescens auet. Helv. 1nee Nutt., = S. multifidum auet. Germ.? nee Mac Millan, = Crucifera multifida E. H. L. Krause). Pflanzeziemlich grün, unterwärts von Sternhaaren schwach feinflaumig, oberwärts mit gelblichen, kurz gestieltenDrüsen besetzt, sehr selten ohne solche und zugleich Pflanze überhaupt fast kahl (= f. eglandulösumThellung). Kronblätter oft lebhafter gelb und den Kelch deutlicher überragend. Die häufigere Unterart. Ver-schleppt in Deutschland: Hieher gehören möglicherweise die offenbar auf Einführung mit amerikanischemGetreide zurückzuführenden adventiven Vorkommnisse von der Humboldtmühle zu Tegel und der Dampfmühlez u Köpenick bei Berlin (1897), ferner positiv sicher die 1902 bei Strassburg (Hafen vor dem Metzgertor undSporeninsel) beobachteten Adventivpflanzen. Die Forma eglandulösum 1913 im Hafen von Ludwigshafen in derBayerischen Pfalz (F. Zimmermann!). Schweiz: Orbe im Kanton Waadt in der Umgebung einer Mühle 1887Und 1888 (!). Die Art hat in der Tracht eine gewisse Aehnlichkeit mit Roripa Pyrenaica (daher sind nachAscherson in Verhandl. Bot. Verein der Prov. Brandenburg XL, 1898, pag. 57 [1899] die früheren Angaben überadventives Vorkommen der letzteren Art nachzuprüfen); sie unterscheidet sich aber leicht von ihr durch dasVorkommen von Stern- oder Drüsenhaaren (Roripa ist kahl) und die gerade, nicht zickzackförmig verbogene

') Nach Giacomo (Jakob) Zanoni, geboren am 16. März 1615 zu Montecchio, Direktor des BotanischenGartens zu Bologna, gestorben am 24. August 1682; Verfasser vonIstoria Botanica" (1675) undRariorumstirpium historia" (ed. Monti 1742).

') S. multifidum Gilib. (1781) ist = S. Sophia L. (1753) und fällt daher nomenklatorisch ausser Betracht.S. multifidum Willd. herb, ex Sprengel (1825), eine Gartenpflanze unbekannter Herkunft, wird von Fourniermit ? zu S. junceum (= polymorphum) gezogen, während der Bearbeiter in der ganz unzulänglichen Be-schreibung eher eine Form von S. altissimum zu erkennen glaubt. Sollte der Willdenow'sche Name je alsgültig für eine besondere Art in Anspruch genommen werden, so müsste S. multifidum (Pursh) Mac Millanln S. canescens Nutt. umgetauft werden.

s ) Von Webb und Berthelot 1836 nach Francois Descourain oder Descurain, Apotheker zuEtampes in Frankreich, 1658 bis 1740, benannt. Gleicher Ableitung ist der von Guettard (1747) für^'symbrium Sophia und von Ledebour (1842) für die betreffende Sektion gebrauchte Name Descürea.

4 ) Nach John Richardson, geboren zu Dumfries in Schottland 1787, gestorben zu Grasmere am5 -Juni 1865, dem botanischen Begleiter John Franklins auf dessen Expedition ins arktische Amerika (1819 bis 1822).

6 ) Von gr. ßgazvg [braehys] = kurz und xagnög [karpös] = Frucht.