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Norderney); in den Gebirgsgegenden meist nur in den Haupttälern, selten über 800 m(Brandenberg in Nordtirol 1100 m) ansteigend; im schweizerischen Jura bis in die Tannen-region, in Waadt und Wallis bis 1800 m, im Tessin bis 670 m, im cisalpinen Graubündenetwa bis 700 m (Thusis), im transalpinen Teil bis 800 m (Brusio im Puschlav), in Mährenbis 800 m; fehlt den Bayerischen Alpen gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (mit Ausnahme des nördlichstenTeiles von Skandinavien [hier nördlich bis zum Drontheimer Fjord, Stjördal, Ofoden,68° 31' bis 32' nördlicher Breite], von Finnland und Nord-Russland; im Mittelmeergebiet oftseltener, so namentlich in Griechenland); Kaukasus, Vorder-Asien bis zum Himalaya; Nord-afrika (Gebirge von Algerien und Tunesien).
Aendert nur unwesentlich ab: f. pü mila Goiran. Pflanze niedrig, nur bis 20 cm hoch. —■ f. grandi-f öli a Bolzon. Grundblätter buchtig-gelappt, mit 13 bis 16 cm langer und 12 bis 15 cm breiter Spreite (Ausdem Aostatal beschrieben). ■— Eine Form mit tiefer eingeschnittenen Stengelblättern (vgl. A. Pyr. De CandolleSyst. II [1821], pag. 489) sei als f. in ci sa Thellung bezeichnet. — f. b rac te ät a Rupr. Blütenstand in seinemuntern Teil von Tragblättern durchsetzt (Hie und da). — Aus dem Kaukasus sind noch folgende 4 Formenbeschrieben worden: f. villösior Rupr. Pflanze stärker zottig behaart. ■— f. longipedunculata N.Busch.Blütenstiele bis 13 mm lang. — f. trichocärpa 1 ) N. Busch. Frucht behaart. — f. longistyla N. Busch.Griffel auffallend lang (4 bis 4 1 /« mm).
Die weissen Blüten sind ziemlich klein, werden aber gleichwohl viel von Bienen besucht. Die seit-lichen Honigdrüsen, die als grüne Wülste den Grund der kurzen Staubblätter umgeben, sondern nach innenNektar ab, während die medianen, zwischen und aussen an den Basen je zweier langer Staubblätter stehendenNektarien nicht sezernieren. Die Kelchblätter, die nicht als Safthalter ausgebildet sind, fallen nach dem Auf-blühen rasch und leicht ab. Alle Antheren springen nach innen auf; die der langen Staubblätter umschliessendie Narbe so eng, dass sie regelmässig spontane Selbstbestäubung bewirken, die auch von Erfolg ist. Bei ein-tretendem Insektenbesuch kann jedoch auch leicht Fremdbestäubung erfolgen. — Die Blüten neigen stark zu —teilweise sehr lehrreichen —■ Missbildungen, die die ursprüngliche Blattnatur und die weitgehende Homologieder verschiedenen Blütenorgane beweisen. Camus beobachtete Blüten mit 4 Kelch-, 3 Krön- und 5 Staub-blättern. Nicht selten sind Vergrünungen der Blüten in mannigfaltigem Grade der Ausbildung anzutreffen, sonamentlich Verbildungen der Fruchtblätter und Samenanlagen (letztere sind zuweilen in Fruchtblätter oderselbst in laubblattähnliche Gebilde umgewandelt).
Der starke Knoblauchgeruch, der der Pflanze beim Zerreiben entströmt, beruht wie bei den Lauch-(Allium-) Arten (vgl. Bd. II, pag. 214) auf der Bildung von Allylsulfid; ausserdem enthält sie Rhodanallyl (einätherisches Senföl), das sich bei der Behandlung der Samen mit Wasser bildet. Früher verwendete man dasscharf und etwas bitter schmeckende Kraut unter dem Namen Herba Alliäriae gegen Brand und Ge-schwüre. In Frankreich findet Alliaria officinalis auch als Salatpflanze Verwendung.
CCCXXV. SisymbriutTl 2 ) L. em. DC. 3 ) (= Sysimbrium Pallas, = Sisimbryum
Clairv., = Sisymbrion St. Lager, = Phryne 4 ) Bubani). Rauke 5 ), Raukensenf.Franz.: Sisymbre, velar, roquette; engl.: Rocket, hedge-mustard; ital.: Sisembro.
Einjährige oder ausdauernde Kräuter bis Halbsträucher. Laubblätter wechsel-ständig (oder die untersten rosettig), ungeteilt oder häufiger leierförmig, schrotsägeförmigoder ein- bis dreifach-fiederspaltig, der Endlappen meist grösser. Eiweissschläuche chloro-
') Gr. fygl!;, Genitiv %Ql"/6g [thrix, trichös] = Haar und xagnög [karpds] = Frucht.
2 ) Gr. awö^ßgiov [sisymbrion] oder oiavßßgov [sfsymbron], bei Theophrast, Aristophanes, Nikandros,teilweise auch bei Dioskorides und anderen Schriftstellern Name einer wohlriechenden Pflanze (wohl eineroder mehrerer Mentha-Arten); sisymbrion Nr. 2 des Dioskorides entspricht dagegen einer Kressen-Art (wahr-scheinlich Nasturtium officinale).
3 ) Spezialliteratur: E. Fournier in Bull. Soc. Bot. France XII (1865), pag. 187 bis 190, 250 bis 253.Ders., Recherches anatomiques et taxanomiques sur la famille des Cruciferes et sur le genre Sisymbrium enParticulier (Paris 1865).
*) Gr. (pgvvi-j [Phryne], Name einer berühmten Hetäre zu Athen im 4. Jahrhundert v. Chr. Ueberdie nicht sehr klaren Gründe dieser Namengebung vgl. Bubani Fl, Pyrenaica III (1901), pag. 172.5 ) Nach dem lat. Pflanzennamen erüca (vgl. nr. 1243).